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„Gegen den Strich – Bürstenmacher aus Todtnau“, lautet der Titel einer sehenswerten SWR-Reportage im Rahmen der Sendung „Landesschau unterwegs“, die vergangenes Jahr ausgestrahlt wurde. Die Zahoransky AG findet darin besonders Erwähnung. Schließlich hat sich das Unternehmen, das 1902 im Hochschwarzwald gegründet wurde, immer bestens am Markt behaupten können. Dass Zahoransky Bürstenmaschinen baut, ist vielleicht dem einen oder anderen bekannt. Dabei ist das Unternehmen seit über 30 Jahren auch im Bereich der Blistermaschinen ein anerkannter Spezialist.

Bleibt die Frage, warum das bisher nur Insider wissen. Frank Hübner, seit drei Jahren Head of Product Sales Packaging bei Zahoransky, klärt auf: „In der Bürstentechnologie sind wir der Weltmarktführer. Außerhalb dieses Nischenmarktes wurden die Verpackungsmaschinen nicht aktiv vermarktet.“ Was unglaublich klingt, ist dennoch wahr: Die Kunden kommen aus der ganzen Welt zu Zahoransky, weil das Unternehmen mit seinen innovativen Bürstenmaschinen herausragt. Die Tochterunternehmen im Ausland wurden erst in jüngster Zeit von reinen Serviceniederlassungen auch zu Vertriebsstandorten umgebaut.

Jede zweite Zahnbürste weltweit kommt heute aus einer Maschine, die im Hochschwarzwald gefertigt wurde. Aber Zahoransky ist seit Jahrzehnten mehr: Im Formenbau behauptet sich der Erfindergeist und die Offenheit für neue Wege seit annähernd 40 Jahren, bei Blistermaschinen gilt das seit 30 Jahren und auch in der Systemtechnik ist das Unternehmen längst ein geschätzter Partner.

Seit 2010 wandelt sich Zahoransky. Das neue Ziel ist klar umrissen, die Verpackungsnische soll verlassen werden. Für den Bereich Verpackungsmaschinen heißt das: ein aktiver Vertrieb hält nach neuen Märkten Ausschau. Die Neupositionierung der Blisterverpackungsmaschinen ist schwerpunktmäßig für die Märkte Elektrotechnik, Werkzeuge, Kosmetik-  und Hygieneprodukte vorgesehen. Ob Vollblister, Doppelblister, Teilblister, Klappblister, Stehblister oder Multipacks: Im Hochschwarzwald werden Blistermaschinen gebaut, die vielfältig und flexibel einsetzbar sind. Die Aufgabe bei Zahoransky hat ihn gereizt. Erste Erfolge wurden bereits eingefahren. 2014 ist der Verpackungsbereich stark gewachsen. Auch in 2015 ist ein weiteres Wachstum im Verpackungsbereich ersichtlich. Zahoransky wächst derzeit rasant. Im vergangenen Jahr waren es annähernd 19 Prozent (siehe Kasten), die zusätzlich erlöst werden konnten.

Auf den Bedarf der Kunden ausgerichtet

Ulrich Zahoransky leitet den Global Player in dritter Generation und weiß, was er an seinen Mitarbeitern hat. Ihm fällt es sichtlich schwer, marktschreierisch die Leistungen des eigenen Unternehmens aufzuzählen. Dabei ist die Zahoransky AG schon mehrfach von Procter & Gamble (P & G) zum „Business Partner of the Year“ ernannt worden. „Ausgezeichnet werden von uns Partner, die uns helfen, innovativ zu sein, effizienter zu arbeiten und am Markt zu gewinnen“, betonte Rick Hughes, Chief Purchasing Officer bei dem Konsumgüter-Riesen, während der Preisverleihung, warum Zahoransky abermals prämiert wurde. Die Todtnauer sind längst mehr als bloßer Lieferant. Doch zurück zu den Blistermaschinen. „Wir sind in der Lage, im Wettbewerb zu bestehen“, sagt Frank Hübner. Und auch Geschäftsführer Gerhard Steinebrunner hebt hervor, dass der Verpackungsbereich kontinuierlich ausgebaut werden soll. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Bedarf der Kunden. „Unsere Blistereinheiten sind flexibel, modular und immer individuell“, nennt Hübner Schlagworte, die für die Z. Pack-Blistermaschinen (siehe Kasten) ebenso stehen wie für die Z. Vipa, die vor etwa einem Jahr in den Markt eingeführt wurde. Auf Basis der Z. Vipa haben die Verpackungstechniker bei Zahoransky eine Maschinenkonfiguration für eine Teilblister-Maschine entwickelt, bei der der Thermoformteil bei Bedarf von der Siegeleinheit getrennt werden kann.

