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Die Papierfabrik Reflex in Düren wird zum 1. Februar von deutschen Investoren übernommen. Als Mehrheitsgesellschafter zählen zu den Investoren ein privates Familienkonsortium und der Papierverarbeiter May+Spies. Reflex soll als unabhängiges und selbstständiges Unternehmen operieren. Details zum Erwerb der neugegründeten Reflex wurden nicht bekannt gegeben.

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Das neue Businessmodell von Reflex baut zunächst auf vier Geschäftsfelder. Unter „Grafische Papiere“ sollen Marken wie Gohrsmühle, Zeta, Efalin, Zanders T2000 und andere aus dem Programm der „Zanders Premium Papiere“ weiterhin produziert und international vermarktet werden. Dieser Bereich wird mit weiteren Marken ausgebaut. Der Bereich der „hochwertigen, ungestrichenen Etikettenpapiere“ zeige bereits Potenzial und soll in Zukunft eine stärkere Säule der Produktpalette bilden, so Reflex. Bei den „technischen Papieren“ verfüge das Unternehmen über Produkte mit anerkannten Alleinstellungsmerkmalen. In Kürze soll ein viertes Geschäftsfeld eines Wettbewerbers übernommen werden. Dazu wurde bereits eine Absichtserklärung (Letter of Intent) unterzeichnet.

Zum 1. Februar 2015 übernehmen deutsche Investoren die Papierfabrik Reflex in Düren. (Foto: Reflex)

Zum 1. Februar 2015 übernehmen deutsche Investoren die Papierfabrik Reflex in Düren. (Foto: Reflex)

Reflex plant, neue oder zurzeit ruhende Märkte zu erschließen. Schwerpunktmarkt sei zunächst die DACH-Region. Auch den europäischen Markt will Reflex ausbauen sowie nach Übersee expandieren.

Kosteneinsparungen führten zu Personalabbau

Wie Reflex mitteilte, planen die Investoren für die kommenden Jahre umfangreiche Investitionen in die Produktionsanlagen. Der Bau eines neuen Kraftwerks zur Dampf- und Energieversorgung wird eine der ersten Investitionen sein. Die Prozesse hierzu seien bereits eingeleitet worden.

Bei der Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Oktober 2013 schätzte der Insolvenzverwalter Mark Boddenberg das Potenzial bei Reflex positiv ein. Zusammen mit Verantwortlichen aus allen Bereichen des Unternehmens wurden restriktive Maßnahmen zur Neustrukturierung durchgeführt. Erforderliche Kosteneinsparungen führten zum Abbau des Personals um rund ein Drittel auf 67 Mitarbeiter.

Harald Heine von Bogner-Gottschalk-Heine-Unternehmensberater begleitete im Auftrag von Boddenberg seit Eröffnung der Insolvenz den Prozess bei Reflex. Er entwickelte zum Beispiel das neue Businessmodell und begleitete den Verkaufsprozess.

Neuer Geschäftsführer für neue Reflex

Der bestellte Geschäftsführer der neuen Reflex GmbH & Co. KG, Hariolf Koeder, ist seit Ende 2013 an der Seite von Heine als Berater für Reflex aktiv. Seit mehr als 25 Jahren in der Papierindustrie tätig, verfügt Koeder über Erfahrungen im Restrukturierungsbereich, internationalen Vertrieb und speziell in der Neuausrichtung von Unternehmen.

(mns)