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Ob geschüttelt oder gerührt – alte Pflanzenarten mit nährstoffreichen Samenkörnern erleben neue Sternstunden. Quinoa, Amarant und Chia als die derzeit populärsten Vertreter traditionsreicher Körner sind in die Riege der Super-Foods aufgestiegen und verschaffen Lebensmittelherstellern, die Produkte mit den Mini-Samen auf den Markt bringen, gute Erfolgsaussichten. Was steckt hinter dem Boom und was ist beim Abfüllen von Getränken mit den gehaltvollen Körnern zu beachten?

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Es sind nicht ausschließlich Vegetarier, die Unternehmen wie der Fastfood-Riese McDonald’s mit fleischlosen Burger-Varianten erreichen will. Der Appetit auf pflanzliche Lebensmittel, die einen besonderen Nährwert haben und zusätzliche Benefits für die Gesundheit mit sich bringen, wächst weltweit auch unter Fleischessern. Genauso wie die Gruppe der Verbraucher, die sich dezidiert mit Lebensmitteln und Getränken auseinandersetzt und hohe Ansprüche an die Produkte hat, die sie letzten Endes konsumiert. Besonderes Augenmerk auf Gesundheit und Wellness zu legen, gehört zu den Megatrends, die immer mehr Verbraucher treiben. Egal, mit welchem Ernährungskonzept sich Menschen anfreunden können – in diversen Ernährungsformen, die auf Gesundheit fokussieren, wird der Fleischkonsum allenfalls auf hochwertiges Biofleisch beschränkt oder es werden alternativ pflanzliche Proteinquellen in die Ernährung eingebaut. In diesem Zusammenhang können die Samen alter Pflanzenarten mit einem hohen Eiweißgehalt punkten. McDonald’s packt vor diesem Hintergrund statt Hackfleisch einen Bratling aus Quinoa und gegrillter Paprika in den Veggie-Clubhouse-Burger.

Auch die Getränkeindustrie hat nährstoffreiche Ur-Samen für sich entdeckt. Das Unternehmen Dr. Chung’s Food in Korea setzt beispielsweise auf Müsli mit Tapioka-Perlen und Quinoa und kreiert damit eine Produktneuheit im Bereich der UHT-Sojagetränke. (Foto: SIG Combibloc)

Auch die Getränkeindustrie hat nährstoffreiche Ur-Samen für sich entdeckt. Das Unternehmen Dr. Chung’s Food in Korea setzt beispielsweise auf Müsli mit Tapioka-Perlen und Quinoa und kreiert damit eine Produktneuheit im Bereich der UHT-Sojagetränke. (Foto: SIG Combibloc)

Quinoa ist ursprünglich in Südamerika beheimatet und diente den Inkas in Peru und Bolivien bereits vor 6.000 Jahren als Grundnahrungsmittel. Es gehört zu den Gänsefußgewächsen und damit zur selben Pflanzengattung wie Rote Bete, Spinat und Mangold. Quinoa bildet hirsegroße Samen, die wie Getreide verwendet und zubereitet werden können. Sie sind jedoch kein Getreide und daher glutenfrei. Sie sind zudem reich an Nährstoffen, wie Eisen, Magnesium und Kalzium sowie an Antioxidantien und Proteinen.

Ähnlich nährstoffreich wie Quinoa ist Amarant, das ebenfalls nicht zu den Getreiden zählt. Es fällt in die Gruppe der Fuchsschwanzgewächse und ist eine der ältesten bekannten Nutzpflanzen – die ältesten Zeugnisse stammen aus beinahe 9.000 Jahre alten Gräbern im mexikanischen Tehuacán. Auch das glutenfreie Amarant bildet an Hirse erinnernde Samen mit hohem Eisen-, Kalzium-, Magnesium- und Proteingehalt mit vielen essenziellen Aminosäuren und ungesättigten Fettsäuren.