Die Hochleistungs-Verpackungsmaschine Z. Vipa verpackt Produkte in Teil-, Voll- oder Doppelkarton-Blister. „Sie ist ideal geeignet für das Verpacken kleinteiliger Produkte mittlerer und großer Losgröße. Das Spektrum an Produkten, die sich damit verpacken lassen, reicht von Konsum-Artikeln, wie Einwegfeuerzeugen, Klebstoff, Batterien, Elektroteilen, Schrauben, Pinsel und Stiften, bis hin zum Verpacken von Kosmetikartikeln, Zahnbürsten, Raumerfrischern und vieles andere mehr“, berichtet Hübner. Das entspricht den aktuellen Bedürfnissen im Markt.

Die Z. Vipa bietet ein besonders wirtschaftliches Verpacken. Bestechend ist der hohe Output der Maschine. Die Taktleistung beträgt bis zu 20 Takte pro Minute. Ein Spitzenwert nach Aussagen des Head of Product Sales Packaging. Bei der Neuentwicklung floss in diese Maschine eine Vielzahl von Einsparpotenzialen mit ein. Dazu zählt unter anderem der geringe Materialeinsatz von Folie; je nach Material und Design ist sogar eine abfalllose Produktion möglich. Der maximale Formatbereich beträgt 500 x 250 mm.

Sehr kurze Rüstzeiten von nur 15 Minuten und eine leichte und individuelle Anpassung an unterschiedliche und komplexe Verarbeitungen verschiedenster Produkte ermöglichen das konsequent angewandte Baukastenprinzip der Anlage. Eine Vielzahl von Zusatzmodulen wird angeboten.

Zu den wichtigsten Zusatzmodulen zählen:

  • Leaflet-Einleger, um vollautomatisch Faltblätter oder andere Informationsträger in die Verpackung einzulegen
  • Prägen eines Codes am Verpackungsrand mit einem pneumatischen Prägemodul
  • Vollständigkeitsprüfung durch ein sensorisches Kamerasystem oder bei mehreren Kleinteilen durch ein integriertes Wiegesystem
  • Beschriftung per Inkjet oder Laser
  • Pick-&-Place-Ausstattung, um die fertigen Blister lageorientiert abzulegen und an Folgeprozesse zu übergeben.

Schnell und leicht lässt sich die Z. Vipa auf andere Formate umrüsten. Dazu werden die Formatteile über Schnellverschlüsse gewechselt. Zusätzliches Werkzeug wird in der Regel nicht benötigt. Die Anzahl der Formatteile wurde stark minimiert. Sie lassen sich schnell in die Maschine einführen und sind unverwechselbar gekennzeichnet. Zum verschleißarmen Vereinzeln der Blisterhauben ist die Schneideeinheit mit einem schnell verstellbaren Messerblock ausgerüstet. Große, transparente Schutztüren bieten beste Zugänglichkeit zu allen Funktionsbereichen. Neueste Servo-Technologien garantieren höchste Positioniergenauigkeit der Folie bei geringem Energiebedarf. Die Produktzuführung erfolgt standardmäßig mit einer kontinuierlich bewegten Handeinlage. Als Option ist jedoch eine intermittierende, vollautomatische Befüllung möglich.

Integration in leistungsstarkes Produktionsumfeld möglich

Auch das Integrieren der Verpackungsmaschine in eine komplett verknüpfte, leistungsstarke Produktionsanlage ist natürlich möglich. Der Zahoransky-Geschäftsbereich Systemtechnik hat Erfahrung in der Realisierung verschiedenartigster Automatisierungslösungen beginnend mit unterschiedlichsten Produktzuführungen bis hin zur transportgerechten Endverpackung.

Das Schlusswort gehört Geschäftsführer Steinebrunner: „Eine Verpackungsmaschine ist in der Regel keine isolierte Investition. Genau deshalb treffen Kunden mit uns die richtige Entscheidung. All unsere Geschäftsbereiche – Maschinen- und Anlagenbau, Formenbau und Systemtechnik – entwickeln mit und für unsere Kunden Komplettlösungen, bei denen alle systemrelevanten Komponenten ideal zusammenspielen, von der Spritzgussform bis zum fertig verpackten Produkt“. Im Hochschwarzwald vergeht kein Tag, an dem nicht Kunden aus aller Welt nach Todtnau kommen, um eine Maschine abzunehmen.

Zahoransky wächst zweistellig
Der Umsatz der Zahoransky Group stieg im Jahr 2014 auf die neue Rekordmarke von knapp 81 Mio. Euro gegenüber 70 Mio. im Vorjahr. Mit einem Plus von 19 Prozent war der Auftragseingang 2014 mit 85 Mio. Euro der höchste der Unternehmensgeschichte. Dies ist das Ergebnis einer kontinuierlichen Expansion in den insgesamt fünf Produktionsstätten weltweit. Die Strategie des Direktvertriebs in Auslandsmärkten hat sich sehr positiv entwickelt und wird weiterhin vorangetrieben. Nach den neuen beziehungsweise umstrukturierten Niederlassungen in Japan und China wird ab sofort der Vertrieb und Service in USA und Indien zu 100 Prozent in Eigenregie geführt.

