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Die Gerresheimer AG hat das Geschäftsjahr 2016 erfolgreich abgeschlossen und sieht gute Wachstumsperspektiven für die nächsten Jahre. Der Umsatz stieg um 7,2 Prozent auf knap 1,4 Mrd. Euro. Das Investitionsvolumen betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 8,2 Prozent des währungsbereinigten Umsatzes. Für 2017 strebt das Unternehmen eine durchschnittliche organische Wachstumsrate des Umsatzes in Höhe von 4 bis 5 Prozent an.

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Am tschechischen Standort der Gerresheimer Gruppe werden hauptsächlich Asthma-Inhalatoren für namhafte Pharmaunternehmen produziert.  (Foto: Gerresheimer)

Gerresheimer stellt Verpackungen für Medikamente und Kosmetik aus Glas und Kunststoff her. (Foto: Gerresheimer)

Der Umsatz von Gerresheimer stieg im Geschäftsjahr 2016 (1. Dezember 2015 bis 30. November 2016) um 7,2 Prozent auf 1.375,5 Mio. Euro. Organisch ist der Umsatz um 2,9 Prozent auf 1.383,1 Mio. Euro gestiegen, und lag damit im Zielkorridor von 1.400 Mio. Euro bei einer Bandbreite von plus und minus 25 Mio. Euro. Umsatzzuwächse wurden insbesondere mit Inhalatoren, Kunststoffverpackungen für Medikamente, Injektionsfläschchen und Kosmetikglas verzeichnet.

Das operative Ergebnis stieg im Geschäftsjahr 2016 auf 307,8 Mio. Euro, währungsbereinigt auf 311,3 Mio. Euro, und lag damit am oberen Ende der prognostizierten 305 Mio. Euro bei einer Bandbreite von plus und minus 10 Mio. Euro. Die Adjusted EBITDA-Marge lag mit erreichten 22,4 Prozent erstmals oberhalb von 22 Prozent, bei einem Vorjahreswert von 20,5 Prozent. Das Konzernergebnis stieg um 49,3 Prozent auf 168,2 Mio. Euro, insbesondere auch aufgrund des Verkaufs des Geschäftsbereichs Life Science Research. Das um Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis nach Minderheiten je Aktie stieg von 3,41 Euro auf 4,22 Euro.

Im Geschäftsjahr 2016 investierte Gerresheimer 113,2 Mio. Euro nach 125,8 Mio. Euro im Vorjahr und damit 8,2 Prozent des währungsbereinigten Umsatzes ohne den Geschäftsbereich Life Science Research. Das Unternehmen hat weiter in die Standardisierung und Modernisierung des Maschinenparks im Glassegment investiert. Außerdem wurde das deutsche Kosmetikglaswerk in Tettau modernisiert und die Dekorationskapazitäten erweitert. Das Werk zur Herstellung medizinischer Kunststoffsysteme wie Asthma-Inhalatoren in Peachtree City in den USA wurde weiter ausgebaut.

„2016 war ein erfolgreiches Jahr für uns. Wir haben in allen wichtigen Kennzahlen unsere Prognosen erreicht und sind ordentlich gewachsen. Wir haben uns in 2016 weiter auf unser Kerngeschäft fokussiert. Wir werden jetzt unsere Entwicklungsleistungen und Produktangebote für die Biotech- und Spezialpharmaindustrie kontinuierlich ausbauen. Darüber hinaus streben wir an, unsere Profitabilität weiter zu steigern. Das Unternehmen ist bereit für die Herausforderungen der nächsten Jahre“, sagte Uwe Röhrhoff, Vorstandsvorsitzender der Gerresheimer AG.
Zum 31. Oktober 2016 hatte Gerresheimer den Geschäftsbereich Life Science Research, der Laborglas herstellt, verkauft. Internationalen Bilanzierungsregeln (IFRS) folgend wird somit dieser Teil als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert. Vereinfacht werden ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung als aufgegebener Geschäftsbereich alle Aufwands- und Ertragspositionen aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des laufenden Jahres sowie rückwirkend aller zu berichtenden Vergleichsperioden angepasst und in einer separaten Position gezeigt.

