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Interview mit Guido Spix, Multivac:
Multivac als Hersteller von Verpackungsmaschinen und Verpackungslösungen aller Art setzt mit seiner Innovationskraft weltweit Akzente. Im Vorfeld der interpack sprachen wir mit Guido Spix, Geschäftsführer und CTO bei Multivac, über die klare Ausrichtung des Unternehmens und dessen Erfolgsstrategie.

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„Mittlerweile sind wir weltweit der einzige Anbieter von Tiefziehverpackungsmaschinen, Traysealern und Kammermaschinen, der in diesen Segmenten ein so vollständiges und umfassendes Produktprogramm anbieten kann.“

Guido Spix, Geschäftsführer und CTO bei Multivac (Fotos: Multivac)

„Mittlerweile sind wir weltweit der einzige Anbieter von Tiefziehverpackungsmaschinen, Traysealern und Kammermaschinen, der in diesen Segmenten ein so vollständiges und umfassendes Produktprogramm anbieten kann.“
Guido Spix, Geschäftsführer und CTO bei Multivac (Fotos: Multivac)


neue verpackung:
Herr Spix, welche Schwerpunkte hat Multivac bei seiner Innovationsstrategie in den letzten Jahren gesetzt – und welche Schwerpunkte kommen in den nächsten Jahren hinzu?
Guido Spix: Wie man an unserem Portfolio erkennen kann, haben wir uns in den letzten Jahren vor allem darauf konzentriert, strategische Lücken in unserem Produktprogramm zu schließen. Mittlerweile sind wir weltweit der einzige Anbieter von Tiefziehverpackungsmaschinen, Traysealern und Kammermaschinen, der in diesen Segmenten ein so vollständiges und umfassendes Produktprogramm anbieten kann. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Innovationsstrategie war und wird auch in Zukunft die Entwicklung von Peripherielösungen sein. Hierunter verstehe ich unter anderem Lösungen für die Automatisierung von Prozessen oder Lösungen für das Handling, das heißt die Zu- und Abführung von Produkten. Fassen wir alle Produktneuentwicklungen seit 2005 zusammen, so hat Multivac in diesem Zeitraum die Anzahl der Produkte nahezu verdoppelt. Auf der interpack werden wir unseren Kunden übrigens wieder interessante Neuentwicklungen in den Bereichen Verpackung, Handhabung und Kennzeichnung präsentieren. Dazu zählen unter anderem die R 085, ein neues Einstiegsmodell für das automatische Tiefziehverpacken sowie eine komplette Neuentwicklung unserer Transportbandetikettierer, in der erstmals eine neue Generation von Etikettenspendern verbaut ist.

neue verpackung: Welche kunden-/marktseitigen Anforderungen liegen dieser Ausrichtung zugrunde?
Guido Spix: Wir sind davon überzeugt, dass die Wirtschaftlichkeit der Verpackungsprozesse bei unseren Kunden im Wesentlichen von der Dimensionierung ihrer Verpackungslösung abhängt. Diese darf weder über- noch unterdimensioniert sein. Hieraus ergibt sich zwangsläufig die Aufgabe, ein Portfolio zu entwickeln, das hinsichtlich der Performance so abgestuft ist, dass hiermit die unterschiedlichen Leistungsanforderungen unserer Kunden abgedeckt werden können. Dies gilt im Übrigen nicht nur für den Verpackungsprozess, sondern auch für Automatisierungslösungen sowie Lösungen für Kennzeichnung und Qualitätsinspektion.

