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„Fleischindustrie 4.0“ heißt eines der Schlagwörter der IFFA, die vom 7. bis 12. Mai in Frankfurt stattfinden wird. Guido Spix, Geschäftsführender Direktor bei der Multivac SE & Co. KG in Wolfertschwenden, spricht in diesem Zusammenhang von „Farm to Fork“, dem Gewährleisten der Rückverfolgbarkeit des Fleisches vom Endverbraucher zum Bauern und den dabei benötigten durchgängigen Technologien.

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Guido Spix, Geschäftsführender Direktor bei der Multivac SE & Co. KG, will in Zusammenarbeit mit den Kunden Industrie 4.0 nutzen, um neue Geschäftsmodelle zum Nutzen der Industrie und der Verbraucher zu etablieren. (Foto: Weiß/Multivac)

Guido Spix, Geschäftsführender Direktor bei der Multivac SE & Co. KG, will in Zusammenarbeit mit den Kunden Industrie 4.0 nutzen, um neue Geschäftsmodelle zum Nutzen der Industrie und der Verbraucher zu etablieren. (Foto: Weiß/Multivac)

Industrie 4.0 ist seit ein paar Jahren in aller Munde.Es ist ein Marketingbegriff, der im weitesten Sinne von der intelligenten Produktion spricht. In Wirtschafts- und Fachpresse fallen in diesem Zusammenhang immer Sätze wie: „Die Revolution hat begonnen“. Doch was steckt hinter der Revolution in der intelligenten Produktion? Auf den Punkt gebracht geht es darum, Daten zu erheben und sie zu verstehen, Informationen zu analysieren, sie in Prozesse umzusetzen und am Ende des Tages daraus auch neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, die effizient durch die Wertschöpfungskette abgebildet werden können.

Kann Multivac, das sich besonders mit Tiefziehmaschinen weltweit einen Namen gemacht hat, Industrie 4.0? Ein deutliches „Ja“ ist die Antwort von Spix. Er betont: „Der LAN-Anschluss unserer Maschine ist Voraussetzung für Industrie 4.0. Das Bereitstellen von Informationen aus dem Verpackungsprozess und das Verwenden von Informationen der vor- und nachgelagerten Prozesse sowie der übergeordneten Systeme sind Technologien, die wir beherrschen und kontinuierlich weiterentwickeln.“ Schon heute bietet Multivac aus der Sicht des Geschäftsführenden Direktors den Kunden einen echten Mehrwert: Verpackungsmaschinen aus Wolfertschwenden generieren bereits eine große Anzahl an Informationen über den Verpackungsprozess und die Qualität der Verpackung, aber auch zur Performance der Maschine oder den Energieverbrauch. Spix ist sicher, dass die Anzahl von Sensoren, die Leistungsfähigkeit von Steuerungen sowie die Vernetzung über Cloud Services in nächster Zukunft weiter erheblich wachsen werden. „Allerdings immer in Zusammenarbeit mit den Kunden werden wir Industrie 4.0 denken und lernen. Wir werden stets den Nutzen unseres Kunden und der Verbraucher im Blick haben“, lautet das Credo von Guido Spix.

Automatisiertes Verpacken von Frischfleisch

Auf der IFFA stellen die Allgäuer ein Konzept für das automatisierte Verpacken von Frischfleisch vor. Das Konzept zeichnet sich durch den Einsatz eines effizienten Tiefziehverpackungsprozesses sowie einer Track-and-Trace-Lösung zur Rückverfolgbarkeit auf Einzelpackungsebene aus. „Eine effiziente und gleichzeitig flexible Verarbeitung, das heißt Zerlegung und Verpackung von Frischfleisch, spielt für viele Fleisch verarbeitende Betriebe eine wichtige Rolle. Zur Gewährleistung von Lebensmittel- und Verbrauchersicherheit gewinnt zudem die Rückverfolgbarkeit von Fleischwaren über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg für viele Produzenten an Bedeutung“, sagt Spix.  Das neue Konzept entspricht den Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit und Prozessqualität von Lebensmitteln in Europa und damit der Philosophie „Farm to Fork“: Es zeichnet sich durch die lückenlose Rückverfolgbarkeit des Frischfleisches aus. Möglich macht dies eine Liniensteuerung in Echtzeit. Die Daten von der Zerlegung und der Identifizierung des Fleischstücks werden schlussendlich bis zur Erstellung eines Etiketts simultan weitergereicht. Das Etikett wird am Ende des Verpackungsprozesses auf die geschlossene Verpackung gespendet. „Realtime-Datenaustausch zwischen Waage, Verpackungsmaschine und Etikettierer auf der einen und einem übergeordneten Datensystem auf der anderen Seite“, nennt Spix das.

