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Der Blick ins Supermarktregal zeigt: Zweidimensionale Codes sind auf dem Vormarsch, viele Verpackungen tragen bereits die schwarz-weißen Pixelbilder. Ihre Bedeutung in der Industrie und Intralogistik wächst rasant, denn 2D Codes wurden für die schnelle maschinelle Erfassung designt, sind durch Datenredundanz auch beschädigt meist noch lesbar und können auf weniger Raum deutlich mehr Informationen verschlüsseln als der traditionelle Barcode. Dadurch erschließen sich zahlreiche neue Anwendungsbereiche.

ISO/IEC 15415 Qualitätsmessung mit dem REA VeriCube.  (Foto: REA)

ISO/IEC 15415 Qualitätsmessung der Codes mit dem REA VeriCube. (Foto: REA)

Verpackungs- und Marketingexperten müssen bei der Produktkennzeichnung zahlreiche Richtlinien beachten und gleichzeitig das Corporate Design berücksichtigen. Ein Heimspiel für den 2D Code, der dank hoher Dichte auf wenig Fläche alle erforderlichen Informationen liefert, wie die Haltbarkeit eines Artikels, aus welcher Charge er stammt und wo er produziert wurde. Darüber hinaus erhalten Kunden und Interessenten per QR Code und Mobiltelefon auf der Homepage des Herstellers nützliche Zusatzinformationen und werden enger an das Unternehmen gebunden.

Verbrauchersicherheit im Fokus

Die neuen Codes ermöglichen außerdem die umfassende und lückenlose Rückverfolgung von Waren, ein bedeutender Vorteil angesichts täglicher Rückrufaktionen in allen Industriezweigen. Ob Salmonellen in Lebensmitteln, verunreinigte Kosmetik oder mangelhafte Komponenten – fehlerhafte Produkte können den Verbraucher schädigen und verursachen beim Unternehmen Imageverluste und massive wirtschaftliche Einbußen. Über den 2D Code kann bei Bedarf jeder einzelne Artikel weltweit lokalisiert werden und anhand der spezifischen Seriennummer von Hersteller und Konsument gleichermaßen eindeutig identifiziert werden. So kann festgestellt werden, ob der vorliegende Artikel betroffen ist und aus dem Verkehr gezogen werden muss. Seriös und nachhaltig agierende Unternehmen können durch richtige Anwendung und Spezifikation der Inhalte von 2D Codes Rückrufe eingrenzen, Kosten sparen und Verantwortung für den Verbraucherschutz übernehmen.

Größenvergleich: 1D Code mit fünf Zeichen, 2D Code mit 512 Zeichen Dateninhalt. (Foto: REA)
Größenvergleich: 1D und 2D Code mit identischem Dateninhalt. (Foto: REA)
2D Codes lesen mit der REA PharmaScan App. (Foto: REA)
Die Eigenschaften der wichtigsten 2D Codes.

Markenschutz ist Pflicht

Brancheninsidern zufolge sind mittlerweile etwa zehn Prozent aller weltweit verkauften Arzneimittel gefälscht oder manipuliert. Auch gestrecktes Olivenöl und billiger Wein gelangen als vermeintlich edle Tropfen in den Handel, ebenso wie täuschend echtes technisches „Originalzubehör“. Minderwertige Plagiate führen zum Umsatzrückgang und sind eine Gefahr für Leib und Leben. Auf der Suche nach Abhilfe nutzen der Gesetzgeber und Branchen, wie die Mode- und Pharmaindustrie, den 2D Code für die umfassende, durchgängige Verpackungskennzeichnung. Ein prominentes Beispiel ist die Delegierte Verordnung (EU) 2016/161 zum Fälschungsschutz verschreibungspflichtiger Arzneimittel: Hier dient ein ISO-genormter 2D Data Matrix Code als Zertifikat. Vor Abgabe des Medikaments an den Patienten gleicht der Apotheker die Seriennummer mit einer Datenbank ab und stellt damit sicher, dass nur vertrauenswürdige Medikamente in Verkehr gebracht werden. Hersteller technischer Produkte markieren nicht mehr nur die Verpackung, sondern darüber hinaus die Ware selbst mit einem 2D Code, hierfür hat sich der Begriff Direct Part Marking (DPM) etabliert.