neue verpackung: Welche (Verpackungs-)Technologien benötigt der Markt in Zukunft und wie sind diese zu priorisieren?
Guido Spix: Es gibt mehrere Fragestellungen, auf die wir als führender Hersteller von Verpackungslösungen Antworten bereithalten müssen. Dies ist zum einen die Nachfrage nach Verpackungskonzepten, die eine hohe Packstoffeffizienz gewährleisten. Entsprechende Konzepte sind nicht nur aus Gründen der Ressourcenschonung wichtig, sondern tragen auch maßgeblich zur Wirtschaftlichkeit dieser Technologien bei unseren Kunden bei. Ebenso vermerken wir eine steigende Nachfrage nach energieeffizienten Konzepten. Ein weiterer wichtiger Trend ist die Nachfrage nach Verpackungslösungen, die sich durch eine hohe Flexibilität hinsichtlich ihres Einsatzes auszeichnen. Hierzu tragen unter anderem Lösungen für ein einfaches Umrüsten der Maschinen auf unterschiedliche Packungsformate bei. Aber auch hinsichtlich der Rückverfolgbarkeit von Prozessen und der Qualitätsinspektion werden immer höhere Anforderungen an uns gestellt.

„Wir sind davon überzeugt, dass die Wirtschaftlichkeit der Verpackungsprozesse bei unseren Kunden im Wesentlichen von der Dimensionierung ihrer Verpackungslösung abhängt.“

„Wir sind davon überzeugt, dass die Wirtschaftlichkeit der Verpackungsprozesse bei unseren Kunden im Wesentlichen von der Dimensionierung ihrer Verpackungslösung abhängt.“

neue verpackung: Gibt es auch in Ihren Märkten Schrittmachertechnologien, die sich durch ein besonders hohes Innovationspotenzial auszeichnen?
Guido Spix: Zur Verbesserung der Energieeffizienz und Reduzierung des Packstoffverbrauchs haben wir den Einsatz von Servo-Motoren und Sensorik mit viel Aufwand vorangetrieben. Hier bietet Multivac eine Reihe von interessanten Lösungen an. Ich möchte an die taktweise positionierbaren Hubwerke erinnern, die wir erstmals auf der IFFA ausgestellt haben. Zusätzlich sehen wir uns inzwischen als Marktführer für hoch automatisierte Verpackungslinien in unserer Branche. Neben einem erfahrenen Team an Experten können wir auf einen umfangreichen Baukasten von eigen entwickelten und gefertigten Automatisierungskomponenten zurückgreifen.

neue verpackung: Multivac bezeichnet sich als Innovationsführer. Was machen Sie besser als die Konkurrenz?
Guido Spix: Bei Multivac arbeiten etwa 100 Mitarbeiter an der Entwicklung von neuen Produkten. Hierbei konzentrieren wir uns nicht nur auf die Entwicklung von Verpackungslösungen für unsere angestammten Märkte im Lebensmittelbereich, sondern entwickeln auch Lösungen für die Verpackung von Medizingütern und Industrieprodukten. In diesem Jahr werden wir wieder zehn Millionen Euro in die Produktneuentwicklung investieren. Gestützt wird unsere Innovationsstrategie durch ein konsequentes Patentmanagement, das wir in den letzten Jahren in unserem Hause etabliert haben. Die Anzahl der seit 2002 angemeldeten Patente beträgt etwa 250. Im letzten Jahr haben wir etwa eine Million Euro in den Schutz unseres geistigen Eigentums investiert und werden diese Strategie auch in Zukunft konsequent fortführen.

neue verpackung: Wie werden Innovationsstrategie/Technologieentwicklung bei Multivac gesteuert?
Guido Spix: Für die Entwicklung unserer Verpackungslösungen haben wir schon seit vielen Jahren einen Produktentwicklungsprozess implementiert. Dabei obliegt die Produktentwicklung den jeweiligen Geschäftsbereichen. Die Weiter- und Neuentwicklung von Technologien, von denen mehrere Geschäftsbereiche profitieren, erfolgt durch interdisziplinäre Teams.

