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In den vergangenen sechs Monaten sind die Kosten für häufig gebrauchte Rohstoffe zur Herstellung von Druckfarben und –lacken weltweit um mehr als 30%, in einigen Fällen sogar um über 50% gestiegen. Trotz aller Anstrengungen zur Kostendämpfung sind die Druckfarbenhersteller nicht in der Lage, solche massiven Kostensteigerungen aufzufangen, teilt der europäische Druckfarbenverband, European Printing Ink Association (EuPIA), mit. Die ernste Lage bei Druckfarbenrohstoffen und Zwischenprodukten wird durch Verknappungen in der Lieferkette verursacht, beispielsweise durch Abbau von Lagerbeständen. Dazu kommt eine zunehmende Nachfrage nach diesen Materialien insbesondere in den Wachstumsmärkten. Allerdings wird diese Nachfragesteigerung vor allem durch andere Industriezweige hervorgerufen als der Druckfarbenindustrie. Zahlreiche weltweit tätige Chemiekonzerne und die Hersteller von Pigmenten und Zwischenprodukten haben für ihre Produkte mit sofortiger Wirkung Preiserhöhungen angekündigt bzw. eingeführt. Eine Vielzahl von wichtigen Druckfarbenbestandteilen ist hiervon betroffen: Pigmente, Bindemittel, Füllstoffe und Lösemittel unterliegen je nach chemischer Zusammensetzung unterschiedlich starkem Preisdruck. EuPIA sieht diese Entwicklung als zusätzliche Belastung für die Druckbranche an, die derzeit durch Null- oder Negativwachstum gekennzeichnet ist. Wie in der Vergangenheit werden die Unternehmen der Druckfarbenindustrie alles daran setzen, die höheren Kosten weiterhin durch interne Rationalisierungsmaßnahmen, Verbesserungen der Rezepturen und Effizienzsteigerungen aufzufangen. EuPIA weist allerdings darauf hin, dass sich die drastischen Kostensteigerungen auf die gesamte Rohstoffpalette erstrecken und dass keine kurzfristige Entlastung in Aussicht steht.