-

Über 166.000 Besucher informierten sich Mitte Juni an fünf Tagen über die Angebote der 3.813 Aussteller für die Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie. „Uns freut besonders, dass nicht nur die Zahlen stimmen, sondern offensichtlich auch die Qualität der Veranstaltung von allen Teilnehmern als sehr gut wahrgenommen wurde“, sagte Dr.-Ing. Thomas Scheuring, Geschäftsführer der Dechema Ausstellungs-GmbH, in einer ersten Einschätzung.

Anzeige
Mekka der Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie: Fünf Tage lang war die hessische Metropole Frankfurt das Schaufenster der Innovationen. 
(Foto: Helmut Stettin/Dechema)

Mekka der Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie: Fünf Tage lang war die hessische Metropole Frankfurt das Schaufenster der Innovationen. (Foto: Helmut Stettin/Dechema)

Die Ausstellungsfläche von 133.436 m² verteilte sich auf elf Ausstellungsgruppen. Deutliche Zuwächse gab es in der Pharma-, Verpackungs- und Lagertechnik, wo zwei zusätzliche Ausstellungsflächen angemietet wurden, sowie in der Mess-, Regel- und Prozessleittechnik. Gut besucht war Halle 3, in der die namhaften Vertreter der Verpackungsbranche glänzten. Auf über 1.000 m2 zeigte Bosch Packaging Technology anhand einer Kombination aus Exponaten und multimedialen Präsentationen exemplarische Linienkonfigurationen für unterschiedliche Therapiegebiete.

Schubert-Pharma, Crailsheim, trat in Frankfurt als Partner für die pharmazeutische Industrie auf. Zu den vorgestellten Innovationen gehörte der Prototyp der weltweit ersten Verpackungsmaschine ohne Schaltschrank. Auf einer weiteren Schubert-Anlage wurde die flexible Verpackung von Beuteln mit Einwegspritzen samt Beipackzetteln in unterschiedlichen Lagenbildern demonstriert.

Beratungsportfolio für die pharmazeutische Industrie: Schubert-Pharma zeigte unter anderem, wie Kunden mit fundiertem Engineering-Know-how bei der Zukunftsplanung für Produktionslinien unterstützt werden können. (Foto: Jean-Luc Valentin/Dechema)

Beratungsportfolio für die pharmazeutische Industrie: Schubert-Pharma zeigte unter anderem, wie Kunden mit fundiertem Engineering-Know-how bei der Zukunftsplanung für Produktionslinien unterstützt werden können. (Foto: Jean-Luc Valentin/Dechema)

Mit moderierten Experten-Interviews auf dem Messestand ging die Optima Packaging Group GmbH beispielsweise der Frage nach, welche Trends in der pharmazeutischen Gefriertrocknung derzeit maßgeblich sind. Ein Fokus lag auch auf der Füll- und Verschließtechnik mit der Fragestellung, wie werden Füll- und Verschließprozesse bestmöglich auf kleine Batches, hohe Formatvielfalt und die Isolatortechnologie vorbereitet?

Bestens besucht waren auch die Stände der fünf Excellence United Partner Bausch + Ströbel Maschinenfabrik, Fette Compacting GmbH, Glatt GmbH, Harro Höfliger Verpackungsmaschinen GmbH sowie Uhlmann Pac-Systeme GmbH & Co. KG. Seit 2011 bündeln diese deutschen Spezialmaschinen- und Anlagenhersteller in dieser Allianz ihre Kompetenzen für die pharmazeutische Industrie. Das Angebot deckt die gesamte Wertschöpfungskette der Pharmaproduktion ab: von der Entwicklung über die Herstellung bis zur Verpackung. In den vergangenen vier Jahren haben die Unternehmen der Excellence United gezielt in den Aufbau eines weltweiten Vertriebs- und Servicenetzwerks investiert und betreiben unter anderem ein gemeinsames Service Portal.

Kontrollieren und Kennzeichnen

Natürlich stand auf der Achema auch das Thema Kennzeichnen im Fokus. Um Arzneimittel im Zuge der EU-Fälschungsrichtlinie zu serialisieren, stellte Atlantic Zeiser die Software Medtracker vor. Mit der Lösung lassen sich für alle internationalen Rechtsvorschriften Codes generieren, verteilen, drucken, aggregieren und nachverfolgen – inklusive der kompletten Nach- und Rückverfolgung für Track-&-Trace- oder Pedigree-Anwendungen. Medtracker kann nicht nur auf den üblichen drei Verpackungshierarchie-Stufen (Einzelprodukt, Umkarton und Palette) Daten erfassen und aggregieren. Anwender können beliebig viele weitere Stufen ohne Programmierung hinzufügen. Da die Medtracker-Software echtzeitfähig ist, erfüllt sie auch die schnellen Reaktionszeiten an Verpackungslinien.

Futuristisches Maschinendesign: Maschinen müssen heute mehr als nur funktional
 sein, sie müssen auch gefallen. (Foto: Jean-Luc Valentin/Dechema)

Futuristisches Maschinendesign: Maschinen müssen heute mehr als nur funktional sein, sie müssen auch gefallen. (Foto: Jean-Luc Valentin/Dechema)

Eine andere Variante der Fälschungssicherheit schlägt das in Karlsruhe ansässige Unternehmen Romaco vor. Zusammen mit dem Partner Nano 4 U entwickelte das Unternehmen ein System zum fälschungssicheren Kennzeichnen von Blisterverpackungen. Auf der Achema konnten Besucher es im Einsatz in der Blisterlinie Noack 960 sehen. Dabei prägt ein individueller Hologrammstempel inline ohne Verwendung zusätzlicher Materialien die Primärverpackung. Sichtbare Hologramme mit Logo, Buchstaben- oder Zahlenkombination zeigen dem Anwender auf den ersten Blick, dass ein Original vorliegt. Zusätzlich können unsichtbare Codes in der Hologrammstruktur hinterlegt werden. Ein versteckter Datamatrix-Code beispielsweise kann dann mithilfe eines Laserpointers verifiziert werden, ein Mikrotext mit einem Mikroskop. Die Sicherheitsmerkmale werden über ein beheiztes Codierwerkzeug aufgebracht – laut Romaco bieten die Prägestempel aufgrund des technischen Anspruchs eine hohe Barriere gegen Fälscher.

Tanz der Vials: Alles rund um die Pharmaverpackung war in Frankfurt in Halle 3 zu sehen. (Foto: Michael Schulte/Dechema)

Tanz der Vials: Alles rund um die Pharmaverpackung war in Frankfurt in Halle 3 zu sehen. (Foto: Michael Schulte/Dechema)

Rea Elektronik aus Mühltal stellte Thermo-Ink-Jet- und Lasersysteme zum Beschriften von Produkten mit maschinenlesbaren Bar- und Datamatrix-Codes vor, die die durchgängige Serialisierung und Rückverfolgung ermöglichen. Der HR-Drucker des Geschäftsbereichs Rea Jet etwa schafft mehr als 2.800 Serialisierungen pro Minute. Emissionsarme und lösemittelfreie Tinten erfüllen dabei die besonderen Ansprüche der Lebensmittel- und Pharmabranche. Sowohl die hochauflösenden Ink-Jet-Kennzeichnungssysteme der HR-Serie als auch die Laser-Systeme verfügen über frei parametrierbare digitale Ein- und Ausgänge – und lassen sich so in unterschiedliche Anlagen und Systeme integrieren.

Unternehmen

Atlantic Zeiser GmbH

Bogenstr. 6-8
78576 Emmingen
Deutschland

Zum Firmenprofil