neue verpackung: Inwiefern hängen Innovationsstrategie und Unternehmensstrategie von Multivac zusammen? Oder anders gefragt: Nach welchen strategischen Zielen werden Sie künftig Technologie-investitionen tätigen?
Guido Spix: Unsere Innovationsstrategie ist ein elementarer Baustein zur Erreichung unserer Unternehmensstrategie. Unsere Vision ist es, weltweit führender Anbieter von Verpackungslösungen zu sein. Hierbei konzentrieren wir uns nicht nur auf die Entwicklung von Verpackungsmaschinen, sondern auf die Entwicklung von ganzheitlichen Verpackungslösungen, die Lösungen für Produkthandling, Automatisierung von Prozessen, aber auch Qualitätskontrolle und Kennzeichnung beinhalten. Hierbei ist unser Tätigkeitsfeld nicht auf die Verpackung von Lebensmitteln beschränkt, sondern schließt auch andere Märkte und Anwendungsgebiete, wie die Medizingüterindustrie oder Hersteller von Non-Food-Produkten mit ein. Ebenso richten wir unser Portfolio auch an unterschiedlichen regionalen Anforderungen aus, da die Anforderungen unserer Kunden in industrialisierten Ländern stark von den Anforderungen unserer Kunden in Schwellenländern abweichen.

neue verpackung: Wie wirkt sich die Innovationsstrategie von Multivac auf die Produktstrategie aus?
Guido Spix: Unsere Innovationsstrategie spiegelt sich in unserer Produktstrategie wider.

neue verpackung: Werden Sie weitere Akquisitionen tätigen, um Ihr Produktspektrum/insbesondere Automatisierungslösungen zu erweitern?
Guido Spix: Wir haben vor zwei Jahren die Firma Trimaster in Finnland akquiriert. Die sind unter anderem im Bereich Palettieren spezialisiert und haben damit unser Produktportfolio ergänzt. Doch das starke Wachstum, das unsere Unternehmensgruppe in den vergangenen Jahren verzeichnen konnte, beruht weitestgehend auf organischem Wachstum, das heißt auf Wachstum aus eigener Kraft. Auch die Entwicklung von Automatisierungslösungen wurde in den letzten Jahren größtenteils durch eigene Ressourcen getätigt. Akquisitionen sind von daher nicht dringend notwendig, da im Produktportfolio der Automatisierung nicht mehr viel fehlt.

250 Patente hat Multivac seit 2002 angemeldet.

Für Sie entscheidend
Über Multivac
Multivac ist nach eigenen Angaben Marktführer bei Tiefziehverpackungsmaschinen und Hersteller eines umfangreichen Portfolios an Traysealern, Vakuumkammermaschinen, Kammerbandmaschinen, Etikettierern, Qualitätskontrollsystemen und Automatisierungslösungen, bis hin zu schlüsselfertigen Linien. Multivac verpackt Lebensmittel aller Art, medizintechnische und pharmazeutische Produkte sowie Industriegüter und baut dabei auf innovative Spitzentechnologie, umfassende Produktkompetenz sowie langjährige Branchenerfahrung.
Die Multivac Gruppe beschäftigt weltweit etwa 4.100 Mitarbeiter, davon 1.500 am Hauptsitz in Wolfertschwenden (Allgäu), wo die Konstruktion und Montage aller Maschinen erfolgt. Seit Gründung 1961 wurden weltweit über 115.000 Multivac Maschinen verkauft. Niederlassungen und Verkaufsbüros in mehr als 65 Ländern bieten den Kunden ein dichtes Service- und Vertriebsnetz.

Trends bei  Verpackungsmaschinen

  • Packstoffeffizienz
  • Energieeffizienz
  • hohe Flexibilität hinsichtlich des Einsatzes (einfaches Umrüsten der Maschinen auf unterschiedliche Packungsformate)
  • Rückverfolgbarkeit von Prozessen
  • hohe Anforderungen an Qualitätsinspektion

Unternehmen

Multivac Sepp Haggenmüller SE & Co.KG

Bahnhofstr. 4
87787 Wolfertschwenden
Deutschland

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