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Erwartungsvoll blickt die Verpackungsbranche auf die interpack 2017. Welche neuen Technologien und Verpackungs­innovationen erwartet die Fachbesucher aus der Fleischbranche? Und welche Trends werden das Portfolio der Aussteller prägen? Die neue-verpackung-Redaktion sprach darüber mit Stefan Dangel, Marketing- und Vertriebsleitung der Sealpac GmbH, einer der führenden Anbieter moderner Traysealer- und Thermoform-Technologie.

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Der Oldenburger Verpackungsspezialist mit Hightech-Lösungen „Made in Germany“ präsentiert auf der Messe Hochleistungsanlagen sowie Neuheiten rund um den aktuellen Skin-Trend und stellt im Rahmen der Sonderschau „innovationparc packaging“ eine neue Verpackungslösung für zum Beispiel frisches Obst und Gemüse vor, die dem vorzeitigen Verderb und somit dem Totalverlust von Lebensmitteln entgegenwirken soll.

(Foto: Sealpac)
(Foto: Sealpac)
„Um innovative, realisierbare 
Neuerungen anbieten zu können, muss man sich auch als Spezialist mit dem gesamten Prozess 
befassen.“ Stefan Dangel, 
Marketing- und Vertriebsleitung der Sealpac GmbH (Foto: Sealpac)

neue verpackung: Herr Dangel, die interpack, die mit ihren Ausstellern die gesamte Wertschöpfungskette des Verpackungsprozesses abbildet, ist 2017 das Event des Jahres der Branche. Wie hat sich Sealpac auf diese wichtige Messe vorbereitet?
Stefan Dangel: Nicht nur im Hinblick auf die interpack haben wir uns mit unseren Kapazitäten noch stärker auf unsere Kernprodukte, unsere Traysealer und Thermoformer, konzentriert, um auch weiterhin technologisch mindestens einen Schritt voraus zu sein. Das hat sich bereits im Vorfeld der Messe ausgezahlt: Sealpac blickt auf ein äußerst erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 zurück. In einigen europäischen Märkten konnten wir deutliche zweistellige Zuwachsraten verzeichnen. Was neue Verpackungskonzepte angeht: Hier stellt der aktuell sehr aktive Markt mit neuen Trends und sich wandelnden Konsumgewohnheiten der Verbraucher teilweise große Herausforderungen an die Maschinenbauer. Um innovative, realisierbare Neuerungen anbieten zu können, muss man sich auch als Spezialist, so wie wir, mit dem gesamten Prozess befassen. Das geht nur, wenn man sich mit Spezialisten anderer Disziplinen zusammenschließt, um am Ende wirklich die beste Lösung für den Kunden herauszuarbeiten. Das ist der Weg, den wir für am erfolgversprechendsten halten und aus dem unser interpack-Programm entstanden ist.

Bester Produkt- und Auslaufschutz durch Tray-Skin: Die eng anliegende Folie verhindert Aussaften und Verrutschen des Inhalts. (Foto: Sealpac)

Bester Produkt- und Auslaufschutz durch Tray-Skin: Die eng anliegende Folie verhindert Aussaften und Verrutschen des Inhalts. (Foto: Sealpac)

