-

Die Pharmabranche hat es zum Leitmotiv erhoben, Behörden beschäftigt es weltweit, Kunden fordern es allenthalben: die Sicherheit von Arzneimitteln. Christoph Ladegast, Geschäftsführer der Ladegast GmbH, sprach im Interview mit der neuen verpackung über die EU-Fälschungsrichtlinie und was Faltschachtelhersteller der Industrie bieten müssen.

Anzeige
Pharmazeuten erwarten von Faltschachtelherstellern technische Kompetenz in allen Prozessschritten – in der Entwicklung und Druckvorstufe sowie in den Druck-, Stanz- und Klebeprozessen. (Foto: Ladegast)

Pharmazeuten erwarten von Faltschachtelherstellern technische Kompetenz in allen Prozessschritten – in der Entwicklung und Druckvorstufe sowie in den Druck-, Stanz- und Klebeprozessen. (Foto: Ladegast)

neue verpackung: Welche Themen sind bei Ladegast derzeit aktuell?
Christoph Ladegast: Zurzeit gibt es viele wichtige Themen in der Pharma-Faltschachtel-Branche. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, unser Unternehmen und unser Leistungsportfolio in diesem Jahr auch auf der Fachpack in Nürnberg vorzustellen – dies unter dem Motto: „Alles aus einer starken Hand.“ Durch den EU-Fälschungsschutz mit der Vorgabe zur Serialisierung ist einer der Schwerpunkte das Megathema Sicherheit. Dies gilt gleichermaßen für den asiatischen und weitere Märkte. In Nürnberg zeigen wir entsprechende Produkte und natürlich die in unserem Haus entwickelte Prüfsoftware Image Compare, die mittlerweile in über 40 Ländern weltweit eingesetzt wird.

neue verpackung: Was erwarten Pharmazeuten von Faltschachtelherstellern?
Christoph Ladegast: An erster Stelle sicherlich technische Kompetenz in allen Prozessschritten, das heißt in der Entwicklung und Druckvorstufe sowie in den Druck-, Stanz- und Klebeprozessen. Dies sind bei den am deutschen Markt etablierten Herstellern obligatorische Standards. Das Mehr liegt im Detail. Unser Firmenleitsatz „Neues Denken. Neue Wege“ hat uns in der Zusammenarbeit mit unseren Pharmakunden immer wieder zu neuen Lösungsansätzen geführt. Das viel zitierte Win-Win ist für uns Basis einer partnerschaftlichen, langjährigen, engen und erfolgreichen Zusammenarbeit.

neue verpackung: Welchen Stellenwert messen Sie in Ihrem Haus der EU-Fälschungsrichtlinie bei?
Christoph Ladegast: Danke für diese sehr aktuelle Frage. Wir haben dieser Aufgabenstellung schon sehr früh Beachtung geschenkt und entsprechende komplexe, organisatorische sowie technische Voraussetzungen geschaffen und Investitionen getätigt. Schon seit geraumer Zeit setzen wir die gegebenen Anforderungen in vollem Umfang für unsere Kunden um. Eine besondere Herausforderung dabei war es, die entsprechenden Schnittstellen zwischen Pharmazeut und unserem Haus zu realisieren. Dies gilt insbesondere für ähnliche, tiefergehende Anforderungen aus dem asiatischen Markt. Unsere internen IT-Spezialisten mussten hier neue Standards im Datenhandling schaffen. Dieses Know-how steht unseren Kunden bei der Umsetzung der neuen Richtlinien im vollen Umfang zur Verfügung. Auch ein Punkt, den wir unter Win-Win verstehen.

neue verpackung: Neben dem Faltschachtel- und Packungsbeilagendruck bieten Sie auch Softwarelösungen an. Wie unterstützen diese Ihre Kunden im Pharmabetrieb?
Christoph Ladegast: Zu dieser Frage möchte ich etwas ausholen. In der Vergangenheit, aber auch heute noch, war und ist es üblich, die fehlerfreie Druckabwicklung mittels Rotfilm zu überprüfen. Ein langwieriger und nicht immer hundertprozentig sicherer Prüfprozess. Stellen Sie sich eine Packungsbeilage im größeren Format mit kyrillischer Schrift vor. Dieser muss sowohl im Druckereibetrieb als auch im Wareneingangsprozess des Pharmawerks geprüft und freigegeben werden. Schon in den 90er-Jahren wurde in unserem Haus die Idee geboren, diese Prüfungen digital durchzuführen. Wir leben in einer Zeit der digitalen Integration. Dies gilt gleichermaßen für die Pharma- und Druckbranche. Mit unserer Prüfsoftware Image Compare haben wir uns damals ein Alleinstellungsmerkmal als Vorreiter in der Idee, Entwicklung, Programmierung und Markteinführung dieser Prüftechnik geschaffen. Heute wird über die digitale Prüftechnik für bedruckte Packmittel in zahlreichen Seminaren referiert und unser System ist mittlerweile ein Industriestandard geworden. Image Compare wird im Pharmabetrieb, in der Kosmetik-, Lebensmittel- und Druckindustrie eingesetzt. Die Prüfsoftware ist in Nürnberg auf unserem Stand mit dabei.

Image Compare haben wir uns ein Alleinstellungsmerkmal als Vorreiter in der Idee, Entwicklung, Programmierung und Markteinführung der digitalen Prüftechnik geschaffen.“ Christoph Ladegast, Ladegast Pharma-Packaging (Foto: Ladegast)

Image Compare haben wir uns ein Alleinstellungsmerkmal als Vorreiter in der Idee, Entwicklung, Programmierung und Markteinführung der digitalen Prüftechnik geschaffen.“ Christoph Ladegast, Ladegast Pharma-Packaging (Foto: Ladegast)

neue verpackung: Wie sehen Sie Ihr Unternehmen für die Zukunft aufgestellt?
Christoph Ladegast: In der weiterhin rasant fortschreitenden Globalisierung sehen wir uns bei Ladegast als mittelständisches, gut aufgestelltes Faltschachtelwerk. Unser Familienunternehmen ist inzwischen 60 Jahre sehr erfolgreich am Markt, der Wechsel in die dritte Generation ist abgeschlossen. Ein junges, dynamisches und gleichermaßen langjährig erfahrenes Führungsteam ist gerüstet für die Zukunft. Mit ausgeprägter Flexibilität und unseren sehr kurzen Reaktionszeiten bedienen wir die vom Markt an uns gestellten Anforderungen in hohem Maße. Als innovatives Unternehmen sehen wir uns somit in einer guten Ausgangssituation für künftige Herausforderungen von Markt und Kunden.

 

Für Sie entscheidend
Über die Ladegast GmbH
Ladegast produziert Faltschachteln und Gebrauchsinformationen überwiegend für die pharmazeutische Industrie. Neben der Standard-Faltschachtel wird im Unternehmen eine ausgeprägte Nischenproduktion betrieben. Das Familienunternehmen wurde 1955 durch Walter Ladegast gegründet und hat seinen Sitz in Reichenau-Bodensee.

Unternehmen

Ladegast GmbH

Am Dachsberg 4
78479 Reichenau
Deutschland

Zum Firmenprofil