Den Spitzenplatz auf der Liste der wieder entdeckten glutenfreien Pflanzensamen belegt derzeit Chia. Bereits die Völker der Maya verzehrten die Körner der Chia-Pflanze und schworen auf die kraftspendenden Eigenschaften der kleinen Ölsaaten. Heute verzeichnen Chia-Samen global betrachtet beeindruckend hohe Absatzzahlen – laut Mintel, einer der führenden Agenturen für Market Intelligence, ist der Verbrauch von 2012 bis 2015 um 118 Prozent gestiegen.

Glutenfrei und unverfälscht

Julia Trebels, Global Product Manager bei SIG Combibloc: „Alte Pflanzensorten und ihre Samen geben Antworten auf viele Fragen, die sich moderne Verbraucher heutzutage im Hinblick auf Lebensmittel stellen. Verunsichert durch Schlagzeilen wie „Krank durch Essen“, sowie durch Allergien, Unverträglichkeiten oder Produktrückrufe suchen Konsumenten nach ursprünglichen, allergenarmen, reinen und möglichst wenig behandelten Lebensmitteln, die ihnen ein Gefühl von Unverfälschtheit und Sicherheit geben. Vor diesem Hintergrund sind die Samen traditioneller Pflanzen mit jahrtausendealten Historien von hohem Interesse für gesundheitsbewusste Verbraucher. Gleichermaßen sprechen sie Verbraucher an, die gerne Abwechslung in ihre Ernährung bringen wollen und interessiert an neuen Geschmäckern und Texturen sind.“

Leinsamen und Quinoa – diese Extras mit Mehrwert sind wesentlicher Bestandteil von Fibrallis Vitamina, einem Milch-Mischgetränk mit Fruchtmark aus Banane, Apfel und Papaya, das von der brasilianischen Molkerei Tirol auf den Markt gebracht wurde. (Foto: SIG Combibloc)

Leinsamen und Quinoa – diese Extras mit Mehrwert sind wesentlicher Bestandteil von Fibrallis Vitamina, einem Milch-Mischgetränk mit Fruchtmark aus Banane, Apfel und Papaya, das von der brasilianischen Molkerei Tirol auf den Markt gebracht wurde. (Foto: SIG Combibloc)

Die ersten Lebensmittel, in denen alte Samensorten verwendet wurden, waren Frühstückscerealien, Brot, Gebäck und Energieriegel. Und sie verkauften sich erfolgreich. In der Folge kamen immer neue Produktsortimente hinzu. Heute sind Ursamen etwa auch in Molkereiprodukten, Nachspeisen, Pizzateig, Pasta, Suppen oder herzhaften Snacks zu finden. Internationalen Marktforschungen zufolge ist die Zahl der neuen Produktlaunches mit Chia im Bereich von Getränken und Lebensmitteln zwischen 2014 und 2015 um 70 Prozent gestiegen; Launches mit Quinoa um 27 Prozent.

Und auch die Getränkeindustrie hat die Mini-Samen für sich entdeckt und bringt kreative Produktkonzepte auf den Markt, die auf traditionelle Pflanzensamen setzen. Das Unternehmen Dr. Chung’s Food in Korea setzt beispielsweise auf Müsli mit Tapioka-Perlen und Quinoa und kreiert damit eine Produktneuheit im Bereich der UHT-Sojagetränke. Kyoung-Jae Lee, Sales Director bei Dr. Chung’s Food: „Tapioka-Perlen werden aus der Maniokwurzel hergestellt. Sie geben Getränken eine außergewöhnliche Textur und sind durch ihren Stärkegehalt sehr nahrhaft und energiespendend – ideal für einen guten Start in den Tag. Abgerundet wird die Rezeptur unseres neuen Müsli-Drinks mit 16 verschiedenen Sorten Getreide, Linsen und Quinoa. Vor allem für Verbraucher, die viel unterwegs sind, wenig Zeit haben und sich dennoch gesund und ausgewogen ernähren wollen, kann der Müsli-Drink eine feste Mahlzeit ersetzen.“ Die Abfüllung der neuen Produkte wird durch die Drinksplus-Solution von SIG Combibloc ermöglicht. Damit können Produkte mit bis zu zehn Prozent natürlichen Stückchen auf Standard-Füllmaschinen von SIG Combibloc für Getränke verarbeitet und aseptisch in Getränkekartons verpackt werden. Die Füllmaschinen werden dazu mit einem Upgrade-Set ausgerüstet, das Ventile, Ventilschafte und Füllstutzen umfasst. Dadurch wird bei der Abfüllung ein optimaler Produktfluss gewährleistet.

