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Internationale Experten und Anwender aus allen Bereichen der Pharmabranche trafen sich vom 11. bis 14. Oktober beim Groninger Technologie Symposium in Crailsheim. Das Symposium wird im Abstand von drei Jahren veranstaltet – aufgrund des großen Interesses der über 220 Teilnehmer diesmal sogar in zwei Runden über jeweils zwei Tage. Schwerpunktthemen waren die Herausforderungen, vor denen die Pharmaindustrie aktuell steht. Neben der Information über aktuelle Trends und Technologien diente das Symposium auch als Showroom für Groningers neueste Innovationen und Weiterentwicklungen, wie beispielsweise die Maschinenbaureihe Flex-Pro 50.

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Wie viele andere Branchen, so erlebt derzeit auch die Pharmaindustrie einen Trend hin zu immer spezifischeren Medikamenten, immer kleineren Losgrößen und auch vom Patienten einfach und sicher zu verwendenden Applikationssystemen. Hinzu kommt die Herausforderung, diese Medikamente innerhalb immer kürzerer Zeit auf den Markt zu bringen. Georg Rößling, Senior Vice President von PDA Europe (Parenteral Drug Administration) und einer von mehreren hochkarätigen Key-Note-Speakern, übernahm zum Auftakt des Groninger Technologie Symposiums zunächst die Einordnung dieser Trends in einen größeren Marktzusammenhang und skizzierte ihre Auswirkungen auf die Pharmaproduktion.

Alle technologischen Lösungen für die flexible Abfüllanlage Flex-Pro 50 stammen aus dem existierenden Groninger-Portfolio. Neu ist die Konfiguration zu einer aus mehreren Komponenten bestehenden Gesamtanlage, die der Anwender je nach Bedarf zusammenstellen kann. (Foto: Groninger)
Jens Groninger, CEO der Groninger & Co. GmbH, ist mit dem  Verlauf des Technologie Symposiums insgesamt höchst zufrieden: „Die Veranstaltung hat meine Erwartungen weit übertroffen. Besonders die gute Resonanz seitens der Kunden und die vielen intensiven Gespräche zeigen, dass unser Anspruch, Technik zum Anfassen in allen Details zu bieten, ins Schwarze getroffen hat.“ (Foto: Groninger)
Die flexible Abfüllanlage Flex-Pro 50 stand bei den aus 27 verschiedenen Ländern stammenden Teilnehmern hoch im Kurs. (Foto: Groninger)

Die Pharmawelt dreht sich

So würden immer mehr Länder eigene Produktionsanlagen für injizierbare Arzneimittel (Injectables) aufbauen und die bestehenden Hersteller damit unter Druck setzen. Das vermehrte Aufkommen biotechnologisch hergestellter Produkte, wie etwa monoklonaler Antikörper und künftige Gentherapien, veränderten zudem die Produktions- und Verabreichungsweise: „Dabei handelt es sich um Arzneien, die für ganz spezielle Anwendungen bei einer kleinen Gruppe von Patienten entwickelt werden – bis hin zur Einzeldosis“, erläuterte Rößling. „Für die verarbeitende Industrie, wie etwa Abfüller, bedeutet das immer kleinere Stückzahlen pro Auftrag, die natürlich dennoch unter streng aseptischen Bedingungen produziert werden müssen.“ Vor Jahren, so erinnerte sich Rößling, habe er mit dem technischen Geschäftsführer Volker Groninger darüber diskutiert, ob künftig die Produktivität oder die Produktionskontrolle zum vorrangingen Entwurfskriterium von Abfüllmaschinen werden würde. Damals habe er der Geschwindigkeit zugeneigt, während Volker Groninger der Kontrolle mehr Bedeutung eingeräumt habe. „Heute kann ich dem nur zustimmen“, sagte Rößling und verwies auf den Trend zu personalisierten Medikamenten – nicht nur in der Zusammensetzung, sondern auch in der Dosis – die sich dank intelligenter Applikationssysteme der Patient auch selbst verabreichen kann. Vom Hersteller verlange dies eben durchgängige Kontrolle darüber, welches Medikament für welche Patienten bestimmt ist – und das erfordert Produktionslösungen, die flexibel, sicher und in der Lage sind, große Datenmengen zu verarbeiten. Damit sei auch die Pharmaproduktion im Zeitalter von Industrie 4.0 angekommen, so Rößling abschließend.

Mehr Standard wagen

Thorsten Häfner, Director Business Development bei Groninger, nahm den Faden auf und verdeutlichte, was dies konkret für Maschinenhersteller, wie Groninger, bedeutet. „Kleinere Losgrößen erfordern häufige Sorten- und Formatwechsel. Um unter solchen Bedingungen ohne Kompromisse bei der Sterilität eine hohe Produktivität zu gewährleisten, wird eine flexible Abfüllanlage benötigt, die leicht für die wichtigsten Standardbehälter umrüstbar ist“, so Häfner und leitete in den praktischen Teil des Symposiums über. „Unsere Antwort auf diese Herausforderung ist die Flex-Pro 50, die wir auf der Achema 2015 erstmals präsentiert haben. Zwei dieser Maschinen – einmal als Linie für die Bulk-Produktion mit einer Stundenleistung von 3.000 Einheiten sowie eine Linie für bis zu 4.500 genestete Vials pro Stunde – können Sie hier live bei der Produktion erleben, einschließlich Formatteilwechsel und unter Isolator!“ Als marktführender Entwickler und Hersteller von Spezialmaschinen zur Verarbeitung und besonders zur Abfüllung pharmazeutischer, kosmetischer und chemischer Produkte geht Groninger mit der Flex-Pro 50 neue Wege. Neben den kundenspezifischen Sondermaschinen bietet das Unternehmen damit auch Standardmaschinen an. „Groninger wandelt sich vom reinen Sondermaschinenbau hin zum modularen Standardmaschinenbau“, so Thorsten Häfner. Für die Flex-Pro 50 habe man nichts neu erfinden müssen: Alle technologischen Lösungen stammen aus dem existierenden Groninger-Portfolio. Neu hingegen sei die Konfiguration zu einer aus mehreren Komponenten bestehenden Gesamtanlage, die der Anwender je nach Bedarf zusammenstellen kann. Häfner: „Gemeinsam mit unseren Partnern, wie den Firmen Franz Ziel, Christ und Merck, aber auch den Produzenten von Behältern und Applikationssystemen, haben wir so eine modulare Lösung entwickelt, die aktuellste Anforderungen am Markt abdecken kann.“

