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Eine Gesamtproduktion von 9,65 Mrd. Tuben melden die Mitglieder der etma – european tube manufacturers association – für das Krisenjahr 2009. Dies entspricht einem Rückgang von 5,3 % gegenüber dem Vorjahr. Allerdings hatten die etma-Mitglieder in 2008 trotz aufziehender Krise mit 10,2 Mrd. Tuben noch ein historisches Rekord-Ergebnis erzielt.

„Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht der größten Wirtschaftskrise seit dem 2. Weltkrieg können wir mit dem Ergebnis für 2009 insgesamt noch zufrieden sein. In einem extrem schwierigen Umfeld haben die etma-Mitglieder, die für mehr als ¾ der gesamten europäischen Tubenproduktion stehen, ihre Leistungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt.“, so die Bilanz von etma-Generalsekretär Gregor Spengler.

Die Verluste, die im Vergleich zu anderen Industriezweigen noch vergleichsweise moderat ausgefallen sind, können nicht allein auf das verringerte Konsumniveau bei den Verbrauchern zurückgeführt werden. Durch einen rigorosen Abbau ihrer Lagerkapazitäten haben die Kunden der Tubenhersteller versucht, ihre Kapitalbindung zu reduzieren und so für eine zusätzliche Verringerung des Nachfragevolumens gesorgt.

Dabei waren die einzelnen Tubenmärkte in Europa unterschiedlich stark von der Krise betroffen. Gerade die Kosmetikindustrie, mit ca. 40 % größter Tubenmarkt, zeigte sich anfällig. Ein Rückgang von 8,5 % allein in diesem Sektor schlug in der Gesamtbilanz der Tubenindustrie besonders negativ zu Buche. Es waren vor allem hochpreisige und exklusive Kosmetikprodukte, die deutlich weniger nachgefragt wurden.

Auch die Pharmaindustrie mit einem Rückgang von 6,2 % und der vergleichsweise kleine Sektor für Haushalts- und Industrieprodukte mit einem Verlust von 7,4 % zeigten sich 2009 deutlich schwächer als im Vorjahr.

Stabil hingegen präsentierten sich die besonders konsumnahen Bereiche. Der Tubenverbrauch bei Zahnpasta blieb nahezu unverändert, bei Lebensmitteln gab es bei einer Zunahme von 0,5 % sogar ein leichtes Plus.

Die unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Absatzmärkten spiegeln sich in einer unterschiedlichen Entwicklung der Tubenmaterialien wider. Auch 2009 blieben Aluminiumtuben trotz eines Rückgangs von 4,8 % knapp über der 4-Mrd.-Grenze und damit zahlenmäßig wichtigste Tubenart. Der Rückgang in der Produktion von Aluminiumtuben ist sicher zu einem großen Teil durch die schrumpfende Nachfrage aus dem Pharma-Sektor und dem rückläufigen Markt für Haarfarben zu erklären. Vor allem der schwächelnde Kosmetikmarkt ist für die deutlichen Verluste bei Kunststofftuben verantwortlich: Hier sinkt die Produktion im Jahr 2009 um 11,8 % und fällt mit 2,79 Mrd. wieder deutlich unter die 3-Mrd.-Grenze, die 2008 noch überschritten wurde.

Diese Marke von 3 Mrd. Tuben verpasst zwar auch knapp die Gesamtproduktion von Laminattuben. Aber mit einem Plus von knapp 1 % gegenüber dem Vorjahr wird das Krisenjahr 2009 für Laminattuben mit 2,9 Mrd. produzierter Tuben sogar noch zu einer kleinen Erfolgsgeschichte.

Rückblickend herrschte 2009 kostenbedingt ein Trend zu einfacheren Ausstattungen von Tuben, zum Beispiel beim Dekor und bei den Verschlüssen, sowie eine Verlagerung der Absatzkanäle vom exklusiven Fachhandel hin zu den Discountern. Nach wie vor stellt eine extrem kurzfristige Auftragserteilung durch die Kunden mit sehr kurzen Lieferzeiten und zunehmend kleineren Losgrößen die europäische Tubenindustrie vor zusätzliche Herausforderungen in einem ohnehin schwierigen Umfeld.

Auch wenn die Konjunktur im ersten Quartal 2010 wieder leicht angezogen hat, Entwarnung gibt der Generalsekretär der etma keineswegs: „Eindeutige Signale für eine nachhaltige Trendwende sehe ich noch nicht. Zwar gibt es eine leicht erhöhte Nachfrage aus den Kernmärkten, teils durch neue Produkte, teils durch Relaunches. Und auch die Kunden nehmen wieder mehr Tuben auf Lager. Doch einer steigenden Zuversicht beim europäischen Verbraucher stehen steigende Arbeitslosenzahlen und mögliche negative Auswirkungen von Sparprogrammen der europäischen Regierungen gegenüber. Eine seriöse Prognose für die Entwicklung der Tubenmärkte in der zweiten Hälfte diesen Jahres lässt sich deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht stellen.“

Unternehmen

ETMA european tube manufacturers association Haus der Metalle

Am Bonneshof 5
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