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Migration bei Etiketten ist ein heißes Thema, „das vielen noch nicht richtig bewusst ist“, sagt Frank Neumann, Geschäftsführer des Druckhauses Gundlach Logo. Und er handelt konsequent – nicht nur bei den Druckfarben, sondern auch beim Haftmaterial. Dort sieht er Herma dank der Mehrschichttechnologie als Pionier in Sachen Migration.

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Speziell bei fetthaltigen Lebensmitteln ist der Haftkleber ein wichtiger Faktor für die Produktsicherheit von Etiketten – und muss sich darüber hinaus auch oft für feuchte und kühle Oberflächen eignen. (Foto: Herma)

Speziell bei fetthaltigen Lebensmitteln ist der Haftkleber ein wichtiger Faktor für die Produktsicherheit von Etiketten – und muss sich darüber hinaus auch oft für feuchte und kühle Oberflächen eignen. (Foto: Herma)

Die im badischen Mahlberg ansässige mittelständische Etikettendruckerei mit rund 100 Mitarbeitern, Gundlach Logo, produziert schwerpunktmäßig Etiketten für Handelsmarken aus den Bereichen Kosmetik, Food, Getränke, Pharma, Haushaltsreiniger, Chemie und Automotive. Das bedeutet, dass binnen kurzer Zeit hohe Stückzahlen gefertigt werden müssen – oftmals in über 20 unterschiedlichen Sprachversionen. Reaktionsschnelligkeit und Flexibilität sind daher Trumpf. „Manchmal bleiben uns nach Beauftragung nur zehn bis 15 Arbeitstage. Aber bis die Druckdaten tatsächlich vorliegen, ist unser Zeitfenster oft auf lediglich fünf Drucktage geschrumpft“, erklärt Jürgen Riether, Einkaufsleiter bei Gundlach Logo. Gleichzeitig sind gerade Handelsmarken extrem kritisch in puncto Produktsicherheit – Rückrufaktionen, unter Umständen noch in mehreren europäischen Ländern, wären für diese Unternehmen ein Worst-Case-Szenario.

Steigende Anforderungen

„Wir bekommen über unsere Mitarbeit in den Verbänden Finat und VSKE schon seit Jahren mit, dass die Bestimmungen zu Produktsicherheit und Produkthaftung deutlich strikter werden, zum Beispiel mit entsprechenden EU-Regularien, aber auch mit der Schweizer Bedarfsgegenstandsverordnung“, so Neumann. „Da es unser erklärtes Ziel ist, in unserer Branche stets die Innovativsten zu sein, haben wir uns deshalb schon sehr früh Gedanken in diese Richtung gemacht. So waren wir 2010 die erste Etikettendruckerei in Deutschland, die komplett auf ein Low-Migration-Farbsystem umgestellt hat.“ Damit stellt Gundlach Logo sicher, dass möglichst wenig Bestandteile von Druckfarben aus den Etiketten in das etikettierte Produkt übergehen, das heißt „migrieren“ können – ein Vorgang, der vor allem in der Lebensmittelindustrie auf ein Minimum reduziert werden muss, der aber auch für die Produktsicherheit in anderen Branchen eine Rolle spielt.

Herausforderung Haftkleber

Die Etikettendruckerei Gundlach Logo produziert schwerpunktmäßig Etiketten für Handelsmarken... (Foto: Herma)

Die Etikettendruckerei Gundlach Logo produziert schwerpunktmäßig Etiketten für Handelsmarken… (Foto: Herma)

Frank Neumann war sich schon früh darüber bewusst, dass nicht nur die Druckfarbe, sondern auch der verwendete Haftkleber ein wichtiger Faktor für die Produktsicherheit von Etiketten ist – speziell im Zusammenspiel mit fetthaltigen Substanzen, da diese die Migration von fettlöslichen Haftkleber-Bestandteilen befördern. Dies betrifft vor allem den Food-Bereich, wo der Trend ohnehin zu mehr vorverpackter Ware bei Käse, Wurst, Schinken etc. sowie Convenience Food geht. Aber auch bei Pharma- und Kosmetikprodukten wird das Thema Migration immer wichtiger. „Das Engagement von Herma, Standardhaftkleber migrationsarm zu machen, hat uns deshalb von Anfang an sehr interessiert“, so Neumann. „Herma hat mit der Mehrschichttechnologie ein bis dato einzigartiges System eingeführt und ist auf diesem Gebiet nach unserer Einschätzung der Innovationsführer.“ Mehrschicht-Haftkleber entstehen mittels modernster Vorhangbeschichtung (Curtain Coating) – dabei wird der Haftkleber in Kombination mit einer speziellen Zwischenschicht aufgetragen. Dadurch lassen sich die Haftungseigenschaften unabhängig von den Migrationseigenschaften steuern. „Bevor Herma die Mehrschichttechnologie einführte, haben wir bei kritischen Anwendungen wie Food und Pharma häufig sehr spezielle Haftkleber eingesetzt und mit kleberfreien Zonen experimentiert. Das war aber immer mit Schwierigkeiten in der Verarbeitung verbunden – oder wir mussten bei der Klebekraft Kompromisse eingehen. Dies ist jetzt nicht mehr nötig“, ergänzt Riether.