Natürlich biete Groninger weiterhin Spezialmaschinen nach Kundenwunsch an, aber: „Flexibilität wird immer wichtiger, die Lieferfristen immer kürzer. Mit der Flex-Pro 50 bieten wir ein schlüsselfertiges Gesamtpaket aus einer Hand ohne Abstriche bei der Qualität und den Prozessen“, so Häfner. „Das betrifft auch die Abnahme und Dokumentation der Einzelkomponenten.“ Vorteil für die Kunden: Eine solche Standardlösung ist nicht nur vielseitig einsetzbar, sondern auch sehr viel schneller verfügbar. Die Lieferzeit von der Bestellung bei Groninger bis zum Anlaufen der Produktion verkürzt sich um bis zu 50 Prozent – ein immer wichtigeres Kriterium angesichts der oft monatelangen Bau- und Abnahmezeiten bei Spezialmaschinen. „Dieser Zeitvorteil war für einige Kunden der ausschlaggebende Entscheidungsgrund, eine Flex-Pro 50 zu ordern“, weiß Häfner. Das gilt beispielsweise für das US-Unternehmen Alexion, das kürzlich in Irland eine Produktionsstätte eingerichtet hat. Dort werden Medikamente für sehr seltene Erkrankungen hergestellt. Brian Cullinan, Associate Director von Alexion Ireland, erläuterte in einem Vortrag auf dem Symposium, warum sich sein Unternehmen für eine Flex-Pro 50 entschieden hat und wie die Installation der Anlage erfolgte. „Kernanforderung war natürlich die Fähigkeit, kleine Mengen eines biotechnischen Produkts – von zwei bis 20 Liter – verarbeiten zu können. Abgefüllt werden sollte in vorsterilisierte Vials in möglichst großer Formatvielfalt unter Reinraumbedingungen.“ Die Installation der Anlage sollte die bestehenden Produktionsabläufe bei Alexion so wenig wie möglich beeinträchtigen. „Bevorzugt war ein Anbieter, der von der Dokumentation über die Installation bis hin zur Schulung der Alexion-Mitarbeiter alles aus einer Hand liefern konnte“, so Cullinan. „Mit Groninger und seinen Partnern haben wir dabei genau die richtige Wahl getroffen“, lobte er die gute Zusammenarbeit über die gesamte Laufzeit des Projekts.

Technik zum Anfassen bei Groninger

Während des Groninger Technologie Symposiums hatten die Besucher reichlich Gelegenheit, die Details und Möglichkeiten der Flex-Pro 50 näher in Augenschein zu nehmen. Doch nicht nur die Flex-Pro 50 stand bei den aus 27 verschiedenen Ländern stammenden Teilnehmern hoch im Kurs. Auch die ausgestellte Hochgeschwindigkeits-Abfüllanlage UFVN für bis zu 24.000 Einheiten pro Stunde bei einer 100-Prozent-In-Prozess-Kontrolle ohne Leistungseinbußen war ein Highlight. Ergänzend hierzu sorgte die SMM010 für die Montage von Safety Devices für Einwegspritzen sowie für die Etikettierung von Spritzen, Vials und Zylinderampullen für rege Aufmerksamkeit. Das galt auch für die Exponate der Partnerunternehmen: Christ etwa hatte eigens einen sechs Tonnen schweren Gefriertrockner mit nach Crailsheim gebracht. Groninger-Partner Merck fokussierte sich beim Technologie Symposium auf das Thema „Single-Use“ und zeigte mitunter auch die Funktionsweise der von Groninger neu entwickelten Einweg-Rotationskolbenpumpe an der Flex-Pro 50. Die Firma Franz Ziel, als Lieferant für Reinraumtechnik einer der wichtigsten Partner, stellte beim Symposium ihre Isolator-Technologie in den Mittelpunkt: Die per Druckluft aufblasbaren Dichtungen sorgen für einen hermetischen Abschluss des Innenraums und schützen Produkt und Maschinenbediener zuverlässig sowohl bei der aseptischen als auch der aseptisch-toxischen Verarbeitung.

Für Sie entscheidend

Groninger für die Zukunft gerüstet

Mit rund 880 Mitarbeitern in Crailsheim, 210 in Schnelldorf und weiteren 45 in Charlotte, North Carolina/USA, setzt Groninger weiter auf die Erfolgsfaktoren fachliche Expertise, mutige Investitionen und begleitende Dienstleistungen. Dies spiegelt sich in einer exzellenten Geschäftsentwicklung und einer voll ausgelasteten Produktion wider, so das Unternehmen. Der Hersteller von Spezialmaschinen für die Pharma-, Kosmetik-, und Consumer-Healthcare-Branchen ist weltweit in über 35 Ländern vertreten.

Unternehmen

Groninger & Co. GmbH Maschinenfabrik

Hofaeckerstr. 9
74564 Crailsheim
Deutschland

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