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Im Bereich der Zweitverpackung setzen noch viele KMUs auf manuelle Beschickung. Durch die immer effizienter werdenden Erstverpackungstechnologien entsteht so oft ein Rückkopplungseffekt: die Zweitverpackung kann den Anforderungen der Produktion in Sachen Geschwindigkeit nicht standhalten. Auch Bridgetown Natural Foods, ein US-Co-Packer für Bio- und glutenfreie Produkte, hatte zunächst die Erstverpackung optimiert, dann aber festgestellt, dass die Zweitverpackung der hohen Ausbringung nicht gewachsen war. Um die Gesamtanlageneffektivität zu erhöhen, investierte Bridgetown in den Sigpack TTM1-Toploader von Bosch.

Der Sigpack TTME ist mit einer Leistung von 30 Schachteln pro Minute die ideale Einstiegsmaschine zur Automatisierung der Zweitverpackung.(Foto: Bosch)

Der Sigpack TTME ist mit einer Leistung von 30 Schachteln pro Minute die ideale Einstiegsmaschine zur Automatisierung der Zweitverpackung. (Foto: Bosch)

Globalisierung und zunehmende Konkurrenz am Markt erschweren kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs) oft den Markteintritt. Wurde ein Produkt mit großem Gewinnpotenzial entwickelt, muss es schnellstmöglich auf den Markt gebracht werden. Damit das Unternehmen und sein Portfolio langfristig wachsen können, ist eine profitable Produktion unerlässlich. Hersteller müssen dafür ihre Kosten ausbalancieren, ohne Abstriche bei der Nahrungsmittelqualität und -sicherheit zu machen. Die Bewältigung dieser Herausforderungen steht und fällt mit der Frage „Wollen wir die Produktion automatisieren – ja oder nein?“ Automatisierung bedeutet ein hohes Maß an Standardisierung, was wiederum die Produktion mit zuverlässiger und gleichbleibend hoher Qualität erlaubt. In automatisierte Prozesse zu investieren, ist zukunftsweisend, die Anschaffungskosten jedoch zunächst relativ hoch. Durch Synergieeffekte in der Produktion zahlt sich die Kapitalanlage jedoch vergleichsweise schnell wieder aus. Entscheidend ist hier auch die Betrachtung der Total Cost of Ownership (TCO).

Aussichtsreiche Automatisierung für KMUs

In den USA zum Beispiel sind KMUs das Rückgrat der nationalen Wirtschaftskraft und repräsentieren 99 Prozent aller Firmen mit weniger als 500 Mitarbeitern. Der amerikanische Nahrungsmittelmarkt ist groß, komplex und sehr umworben: US-Bürger geben im Schnitt 12,4 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. Zudem sind knapp zehn Prozent der amerikanischen Arbeitnehmer in der Landwirtschaft und deren verwandten Industrien tätig, davon 1,82 Millionen in der Nahrungs-, Getränke und Tabakherstellung. Im Zucker- und Süßwarenbereich gibt es dort schätzungsweise 1.550 Unternehmen. Am US-Schokoladenmarkt sind neben den Marktführern Hershey, Mars und Lindt & Sprüngli auch noch 12,4 Prozent kleinere, lokale Unternehmen tätig. Mehr und mehr davon fokussieren ihre Produktion auf Schoko-, Müsli-, Granola- und andere Riegelsorten. Nicht ohne Grund drängen viele Hersteller auf diesen Markt: Riegel sind auf dem Vormarsch. Durch ihre handliche Größe sind sie ein perfekter Wegbegleiter für den Alltag und Symbol für den On-the-Go-Lifestyle.

Riegel und Co. stellen aber auch eine ständige Herausforderung dar: Kunden erwarten in regelmäßigen Abständen neue Produkte, in verschiedenen Größen und saisonal abgewandelt. Daher wird für die Produktionslinie und Erstverpackung nahezu flächendeckend automatisiert gefertigt. Dadurch kann eine konstante Qualität gewährleistet werden, was sich wiederum positiv auf das Markenimage auswirkt. Eine automatisierte Zweitverpackung – im Nachgang zur Produktionslinie – kann Qualität sichern, Kosten einsparen und sich flexibel auf verschiedene Marktanforderungen einstellen. Trotz Wachstum stellt sich vielen KMUs die Frage, inwieweit die Umstellung auf eine automatisierte Zweitverpackung rentabel ist.