Speziell für die Anforderungen Fleisch verarbeitender Betriebe hat Multivac eine teilautomatisierte Tiefziehverpackungslinie entwickelt, die inline an die Zerlegelinie anschließt und eine Rückverfolgungskennzeichnung auf Einzelpackungsebene ermöglicht. (Foto: Multivac)

Speziell für die Anforderungen Fleisch verarbeitender Betriebe hat Multivac eine teilautomatisierte Tiefziehverpackungslinie entwickelt, die inline an die Zerlegelinie anschließt und eine Rückverfolgungskennzeichnung auf Einzelpackungsebene ermöglicht. (Foto: Multivac)

Die Multivac-Innovationsstrategie wird laut Spix am besten vom aus dem angelsächsischen stammenden Satz „best match of technology with customer needs“ umschrieben: Soll heißen, der Verpackungsmaschinenbauer aus dem Allgäu richtet die Leistungsmerkmale seiner Produkte nach den unterschiedlichsten Kundenanforderungen aus. „Von einer einfachen R 085, einer Tiefziehverpackungsmaschine für Hotels oder kleine Fleischereibetriebe, bis hin zur hochkomplexen und voll automatisierten Verpackungslinie können wir heute alles bieten“, berichtet er, dass die hohe Eigenfertigungstiefe im Unternehmen es möglich mache, diese Komplexität und Variantenvielfalt wirtschaftlich und mit höchster Qualität abbilden zu können.

Durch Vernetzung steigt die Linieneffizienz

Die Frage, ob die stetig steigende Vernetzung von Produktions-, Verarbeitungs- und Verpackungslinien nicht im Widerspruch zur Forderung steht, dass künftig selbst Ungelernte eine Verarbeitungslinie fahren können, verneint Spix. Gerade vernetzte und intelligente Maschinen könnten diesen scheinbaren Widerspruch überbrücken. Als gutes Beispiel für die Reduzierung von Komplexität durch Vernetzung sei der automatische Download von „Rezepten“ auf die Komponenten einer komplexen Verpackungslinie zu nennen. Die Möglichkeit von Fehleinstellungen lasse sich dadurch drastisch reduzieren. Multivac biete diese Technik schon seit vielen Jahren an.

Unterschiedlich sind heute die Anforderungen auf Kundenseite, die an Hersteller von Verpackungsmaschinen gerichtet würden. Ein Schichtleiter würde eine komplexe Maschine in der Bedienung am liebsten auf einen „grünen und roten Knopf“ reduzieren, der Produktionsleiter hingegen möchte über die Optimierung des Betriebspunkts das letzte Prozent Produktionssteigerung hinbekommen, so Spix. Auch beim Einstellen des optimalen Betriebspunkts werde künftig mehr mit Sensorik, Assistenzsystemen und Daten aus dem Netz gearbeitet. Damit könne ungelernten Kräften auch ohne Expertenwissen die betriebsoptimale Bedienung einer Linie möglich gemacht werden. Die Bedienoberflächen würden sich dabei immer mehr an Smartphones anlehnen. Multivac gibt auf der IFFA vielfältige Einblicke in die Welt der Fleischverarbeitung und Verpackung. Die Zukunft ist längst Gegenwart in den Verpackungslösungen von Multivac.

Unternehmen

Multivac Sepp Haggenmüller SE & Co.KG

Bahnhofstr. 4
87787 Wolfertschwenden
Deutschland

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