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Im Gespräch: Michael Krüger, Commercial Director Coated Paperboard & Recycled Specialities bei International Paper, zum erneuerten, im Juli 2014 am Markt eingeführten Primärfaserkarton „Alaska Plus“ seines Unternehmens. Der leichtgewichtige Faltschachtelkarton mit einem gesenkten Flächengewicht ist eine direkte Antwort auf die wachsende Forderung der Kunden nach wirtschaftlich attraktiven und umweltverträglicheren Verpackungslösungen.

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Alaska Plus ist besonders zur Verpackung von pharmazeutischen Produkten, Kosmetika und Gesundheitsartikeln sowie für Schokolade und alle Arten von trockenen Lebensmitteln geeignet. (Foto: International Paper)

Alaska Plus ist besonders zur Verpackung von pharmazeutischen Produkten, Kosmetika und Gesundheitsartikeln sowie für Schokolade und alle Arten von trockenen Lebensmitteln geeignet. (Foto: International Paper)

 

 Hersteller von Faltschachteln sowie die verpackende Industrie können ohne leistungsbedingte Einschränkungen auf Alaska Plus wechseln und gleichzeigt alle Vorteile eines modernen, leichtgewichtigen Faltschachtelkartons nutzen. (Foto: International Paper)

Hersteller von Faltschachteln sowie die verpackende Industrie können ohne leistungsbedingte Einschränkungen auf Alaska Plus wechseln und gleichzeigt alle Vorteile eines modernen, leichtgewichtigen Faltschachtelkartons nutzen. (Foto: International Paper)

 

neue verpackung: Herr Krüger, der erneuerte GC2 Chromokarton „Alaska Plus“ von International Paper ist im Vergleich zum Vorgänger „Alaska“ um sechs, sieben Prozent leichter im Flächengewicht. Wie ist dieser viel beachtete Entwicklungssprung möglich geworden?
Michael Krüger: Da haben viele Maßnahmen zusammen gewirkt. Wir haben in der Papiermaschine in Kwidzyn einen neuartigen Kalander installiert, der bei der Satinage weniger mechanischen Druck ausübt. Darüber hinaus wurden auch noch andere Einstellungen an der Maschine neu modifiziert.
neue verpackung: Wie lange dauert so ein Entwicklungsprozess, vom ersten Impuls bis zum Einsatz in der Produktion?
Michael Krüger: In diesem Fall etwa anderthalb Jahre. Zunächst mussten erst mal die neuen Aggregate hergestellt und überprüft werden. Während der Montage waren dann ein paar Hundert Fremdarbeiter in Kwidzyn, die jeden Tag von sieben bis sieben gearbeitet haben. Die Maschine wurde komplett auseinander genommen, während gleichzeitig ein anderes Produktsegment in der Halle weiter lief. Durch gute Vorausplanung gab es aber auch in diesen drei Wochen Stillstand keine Engpässe in der Produktion. Unsere Kunden sollen ihr Material ja übers ganze Jahr und ohne Pause erhalten.

neue verpackung: Was war denn der Auslöser dafür, an der Schraube Flächengewicht zu drehen?
Michael Krüger: Wir haben schon länger beobachtet, dass der Trend bei unseren Kunden – und den Kunden unserer Kunden – in Richtung Nachhaltigkeit geht. Alle wollen nachhaltiger produzieren und Material einsparen. Da ist ein leichtgewichtigeres Produkt der beste Weg. Alaska Plus ist effizienter und nachhaltiger in der Nutzung – und damit ökonomisch wie ökologisch die bessere Alternative.
neue verpackung: In diesen Wettbewerbsvorteil haben Sie nach eigenen Angaben rund 60 Millionen Dollar in Kwidzyn investiert. Überwiegend Materialkosten oder Manpower-Stunden?
Michael Krüger: Das lässt sich aus dem Stand nicht so genau runterbrechen. Ein großer Batzen ging natürlich an die Mitarbeiter der Fremdfirmen, die am Umbau der Kartonmaschine arbeiteten. Ein weiterer Teil wurde für den neuen Kalander aufgewendet. Außerdem wurden auch in kleineren Teilen der Maschine Veränderungen durchgeführt, damit sie bei gleicher Kapazität etwas schneller laufen kann. Darüber hinaus haben wir in zwei neue Querschneider investiert. Damit kommen wir einem anderen Trend nach: Noch schneller auch kleinere Mengen liefern zu können.

