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Bestellung per Smartphone, individualisierte Produkte, Lieferung in zwei Stunden: Mit dem „Digital Lifestyle“ ist der „Ich-Alles-Sofort-Überall“-Konsument entstanden, der nahezu unabhängig von Raum und Zeit ein maßgeschneidertes Angebot und kurze Reaktionszeiten erwartet. Neue Modelle, wie Customer Co-Creation, revolutionieren den Wertschöpfungsprozess. Wollen Markenartikler und Verpackungshersteller in dieser vernetzten Welt wettbewerbsfähig bleiben, kommen sie mit traditionellen Denkmustern nicht weiter. Vielmehr gilt es, ihre Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette qualitativ zu überdenken, um alle – auch unentdeckte – Bedürfnisse zu decken und mehr Wert zu bieten.

Auf der von RLC produzierten speziellen Verpackungsvariante von Toblerone für den Bereich Duty Free 
lädt ein aufgedruckter Geschenkanhänger dazu ein, eine persönliche Botschaft oder den Namen des „Empfängers“ einzutragen. (Foto: RLC)

Auf der von RLC produzierten speziellen Verpackungsvariante von Toblerone für den Bereich Duty Free lädt ein aufgedruckter Geschenkanhänger dazu ein, eine persönliche Botschaft oder den Namen des „Empfängers“ einzutragen. (Foto: RLC)

Egal ob Lieblingsmüsli oder Getränkedose, die der eigene Kosename schmückt: die Individualisierung prägt die Konsum- und Markenwelt – mit entsprechenden Auswirkungen für Handel und Hersteller. Für „Co-Creation“ finden sich immer mehr Beispiele. Wenn sich der Verbraucher etwa sein eigenes Parfum zusammenstellt, wird er zum Designer und kauft schließlich Produkt und Herstellungsprozess in einem. Der Konsument ist in den Wertschöpfungsprozess eingebunden und mit den Unternehmen vernetzt. Was das für Verpackungshersteller heißt? Die Antwort ist einfach, aber keineswegs leicht umzusetzen: Innovations- und Produktionsprozesse müssen neu gedacht und organisiert werden.

Denn wer sich online seine Produkte selbst zusammenstellt, tritt mit seinen bevorzugten Marken in engen Kontakt. Der zunehmende Einsatz digitaler Technologien weckt gleichzeitig neue Bedürfnisse und sorgt für eine engere Vernetzung in allen Bereichen. So wünschen sich in Deutschland laut einer Studie der Unternehmensberatung Edelmann mehr als 80 Prozent der Konsumenten, mehr an der Welt ihrer Marken teilzuhaben. Und tatsächlich bieten QR-Codes und Augmented-Reality-Anwendungen im Design dazu vielfältige Möglichkeiten. Was auch heißt, dass sich die Beteiligten der Wertschöpfungskette besser und vor allem anders vernetzen müssen.

Gleichzeitig verändert die Digitalisierung unsere Gewohnheiten grundlegend: Bestellungen erfolgen oft unterwegs mit wenigen Klicks, die Lieferung am selben Tag dürfte bald schon für praktisch jedes Produkt selbstverständlich sein. Der Konsum findet vermehrt unterwegs statt; Convenience und Mobilität gewinnen weiter an Bedeutung. Das „Ich-Alles-Sofort-Überall“-Prinzip prägt den Konsumententypus der kommenden Jahre und stellt Markenartikler und Verpackungshersteller unter einen permanenten Zeit-, Innovations- und Kostendruck, der mit bisherigen Konzepten nicht zu meistern ist. Immer mehr kommt es darauf an, die Angebotskette so auszurichten, dass der Anbieter mit dem passenden Produkt im genau richtigen Moment auf den Markt kommt. Auch im Gesundheitsbereich unterliegt die Wertschöpfungskette einem Wandel. Damit zum Beispiel Medikamente vollständig zurückverfolgt werden können, müssen Pharmaunternehmen entweder in teure Lösungen investieren oder Verpackungshersteller in ihr Serialisierungsmanagement integrieren.