Das patentierte Umstellkonzept ermöglicht einfache, werkzeuglose Formatwechsel mit einem vertikalen Neustart innerhalb weniger Minuten. (Foto: Bosch)
Eine gelungene Automatisierung der Zweitverpackung beim US-Auftragshersteller Bridgetown Natural Foods. (Foto: Bosch)
Der einstellbare Schachteltransport bietet optimale Zuverlässigkeit und Flexibilität. Flexible Beladegrößen und einstellbare Schachtelabstände gewährleisten dauerhafte Variabilität. (Foto: Bosch)

Automatisierung erlaubt es, flexibel auf Wettbewerb, Marktdynamik und die sich ständig wandelnden Anforderungen zu reagieren. Mit steigender Flexibilität erhöht sich auch die Gesamtanlageneffektivität des Verpackungssystems: So können vor allem in der Zweitverpackung die hohen Geschwindigkeiten von der Erstverpackung aufgenommen werden. Ein repräsentatives Beispiel ist Bridgetown Natural Foods, ein rasant wachsender US-Fertigungspartner für führende Unternehmen im verpackungstechnisch anspruchsvollen Markt der Bio- und glutenfreien Produkte und natürlichen Snacks. Das Unternehmen antwortet auf die wachsenden Produktionsanforderungen und die steigenden Industriestandards mit einem höheren Automatisierungsgrad der Kartonierung. Das Einhalten von hohen Produktionsstandards ist nicht nur sicherheitsrelevant für Mensch und Produktion, sondern hat auch wirtschaftliche Auswirkungen. So kann man durch Automatisierung hohen Qualitätsansprüchen gerecht werden und Fehler minimieren. Denn eine Maschine kann im Gegensatz zum Menschen auch langfristig monotone Arbeiten verrichten und dabei zuverlässig gleichbleibende Qualität liefern.

Die Fabrik der Zukunft ist intelligent und vernetzt. Industrie 4.0 erfordert Lösungen, die Bediener besser denn je bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Das HMI ist ein wesentlicher Schlüssel auf dem Weg dazu. (Foto: Bosch)
Die schonende Formung des Kartons bei moderater Taktgeschwindigkeit garantiert eine sichere und präzise Schachtelaufrichtung. Die kontrollierte Handhabung der Zuschnitte erlaubt die Verarbeitung von Material mit hohem Recyclinganteil. (Foto: Bosch)

Strengere Regularien in der Nahrungsmittelindustrie verlangen nach einer Neudefinition hoher Standards. Es gibt bereits diverse Regularien zur Hygiene (VDI-Richtlinie 4066), Zertifizierungen für die hygienegerechte Produktion (EHEDG), das HACCP-System und natürlich ISO. Im Falle Bridgetown ist das Einhalten von Standards für die Produktion von Bio-, glutenfreien und koscheren Lebensmitteln produktionsnotwendig, denn erst wenn die Riegel sicher im Schlauchbeutel verpackt sind, kann ein Hygieneschutz gewährleistet werden. Hier trägt im Nachgang auch die Automatisierung der Zweitverpackung dazu bei, dass Hygienevorschriften optimal eingehalten werden.

Insbesondere im Bereich der Zweitverpackung setzen noch viele KMUs auf manuelle Beschickung. Durch die immer effizienter werdenden Erstverpackungstechnologien entsteht so oft ein Rückkopplungseffekt: die Zweitverpackung kann den Anforderungen der Produktion in Sachen Geschwindigkeit nicht standhalten. Auch im Falle Bridgetown hatte das Unternehmen zunächst die Erstverpackung optimiert, dann aber festgestellt, dass die Zweitverpackung der hohen Ausbringung nicht gewachsen war. Um die Gesamtanlageneffektivität zu erhöhen, investierte Bridgetown in den Sigpack TTM1-Toploader von Bosch. Dank der Automatisierung konnte das Unternehmen die Produktivität erhöhen, da es zu weniger geplanten und ungeplanten Stillstandszeiten kam. Auch eine höhere Ausbringung wurde durch das bessere Verzahnen von Erst- und Zweitverpackung ermöglicht.