neue verpackung: Es geht also seither noch schneller, noch flexibler, ohne dass die Performance darunter leidet?
Michael Krüger: Richtig, wir können dadurch auch kleinere Aufträge noch schneller bedienen. Unser Kwidzyn X-Press Service gewährleistet, dass jedes Format ab einer Tonne aufwärts innerhalb von vier Tagen fertig produziert ist. Bei soviel mehr Einrichtungszeiten müssen Sie generell mehr Schneidekapazitäten vorhalten. Außerdem können die neuen Querschneider noch besser Staub und ausbrechende Fasern absaugen, das bedeutet auch noch mal mehr Qualität.
neue verpackung: Da sind wir bei den Tugenden. Welche anderen Vorteile bietet „Alaska Plus“, über das reduzierte Flächengewicht hinaus?
Michael Krüger: Das reduzierte Gewicht steht ja auch für mehr Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Es bedient Kunden, die ihren Verpackungsaufwand erklärtermaßen reduzieren wollen und gleichzeitig ökonomisch denken. Sie holen jetzt sechs, sieben Prozent mehr Karton aus der gleichen Tonne heraus und zahlen unterm Strich weniger pro Quadratmeter. Außerdem ist „Alaska Plus“ sehr gut bedruckbar, hat eine enorm glatte Oberfläche und lässt sich als Faltschachtelkarton noch besser verkleben als „Alaska“.

neue verpackung: Welches Interesse hat der Markt an dem Produkt gezeigt, wie kommt es bei den Kunden an?
Michael Krüger: Viele haben sich für die neuen Vorteile von „Alaska Plus“ interessiert und das Produkt zunächst auf ihren Anlagen getestet. Sie bestätigten uns aus ihrer Praxis, dass sich an der Performance von „Alaska“ nichts geändert hat. Inzwischen haben etliche bereits auf den neuen Karton umgestellt. Das macht uns sehr zuversichtlich, dass wir mit ihm unsere Stellung am weltweiten Markt sogar noch ausbauen können.      
neue verpackung: Sie haben „Alaska Plus“ also vorab von Anwendern ausprobieren lassen?
Michael Krüger: Wir testen das Material natürlich zuerst bei uns. Danach haben wir es aber auch bei projektierten Kunden aus unseren bewährten Segmenten Pharma, Health Care, Beauty Care und Lebensmittel laufen lassen. Vom Bedrucken über die Weiterverarbeitung bis zur Performance in der Verpackungsanlage wurde alles geprüft – ohne die geringste Beeinträchtigung.

neue verpackung: Also mindestens gleiche Qualität bei weniger Flächengewicht?
Michael Krüger: Die konstante Qualität unserer Kartons ist für uns der wichtigste Punkt. Wir bestreiten in Kwidzyn einen Großteil der Produktion aus eigenen Zutaten, von den diversen Fasern bis zu den Streichmitteln. Durch diese integrierte Produktion können wir optimal Einfluss nehmen um die Qualität zu halten bzw. noch zu verbessern. Wir sprechen ja über einen der komplexesten Produktionsprozesse in der Industrie, das sollte man nie vergessen.

Michael Krüger, Commercial Director Coated Paperboard & Recycled Specialities bei International Paper: „Alaska Plus bedient Kunden, die ihren Verpackungsaufwand erklärtermaßen reduzieren wollen und gleichzeitig ökonomisch denken. Unsere Kunden holen jetzt sechs, sieben Prozent mehr Karton aus der gleichen Tonne heraus und zahlen unterm Strich weniger pro Quadratmeter.“ (Foto: International Paper)

Michael Krüger, Commercial Director Coated Paperboard & Recycled Specialities bei International Paper: „Alaska Plus bedient Kunden, die ihren Verpackungsaufwand erklärtermaßen reduzieren wollen und gleichzeitig ökonomisch denken. Unsere Kunden holen jetzt sechs, sieben Prozent mehr Karton aus der gleichen Tonne heraus und zahlen unterm Strich weniger pro Quadratmeter.“ (Foto: International Paper)

neue verpackung: Erfordert die Umstellung auf „Alaska Plus“ bei den Anwendern nicht Umrüstungen an den Maschinen?
Michael Krüger: Überhaupt nicht. Bei den Versuchen musste hier und da mal etwas an der Feinjustierung getan, aber in keinem Fall umgerüstet werden. Das ist für unsere Kunden sehr wichtig. Im Augenblick sind wir auch voll im Plan mit den Umsätzen, die wir mit dem erneuerten Produkt anstreben, und haben dementsprechend keine Veranlassung, am Erfolg auf dem Markt zu zweifeln.

neue verpackung: Und was passiert mit dem Vorgänger „Alaska“?
Michael Krüger: Ab Juli 2015 werden wir nur noch „Alaska Plus“ produzieren, neben „Arktika“ natürlich. Deshalb haben wir auch dafür gesorgt, dass „Alaska Plus“ in allen Kundensegmenten genauso gut wie „Alaska“ funktioniert, und zwar in allen geographischen Regionen. Unser Kernmarkt ist aber Europa, ganz klar.
neue verpackung: Ist dieses erneuerte Produkt für International Paper schon das Ende der Fahnenstange?
Michael Krüger: Natürlich nicht. Wir wollen dem Trend zu mehr Nachhaltigkeit weiter Rechnung tragen und unsere Produkte in Zukunft wenn möglich noch leichtgewichtiger machen. Also werden wir die Technologie dafür immer weiter verbessern.

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