Vielseitige Mehrschicht-Lösungen

... und setzt auf Herma Haftmaterial für gute Migrations- und Verarbeitungseigenschaften. (Foto: Herma)

… und setzt auf Herma Haftmaterial für gute Migrations- und Verarbeitungseigenschaften. (Foto: Herma)

Gundlach Logo setzt zum Beispiel Herma Haftmaterial mit dem mehrschichtigen Haftkleber 62Gpt ein. Dabei handelt es sich um einen Dispersionshaftkleber, der so geringe Migrationswerte aufweist, dass er gemäß Isega-Prüfung in direktem Kontakt mit trockenen, feuchten und vor allem fettenden Lebensmitteln stehen darf. Er kann dadurch auch teure Foodgrade-Spezialkleber ersetzen. Mit dem ungemein vielseitigen Haftkleber 62Gpt kann man immer mehr Herausforderungen lösen, für die sonst schwierig zu verarbeitende kautschukbasierende Hotmelts zum Einsatz kamen, die zudem grundsätzlich schlechtere Migrationseigenschaften aufweisen und sich damit weniger für den Einsatz mit Lebensmitteln eignen. Der 62Gpt zeichnet sich etwa dadurch aus, dass er selbst unter schwierigen, etwa feuchten und kühlen Bedingungen eine starke Anfasshaftung hat. Damit eignet er sich zum Beispiel speziell für das sogenannte Blow-On-Verfahren beim Etikettieren unter niedrigen Temperaturen. Dabei wird das Etikett berührungslos auf ein oftmals kaltes und feuchtes Substrat aufgeblasen.

Angesicht solcher einfach zu verarbeitenden und vielseitigen Lösungen wundert sich Neumann darüber, dass vielen Etikettendruckern noch nicht ganz klar ist, welche Risiken sie beim Thema Migration eingehen. „Da wird Kunden – also den Etikettenanwendern – gerne viel versprochen und es werden Konformitätserklärungen unterschrieben, ohne tatsächlich technisch eine wirksame Lösung zu haben. Andererseits machen es sich Etikettenverwender häufig sehr einfach, indem sie von ihrem Etikettendrucker komplette Produktsicherheit verlangen.“ Oftmals teilten viele Kunden dem Etikettendrucker aber gar nicht mit, wofür die Etiketten letztendlich eingesetzt werden beziehungweise wie die zu etikettierende Oberfläche beschaffen ist. Dies ist insofern problematisch, als dass mitunter auch Inhaltsstoffe des Produkts durch das Verpackungsmaterial hindurch diffundieren und dort Partikel herauslösen können. Oftmals gebe es zudem bei Kunden gefährliche Wissenslücken zwischen dem für die Etiketten zuständigen Einkauf und der jeweiligen Abteilung für Qualitätssicherung.

Partner für Neuentwicklungen

Die Herma Mehrschichttechnologie nutzt Gundlach Logo gerade auch für Folienetiketten, die in der Verarbeitung oftmals besonders anspruchsvoll sind. Hier reduziert der innovative mehrschichtige Haftkleber 62Xpc den Werkzeugverschleiß, verbessert die Konfektionierbarkeit, erhöht die Sicherheit beim Stanzvorgang und ermöglicht außerdem eine höhere Maschinenlaufleistung – wiederum ohne Einschränkungen bei der Haftungsleistung. „Für uns als Etikettendrucker ist es faszinierend, zu sehen, welche Möglichkeiten die Mehrschichtigkeit bietet“, so Neumann. Auch in der Vergangenheit haben Herma und Gundlach Logo bereits innovative Projekte umgesetzt – so etwa eine Lösung für die Verschlussetiketten von wiederverschließbaren Feuchttücher-Verpackungen, die beide Unternehmen vor einiger Zeit entwickelt haben. Diese zeichnet sich durch ein besonders gleichmäßig sanftes und geräuschloses Ablösen von den meisten Kunststoffoberflächen und Folienmaterialien aus – eine Eigenschaft, auf die ein Kunde großen Wert gelegt hatte, um Beschwerden über das „Ratschgeräusch“ der Verschlussetiketten aus dem Weg zu räumen. Der Haftkleber ist zugleich sehr resistent gegen Wasser, Öle und andere Flüssigkeiten. Seine sehr hohe Kohäsion verhindert dabei Kleberrückstände und wirkt auch Rückstellkräften auf gewölbten Oberflächen entgegen, wie sie für die elastischen Verpackungen von Feuchttüchern oftmals typisch sind. „An der Zusammenarbeit mit Herma schätzen wir vor allem die Kompetenz und Geschwindigkeit unseres Partners“, so Neumann. „Wir können bei Bedarf immer wieder auf schnelle und umfassende Unterstützung zählen – selbst bei ungewöhnlichen Projekten.“

Unternehmen

Herma GmbH

Fabrikstraße 16
70794 Filderstadt
Deutschland

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