Die Zahoransky Group teilt sich in die drei Geschäftsbereiche Maschinenbau, Formenbau und Systemtechnik auf. Als einer der führenden Bürstenmaschinenhersteller weltweit mit Werken in Todtnau, Spanien und Indien verzeichnete dieser Bereich 2014 einen Zuwachs im Auftragseingang von 20 Prozent. Das Lieferprogramm reicht von Maschinen zur Herstellung kleiner Interdentalbürsten, über Mascara- und Haarbürsten für die Körperpflege, Besen, Handfeger, WC- und Spülbürsten für den Haushalt bis zu Walzenbürsten und anderer technischer Bürsten im Bereich der Industrie.

Auch im Formenbau wuchs in den beiden deutschen Werken in Freiburg (Breisgau) und Rothenkirchen (Sachsen) im abgelaufenen Geschäftsjahr der Umsatz um 20 Prozent. Im indischen Werk für Werkzeuge in Tamil Nadu, Südindien, ist dank des im November 2013 eröffneten Neubaus der Umsatz 2014 verdoppelt worden. Das Umsatzwachstum im Werkzeugbau ist zum Teil dem steigenden Bedarf nach Spritzgießwerkzeugen mit integrierter Automatisierung zuzuschreiben. Mit den patentierten TIM-Werkzeugen (Total Integrated Manufacturing), TIM Light und auch SCPS Flex von Zahoransky ist es möglich, dem Spritzgießen nachgelagerte Montagearbeiten direkt am Werkzeug durchzuführen. Diese Lösung kommt – anstelle mehrerer Maschinen mit nachgeschalteter Automatisierung – bei den Verarbeitern bevorzugt zum Einsatz.

Der Bereich Systemtechnik bietet systemübergreifende Lösungen für die spritzgießnahe Automation an. Basis dieser Anlagen bilden zum einen Spritzgießwerkzeuge der Zahoransky AG und zum anderen ein etabliertes System aus verschiedenen Modulen der Automation. Mithilfe dieser Module lassen sich intelligente spritzgießnahe Automationslösungen zusammenstellen. Die Systemtechnik bedient hierbei die Bereiche Industrieautomation und Medizintechnik. Speziell für die Medizintechnik wurden hierfür vorkonfigurierte Lösungen zusammengestellt. So stellt beispielsweise Z. Blizzard hierbei eine ganzheitliche Lösung für die Herstellung sogenannter Pre-Filled Syringes als medizinische Primärverpackung dar.

Für Sie entscheidend
Z. Pack-Serie
Die Z. Pack-Blisterverpackungsmaschine wird nach Kundenanforderung zusammengestellt. Sie besteht aus allen Grundfunktionen für das Herstellen von Blisterverpackungen. Über Zusatzmodule wird sie mit ergänzenden Funktionen aufgerüstet, beispielsweise für das Einlegen von Leaflets, für Blindprägungen oder visuelle Überwachungen. So entsteht am Ende eine ganz individuelle, hocheffiziente Blistermaschine. Die Kettenlänge definiert dabei die Modellbezeichnung: Z. Pack 6 (6 m),  Z. Pack 8 (8 m) und Z. Pack 11 (11 m)

Konfigurationsmöglichkeiten

  • Leistung: bis zu 25 Takte pro Minute
  • Formatfläche: max. 282 x 290 mm
  • Ziehtiefe: max. 60 mm
  • Antrieb der Stationen: pneumatisch oder über Servomotoren
  • Formmaterial: PVC-, PET- oder PLA-Folie
  • Deckmaterial: Karton, Tyvek, Aluminium, PET- und PVC-Folie

Für Einsteiger: Z. Pack 4 Z. Pack 5
Für Einsteiger in das Blister Packaging, die besonders kompakte und leistungsstarke Maschinen suchen, ist die Z. Pack 4 und Z. Pack 5 die richtige Wahl. Bei sehr geringem Platzbedarf glänzen diese Modelle mit niedrigen Investitionskosten bei langer Lebensdauer und hoher Prozesssicherheit.

  • Leistung: bis zu 20 Takte pro Minute
  • Formatfläche: max. 192 x 290 mm
  • Ziehtiefe: max. 40 mm (optional 60 mm)
  • Antrieb der Stationen: pneumatisch oder über Servomotoren
  • manuelles oder automatisches Zuführen der Produkte
  • Knochen- sowie Vollschnitt mit einer Station möglich
  • Formmaterial: PVC-, PET- oder PLA-Folie
  • Deckmaterial: Karton, Tyvek, Aluminium, PET- und PVC-Folie
  • Fernwartung über Internet oder Modem

Unternehmen

Zahoransky AG

Anton-Zahoransky-Str. 1
79674 Todnau-Geschwend
Deutschland

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