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Sigpack TTP Toploader von Bosch zur Sekundärverpackung von Einzelampullen

Stellen Sie sich Folgendes vor: Sie haben gerade Ihr Medikament in der Apotheke gekauft und möchten es nun einnehmen. Sie öffnen die Schachtel, reißen die Folienverpackung auf und halten fünf Ampullen in der Hand. Sie brauchen jedoch nur eine. Die verbleibenden vier können für einen späteren Zeitpunkt aufbewahrt werden. Währenddessen sind die Produkte jedoch Licht und Sauerstoff ausgesetzt, was zu einem Wirksamkeitsverlust des Medikaments führen kann.

 

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In den letzten Jahren haben sich Pharmahersteller intensiv mit solchen Fragen auseinandergesetzt. Der Wunsch, Parenteralia zur Maximierung ihrer Wirksamkeit haltbar zu halten sowie die Nachverfolgbarkeit und Kontrolle zu verbessern, hat Hersteller dazu veranlasst, ihre Produkte vor dem Verpacken in Schachteln einzeln im Schlauchbeutel zu verpacken. Für die Verbraucher bedeutet eine Einzelverpackung, dass ihre Arzneimittel vor Umwelteinflüssen geschützt sind und somit die Qualität erhalten bleibt. In Krankenhäusern ermöglichen Einzelampullen mit Serialisierung oder andere Verpackungsformen die sichere Arzneimittelvergabe. Jede Ampulle kann über die Lieferkette von der Produktion bis zum Patienten verfolgt werden.
Für Pharmahersteller muss eine Verpackung nicht nur die beschriebenen Anforderungen erfüllen, sondern zugleich die Produktionslinieneffizienz gewährleisten und ein schnelles Reagieren auf sich ändernde Marktanforderungen ermöglichen.

Um den neuen Markttrends Rechnung tragen zu können, hat ein großer Pharmahersteller in den USA seine Produktionslinien angepasst, wobei der Fokus auf der Einzelverpackung und Serialisierung von Ampullen für Parenteralia lag. Das Unternehmen benötigte dafür Maschinen zur Verpackung von Ampullenkarten und Einzelampullen in Schlauchbeuteln und anschließender Weiterverpackung in Kartons. Dabei musste die Rückverfolgbarkeit jeder Einzelampulle bis hin zum versandfertigen Palettieren sichergestellt sein. Die passende Lösung war eine Kombination aus der horizontalen Schlauchbeutelmaschine Sigpack HSL und dem Sigpack TTP Toploader, beide hergestellt von Bosch Packaging Technology.

Vor Licht und Sauerstoff geschützt
Bei der Schlauchbeutelmaschine handelt es sich um eine vollelektronische, servogesteuerte Maschine, die Ampullen und andere Arzneimittelformen vor ihrer Kartonierung hermetisch in einzelne Sekundärverpackungen versiegelt. Für hohen Produktschutz besitzt das Long-Dwell Siegelsystem der HSL eine Quersiegeleinheit, bei der die Siegelbacken selbst bei hohen Geschwindigkeiten sanfter schließen als bei anderen Schlauchbeutelmaschinen, ohne dabei die Siegelintegrität zu beeinträchtigen. Dank der luftdichten Verpackung sind die Parenteralia vor Licht und Sauerstoff geschützt. So bleiben sie bis zur Verabreichung intakt. Um die Rückverfolgbarkeit überhaupt zu ermöglichen, war es für den Pharmahersteller wichtig, dass die Sigpack HSL über einen Drucker und eine Visionskamera verfügt. Der Drucker bringt die relevanten Produktionsdaten auf. Die Visionkamera überprüft die gedruckten Daten und ermöglicht die Rückverfolgung der Einzelampullen – eine Anforderung, die Krankenhäuser global zunehmend stellen. Die Schlauchbeutel-
maschine überwacht die Siegelnahtqualität jeder Packung und entfernt nicht den Vorgaben entsprechende Produkte aus dem Produktionsprozess. So wird das Risiko, dass minderwertige Arzneimittel in Umlauf gelangen, minimiert und eine spätere Nachbearbeitung ermöglicht, um Ausschussmengen gering zu halten.

Beim Sigpack TTP von Bosch handelt es sich um einen Toploader, mit dem Kartons mit hoher Geschwindigkeit aufgerichtet und befüllt werden können. Die Maschine verfügt über zwei Toploaderarme für die Umsetzung der Produkte in den Karton und kann pro Minute bis zu 600 Einzelampullen oder 500 Ampullenkarten in Schlauchbeutel verpacken. Der Toploader war für den Pharmahersteller aufgrund seiner Flexibilität besonders interessant. Die Anlage ist bedienerfreundlich konzipiert und ermöglicht schnelle Umstellungen, sodass Ampullenkarten und Einzelampullen in derselben Produktionslinie verpackt werden können. Somit wird schnell und effizient auf wechselnde Kundenanforderungen reagiert.

Genau wie die in einer früheren Phase des Produktionsprozesses eingesetzte Schlauchbeutelmaschine ermöglicht auch der Sigpack TTP eine umfassende Rückverfolgbarkeit aller Schachteln, die das System durchlaufen. Der Hersteller kann dank integriertem Drucker und Visionskamera jede Einzelampulle bis zu deren Schachtel-
verpackung und von dort bis zur Palette verfolgen. Darüber hinaus bietet der Toploader eine optimierte Line Clearance: Jedes in der Linie verarbeitete Produkt wird unabhängig von seiner Konformität erfasst.

Eine Kombination der Schlauchbeutelmaschine Sigpack HSL mit dem Sigpack TTP Toploader in der Produktionslinie war für den Arzneimittelhersteller die ideale Lösung zur Erfüllung der Marktanforderungen. Das Unternehmen kann nun einzeln verpackte Parenteralia herstellen, die von der Verarbeitungslinie bis zum Patienten verfolgt werden können und zugleich die Effizienz und Produktivität für den Herstellungsprozess steigern. Aufgrund ihrer kompakten Konstruktionsweise beanspruchen beide Systeme wenig Stellfläche und können daher problemlos in die Produktionslinie integriert werden. Die Techniker von Bosch waren bei der Integration der Maschinen in die Produktionslinie und die Anbindung an das Firmenleitsystem behilflich, um die Ausfallzeiten gering zu halten und eine optimale Leistung sicherzustellen.

  • Systemlösung aus horizontaler Schlauchbeutelmaschine Sigpack HSL und Sigpack TTP Pharma Toploader zur Verpackung von Ampullenkarten und Einzelampullen.
  • Der Sigpack TTP erlaubt dank anpassungsfähiger Schachtelträger eine hohe Formatflexibilität.
  • Vereinzelung der Ampullenkarten unter Hochgeschwindigkeit.
  • Die Sigpack HSL eignet sich zum Verpacken von 600 Einzelampullen und 500 Ampullenkarten mit hermetischen Dichtpackungen.

Unternehmen

Bosch Packaging Systems AG

Industriestr. 8
8222 Beringen
Schweiz

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