Samen als gesunde Mischung im Getränkekarton

Abhängig von der Größe und Menge der Samen können Getränke auch ohne ein solches Upgrade-Set in Kartonpackungen gefüllt werden. So wie beispielsweise bei Tirol in Brasilien. Das Unternehmen setzt auf eine gesunde Mischung und hat Milchgetränke mit Fruchtmark, Leinsamen und Quinoa auf den Markt gebracht: Fibrallis Vitamina. Laut Lilian Paula Pagliochi, Marketing Manager bei Tirol, wurde Fibrallis entwickelt, um insbesondere gesundheitsbewusste Verbraucher zu adressieren, die sich Lebensmittel wünschen, die auch unterwegs bequem und ohne zeitlichen Aufwand konsumiert werden konnen: „Fibrallis ist bereits trinkfertig zubereitet. Das Getränk ist aber nicht nur praktisch, sondern auch gesund und schmackhaft. Es bietet exzellenten Nährwert und unterstützt die Darmgesundheit.“

Die UHT-Milchgetränke durchlaufen einen herkömmlichen Füllprozess auf Standard-Füllmaschinen von SIG Combibloc für Getränke. In diesen Füllmaschinen wird jede Kartonpackung einzeln aufgeformt, sterilisiert und befüllt. Nach dem Füllprozess wird die Packung oberhalb des Füllspiegels – und nicht durch das Produkt hindurch – per Ultraschall versiegelt. So wird verhindert, dass Stückchen oder Fasern in der Siegelnaht eingeschlossen werden.

Nächste Generation steht bereit

Die Erfolgsgeschichte traditioneller Super-Samen geht zweifelsfrei weiter. Doch was kommt nach Chia, Amarant, Quinoa, Hanf, Leinsamen und Sesam? Julia Trebels: „Auf der Suche nach Urformen gesunder Nahrungsmittel lassen sich Menschen von den unterschiedlichsten Kulturkreisen inspirieren. Interessant werden könnten in Zukunft beispielsweise die Samen des Moringa-Baumes, auch Meerrettichbaum genannt, denen man gute Anti-Aging- und antibiotische Eigenschaften zusagt. Sie können roh, geröstet oder wie Erbsen gekocht gegessen werden und sollen entwässernde, beruhigende und schmerzstillende Wirkung haben. Gleichermaßen hat Nigella-Samen, auch bekannt als Schwarzkümmel, Potenzial, in die nächste Generation der Super-Seeds einzusteigen. Die schwarzen Samen haben ein leicht pfeffriges Aroma und sollen durch ihre ätherischen Öle helfen, Atemwegserkrankungen zu lindern. Ebenfalls im Visier gesundheitsaffiner Verbraucher sind Sacha Inchi-Samen, die den Omega-3-Gehalt sowie die Protein-, Kalzium- und Vitamin-E-Menge von Chia nochmals übertreffen. Die getrockneten Inka-Nüsse können roh gegessen oder weiter verarbeitet werden, wirken leistungs- und konzentrationssteigernd und haben einen positiven Einfluss auf den Blutkreislauf. Nicht zuletzt sind die Hirse-Sorten Teff und Sorghum sowie Senfsaat Anwärter für die Hitliste der kommenden Super-Foods.“

 

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Über SIG Combibloc

SIG Combibloc ist einer der weltweit führenden Systemhersteller von Kartonpackungen und Füllmaschinen für Getränke und Lebensmittel und erzielte 2015 mit rund 5.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 1.720 Millionen Euro.

 

Unternehmen

SIG Combibloc GmbH

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