Gerresheimer erwartet weiteres Wachstum im Geschäftsjahr 2017

Für das Geschäftsjahr 2017 erwartet Gerresheimer einen währungsbereinigten Konzernumsatz von rund 1,43 Mrd. Euro (Bandbreite: plus/minus 25 Mio. Euro) nach 1.375,5 Mio. Euro in 2016. Für das Adjusted EBITDA wird im Geschäftsjahr 2017 mit einem Anstieg auf rund 320 Mio. Euro (Bandbreite: plus/minus 10 Mio. Euro) nach 308 Mio. Euro in 2016 gerechnet. Basierend auf der Verbesserung beim Adjusted EBITDA soll sich das bereinigte Ergebnis je Aktie nach Minderheiten, als Basis der Ausschüttungspolitik der Gerresheimer AG, auf einen Wert in der Bandbreite von 4,20 Euro je Aktie bis 4,55 Euro je Aktie erhöhen (2016 bereinigt um den aufgegebenen Geschäftsbereich Life Science Research: 4,07 Euro je Aktie).

Das Investitionsvolumen des Geschäftsjahres 2017 wird im Wesentlichen aufgrund der guten Wachstumsperspektiven sowie infolge der Initiativen zur Produktivitäts- und Qualitätssteigerung voraussichtlich rund 8 Prozent des Umsatzes zu konstanten Wechselkursen betragen. Darüber hinaus hat das Unternehmen folgende Erwartungen bis Ende 2018:

  • Gerresheimer strebt eine durchschnittliche organische Wachstumsrate des Umsatzes in Höhe von 4 bis 5 Prozent an.
  • Für die Adjusted EBITDA-Marge strebt das Unternehmen einen Zielwert von rund 23 Prozent für das Geschäftsjahr 2018 an und erhöht damit seine bisherige Erwartung von über 22 Prozent für diese Kennzahl.
  • Um diese Ziele zu erreichen, wird höchstwahrscheinlich ein jähr-liches Investitionsvolumen in der Größenordnung von rund 8 Prozent des Umsatzes zu konstanten Wechselkursen benötigt.
  • Neben den operativen Maßnahmen hat sich das Net Working Capital-Profil unter anderem auch durch den Verkauf des Röhrenglasgeschäftes und des Geschäftsbereiches Life Science Research sowie durch die Akquisition von Centor deutlich verbessert. So erwartet das Unternehmen künftig ein durch-schnittliches Net Working Capital im Verhältnis zum Umsatz von rund 16 Prozent (vormals rund 17 Prozent).
  • Gerresheimer erwartet weiterhin eine Operating Cash Flow-Marge von ca. 13 Prozent.

Als langfristige Zielvorgabe strebt das Unternehmen an:

  • Unverändert einen ROCE von mindestens 12 Prozent zu erreichen.
  • Gerresheimer hält ein Verhältnis Nettofinanzschulden zu Adjusted EBITDA von rund 2,5 für richtig, was temporär darunter bzw. darüber liegen darf, da sinnvolle M&A-Aktivitäten nicht genau planbar sind.

Firmeninfo: Gerresheimer

Gerresheimer ist nach eigener Angabe einer der weltweit führenden Partner der Pharma- und Healthcare-Industrie und stellt Verpackungen für Medikamente und Kosmetik aus Glas und Kunststoff her. Das Unternehmen ist weltweit vertreten und beschäftigt rund 10.000 Mitarbeiter. Mit Werken in Europa, Nord- und Südamerika und Asien erwirtschaftet Gerresheimer einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro. Das breite Angebotsspektrum umfasst pharmazeutische Verpackungen sowie Produkte zur einfachen und sicheren Verabreichung von Medikamenten: Insulin-Pens, Inhalatoren, vorfüllbare Spritzen, Injektionsfläschchen, Ampullen, Flaschen und Behältnisse für flüssige und feste Medikamente mit Verschluss- und Sicherheitssystemen sowie Verpackungen für die Kosmetikindustrie.

Unternehmen

Gerresheimer AG

Klaus-Bungert-Straße 4
40468 Düsseldorf
Deutschland

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