REA JET HR mit HP Kartuschentechnologie. (Foto: REA)
Palettenetikettierer von REA JET. (Foto: REA)
Der CO2-Laser REA JET CL. (Foto: REA)
HP Indigo 12000 Digital Press Digitaldruckmaschine. (Foto: HP)
REA-Niederlassung in Polen mit QR Code. (Foto: REA)

Intralogistik beschleunigen

Auch bei der automatisierten Warensteuerung punktet der 2D Code mit seinen Vorteilen und eindeutigen, maschinenlesbaren Zustandsinformationen, denn im Zeitalter des Onlinehandels und des Internets der Dinge wachsen die Anforderungen an Fertigung und Verpackung. Mit einer Industrie-4.0-tauglichen Infrastruktur kann der Material- und Informationsfluss gesteuert, beschleunigt und fehlerfrei beherrscht werden. So wird bei immer vergleichbareren Produkten eine Differenzierung vom Wettbewerb durch hohe Verfügbarkeit und Liefergeschwindigkeit zu reduzierten Kosten möglich.

Alle großen Paketdienste nutzen heute durchgängig 2D Codes für erweiterte Sendungsinformationen auf Verpackungen und Begleitpapieren: UPS verwendet den Maxi Code, DPD den Aztec-Code, GLS den Data Matrix Code und selbst die klassische Briefmarke wird zunehmend durch online gedruckte 2D Codes ersetzt. Die Entgeltsicherung erfolgt hier über kryptografisch verschlüsselte Information im Code, nachdem sich der Kunde beim Dienstleister registriert hat.

Variable Kennzeichnung

Um 2D Codes in erforderlicher Qualität und Geschwindigkeit zu generieren, zu drucken und zu verwalten gibt es je nach Produkt, Material, Anwendung und Fabrikation unterschiedliche Technologien. In der Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelbranche dominieren industrielle Kennzeichnungssysteme mit HP Kartuschentechnologie, die Verpackungen und Produkte sauber, schnell und berührungslos mit Tinte beschriften. Mit den flexibel positionierbaren, wartungsfreien Industriedruckern werden unterschiedlichste Oberflächen wischfest markiert.

Auch die Kennzeichnung mit Etiketten ist möglich. Die 2D Codes werden dann häufig von in die Verpackungslinie integrierten Thermo- und Thermotransferdruckern, Inline-Druckmodulen oder Inkjet-Druckern auf zumeist selbstklebende Labels gedruckt und anschließend aufgespendet.

Wenn eine unverlierbare Kennzeichnung in exzellenter Qualität gefragt ist, kommen moderne industrielle Laserkennzeichnungssysteme zum Einsatz. Für die berührungslose Direktmarkierung von Produkten aus Kunststoff, Metall und anderen Oberflächen werden insbesondere CO2- oder Faserlaser eingesetzt.

Im Massendruckbereich, etwa von Kartonagen, Broschüren und Beipackzetteln, setzen sich flexible, aber auch sehr kostenintensive digitale Druckmaschinen durch, die auch im Hochvolumenbereich variabel arbeiten.

Die Qualität ist entscheidend

Jedes Unternehmen, das Codes druckt und verwaltet, sollte diese einer genormten Druckqualitätskontrolle nach ISO/IEC 15415 unterziehen, denn Schwankungen von Oberflächen, Farben, Materialstrukturen, Produktionsbedingungen, Tinten und vieles mehr können sich negativ auf die Druckqualität von 2D Codes auswirken. Obwohl auch beschädigte oder schlecht gedruckte Codes häufig noch mit Handscannern oder Mobiltelefonen lesbar sind, können Mängel in vollautomatisierten Prozessen teuer zu stehen kommen und bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten schlimmstenfalls zum kompletten Leseausfall führen. Über die Bedeutung der Qualitätskontrolle referiert Wilfried Weigelt, Leiter REA VERIFIER, am 8. Mai, 14 Uhr, in Halle 10, Raum 10.1, auf der interpack im Rahmen des HP SPS Partner Technology Forums.

Gekommen, um zu bleiben

Angesichts der zahlreichen Vorteile im Vergleich zum traditionellen Barcode setzt sich der 2D Code auf breiter Front durch: Er verschlüsselt mehr Informationen auf weniger Raum, erfüllt die gesetzlichen Vorgaben, ermöglicht Marketingaktionen und Webverlinkungen, beschleunigt die Intralogistik, realisiert Herkunftsnachweis und Fälschungsschutz und hat daher zu Recht einen unaufhaltsamen Siegeszug angetreten.

 

Messe interpack:
Halle 11, Stand E30