Individueller Lifestyle, bewusster Konsum

Auch die Qualitätsansprüche an die Verpackung nehmen zu. Mit der Individualisierung geht eine Premiumisierung einher: Das individuelle Lebensgefühl drückt sich verstärkt in bewusstem Konsum und dem Wunsch nach höherer Wertigkeit aus. Lohas (Lifestyle of Health and Sustainability) ist inzwischen breit in der Gesellschaft verankert. Dabei schließen sich Luxus und Nachhaltigkeit längst nicht mehr aus. Überhaupt muss im heutigen Massenmarkt die Verpackung mehr auffallen, mit Intelligenz punkten und mit ihrer Funktionalität immer wieder neu überraschen – wollen die Verbraucher doch gleichzeitig informiert und unterhalten werden. Da die Markenartikler die Kosten nicht anheben können, stehen Verpackungshersteller vor der Herausforderung, aufwendigere Verpackungslösungen effizient – und mit kurzer Time to Market – umzusetzen.

Diese Entwicklungen machen es unumgänglich, die Supply Chain noch einmal neu und komplett zu betrachten und Geschäftsmodelle zu überdenken, um dem Konsumenten von morgen einen Mehrwert bei gleichbleibenden Kosten zu bieten. In der Verpackungswertschöpfungskette müssen sich die Hersteller als ganzheitliche Systemanbieter in Design und Produktion noch viel stärker auf den Bedarf ihrer Kunden ausrichten und mit ihnen neue Wege der Zusammenarbeit finden. Das versteht man bei der RLC Packaging Group unter „Rethink Packaging“.

Die Supply Chain beginnt beim Design. Vom ersten Entwurf einer Verpackung muss die kosteneffiziente Realisierbarkeit im Fokus stehen – ohne irgendwelche Abstriche beim Design hinzunehmen. Dabei kommt dem Technologiewissen der Designer eine genauso große Bedeutung zu wie ihrer Kooperation mit Abpackspezialisten. Außerdem setzen auch Hersteller verstärkt auf digitale Technologien, um ihre Prozesse mit denen ihrer Partner noch intensiver zu verknüpfen. Ein Beispiel liefert PAS Media – eine webbasierte Artwork Management Lösung, die alle Beteiligten auf einer globalen Plattform transparent vernetzt und so den reibungslosen Ablauf eines Verpackungsprojekts vom Druck bis zur Freigabe ermöglicht. Damit trägt die Software erheblich zu kurzer Time to Market bei.

Mit individuellen Lösungen schneller am Markt zu sein, setzt voraus, alle Prozesse innerhalb der Wertschöpfungskette nach Lean-Prinzipien neu zu gestalten und ganz am aktuellen Marktbedarf auszurichten. Nicht nur die vom Konsumenten geforderten kurzen Reaktionszeiten erfordern dies. Beispielsweise kann ein Markenartikler bei einer Produktinnovation nur bedingt einschätzen, wie sich das Produkt zunächst verkauft. Nimmt der Markt es besser an als erwartet, müssen alle Beteiligten der Wertschöpfungskette in der Lage sein, die notwendigen Komponenten schnellstmöglich nachzuliefern. Tritt der umgekehrte Fall ein, ist kurzfristige Flexibilität ebenfalls gefragt.

Um in solchen Fällen schnell reagieren zu können, müssen die Unternehmen Produktions- und Verwaltungsprozesse synchronisieren und die Lead Time über die gesamte Angebotskette so optimieren, dass die Durchlaufzeiten idealerweise den Bearbeitungszeiten entsprechen und alle Beteiligten so wenig Bestände wie möglich halten. Dadurch vermeiden sie Überproduktionen und Engpässe und können jederzeit ihre Produktion an die jeweiligen Kundenanforderungen anpassen. Lieferungen der exakten Menge erfolgen jeweils minutengenau (on-time in-full delivery).

Überflüssige Produkte? Raus aus der Supply Chain

Der Rethink-Ansatz wirkt sowohl dem Kostendruck als auch einem übermäßigen Ressourcenverbrauch entgegen. Wenn Markenartikler viele Produkte einführen, dehnen sie oft ihr Portfolio übermäßig aus.

Die Produktfamilien werden immer komplexer, die Anzahl der obsoleten Produkte nimmt zu. Diese überflüssigen Produkte gilt es aus der Angebotskette zu entfernen, indem alle Beteiligten gemäß dem Lean-Prinzip den Fokus auf die Wertsteigerung legen und alle Abläufe in der Angebotskette regelmäßig auf ihren Beitrag zur Wertschöpfung untersuchen.

Unternehmen

rlc | packaging group Leunisman GmbH

Andertensche-Wiese 18-25
30169 Hannover
Deutschland

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