Dank der konstant hohen Leistung des Sigpack TTM1 Kartonierers kann nun mit der Erstverpackungsanlage eine höhere Taktzahl gefahren werden – und so einfach die Produktivität gesteigert werden. Bei Bridgetown werden im 24-Stunden-Dauerbetrieb die Produkte in bis zu 90 Schachteln pro Minute sicher verpackt. Ungeplante Stillstandszeiten werden durch den schonenden Formprozess und der hundertprozentigen Schachtelkontrolle vermieden.

Automatisierung als Schlüssel zu mehr Flexibilität

Flexibilität ist bei Unternehmen jeder Größe zunehmend wichtig, um wettbewerbsfähig zu sein und auf wechselnde Anforderungen auf dem Markt reagieren zu können. Bei Bridgetown war Flexibilität beispielsweise eine zentrale Anforderung der Vertragspartner durch das breite Kundenportfolio mit 20 verschiedenen Riegelsorten. Das patentierte Formatwechselkonzept des Sigpack TTM1 von Bosch ermöglicht eine einfache und werkzeuglose Umstellung von Packstilen und unterschiedlichen Formaten innerhalb weniger Minuten. Der vertikale Neustart kommt ohne zusätzliche Anlaufzeit zur Feinjustierung aus.

Ein hoher Automatisierungsgrad hat hier den Vorteil schneller, flexibler Wechsel ohne großen Initialaufwand, Einarbeitungen oder Qualitätseinbußen nach der Umstellung. Mit eben dieser Flexibilität kommt der Sigpack TTM1 gerade den Anforderungen der kleinen und mittleren Betriebe der Nahrungsmittelindustrie mit ihren vielfältigen Aufgabenstellungen und zahlreichen Chargen- und Produktwechseln in besonderer Weise entgegen.

Für mittelständische Unternehmen und auch Co-Packer-Betriebe, wie Bridgetown, die für verschiedene Kunden produzieren und verpacken, ist der Sigpack TTM1 Kartonierer eine Investition in die Zukunft. „Wir sind sehr zufrieden. Dank der konstant hohen Leistung der TTM1-Kartonierer konnten wir unsere Gesamtanlageneffektivität maßgeblich steigern“, so Dan Klock, CEO von Bridgetown Natural Foods.

Literatur: Firoozmand et al. (2015). State of SME Finance in the United States in 2015. Available online: http://www.tradeupfund.com/uploads/2/6/0/4/26048023/state_of_sme_finance_in_the_united_states_2015.pdf
United States Department of Agriculture (2014). Food accounts for 12.6 percent of American households’ expenditures. Available online: https://www.ers.usda.gov/data-products/chart-gallery/gallery/chart-detail/?chartId=58276
United States Department of Agriculture (2014). Agriculture and its related industries provide about 10 percent of U.S. employment. Available online: https://www.ers.usda.gov/data-products/chart-gallery/gallery/chart-detail/?chartId=58282
United States Department of Agriculture (2014). Food manufacturing accounts for 14 percent of all U.S. manufacturing employees. Available online: https://www.ers.usda.gov/data-products/chart-gallery/gallery/chart-detail/?chartId=58286
Statista (2016). Market share of the leading chocolate companies in the United States in 2016. Available online:
https://www.statista.com/statistics/238794/market-share-of-the-leading-chocolate-companies-in-the-us/
EUFIC (2013). Standards der Lebensmittelbranche – Fokus auf HACCP. Available online: http://www.eufic.org/article/de/artid/Standards-der-Lebensmittelbranche-Fokus-auf-HACCP/
2 KFW (2015). Der Mittelstand in Deutschland. Available online: https://www.kfw.de/migration/Weiterleitung-zur-Startseite/Startseite/KfW-Konzern/KfW-Research/News/PDF-Dokumente-Research/STB-Mittelstand.pdf
3 BLL (2015). Unsere Lebensmittelwirtschaft eine starke Kraft für Deutschland. Available online: http://www.bll.de/download/pb-flyer-wirtschaftskraft

 

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