neue verpackung: Welche Themen dürfen wir von Sealpac auf der interpack erwarten?
Stefan Dangel: Einer unserer Messeschwerpunkte ist die weitere Optimierung unserer Traysealer-Technologie. Unsere Anlagen werden in der Regel in einem sehr anwendungsintensiven Umfeld eingesetzt und sind oft rund um die Uhr im Einsatz. Eine Life-Time-Performace von 400 Millionen Verpackungen ist keine Seltenheit. Da die allermeisten Weiterentwicklungen und Innovationen im primären Verpackungssegment aus dem vorgefertigten Verpackungssegment, also dem Traysealer-Segment, kommen, waren wir in den letzten Jahren in den Detailbereichen sehr aktiv. Auf der interpack präsentieren wir nun unsere neue Servotechnik Servo plus. Die aktuelle Traysealer-Generation enthält keine korrodierenden mechanischen Teile, wie Zahnstangen- oder Spindelantriebe in den Hubsystemen, und ist somit besonders verschleißarm. Die optimale Kraftumsetzung resultiert aus einer perfekten Kombination aus Kinematik und Dynamik. Gleichzeitig konnten wir den Druckluftverbrauch um bis zu 90 Prozent senken. Insgesamt wird zugleich der Wartungsaufwand in den nächsten Jahren geringer, das heißt, auch die Verfügbarkeit der Maschinen erhöht sich. Sie lassen sich also noch effizienter einsetzen. Außerdem haben wir mit den technischen Verbesserungen eine bislang unerreichte Laufruhe der Anlagen in diesem Maschinensegment erzielt. Das bringt eine Reihe weiterer Vorteile mit sich: Die Maschinen können optimal eingestellt werden. Und auch auf das Umfeld wirkt sich die Laufruhe positiv aus.

neue verpackung: In welcher Form zeigen Sie dies auf der interpack?
Stefan Dangel: Die Messebesucher können sich anhand einer Sealpac A10 davon überzeugen, einem der leistungsstärksten Traysealer im Freshfood-Bereich. Diese Hochleistungsanlage, zum Beispiel ideal für die Produktion von Hackfleisch geeignet, präsentieren wir in doppelbahniger Ausführung. Dazu haben wir für unsere Gäste auch noch ein spannendes virtuelles Erlebnis vorbereitet: Anhand einer VR-Brille können sie die auf der Messe freistehende Anlage als Herzstück einer kompletten Linie erleben.

Flat-Skin: Ein Produktträger aus Karton wird mit einer polymeren Schutzschicht kaschiert. Auf diese sehr flache Unterlage wird das Packgut geskinnt. Die fertige Verpackung kann in Sachen Nachhaltigkeit nach Angaben von Sealpac massiv punkten. (Foto: Sealpac)

Flat-Skin: Ein Produktträger aus Karton wird mit einer polymeren Schutzschicht kaschiert. Auf diese sehr flache Unterlage wird das Packgut geskinnt. Die fertige Verpackung kann in Sachen Nachhaltigkeit nach Angaben von Sealpac massiv punkten. (Foto: Sealpac)

neue verpackung: Welchen aktuellen Verpackungstrend sollte die Lebensmittelbranche aus Ihrer Sicht nicht verpassen?
Stefan Dangel: Ganz klar: den Trend zu Tray-Skin. Hier beobachten wir eine signifikante Bewegung in der Handelslandschaft. Sealpac beschäftigt sich schon lange mit dem Thema. Im Jahr 2008 haben wir erstmals das von uns entwickelte Tray-Skin-Verfahren vorgestellt, bei dem das Produkt direkt in eine Verpackungsschale geskinnt wird. Damit waren wir der Zeit ein wenig voraus, zumindest was das deutschsprachige Marktumfeld betrifft. Skin war hier lange kein Thema, obwohl es für bestimmte Produkte wirklich die signifikant bessere Lösung ist.
Inzwischen hat sich die Skepsis weitgehend in Zustimmung gewandelt – auch, weil der Markt nach fast 20 Jahren MAP für Alternativen offen ist. Insgesamt sind die Vorteile von Skin-Verpackungen, und hier insbesondere Tray-Skin, für bestimmte Produkte einfach vorteilhaft und in der Gesamtbetrachtung überzeugend.

neue verpackung: Welche Vorteile würden Sie herausstellen?
Stefan Dangel: Ein großes Plus ist die verlängerte Haltbarkeit, die vor allem den Handel überzeugt. Ein Produkt, das über zwei verkaufsstarke Phasen, das heißt über Wochenenden hinweg, haltbar ist, minimiert die Abschriften-Quote. Ein weiteres Highlight ist die attraktive Optik: Eine vorgefertigte Schale lässt sich besser mit dem Produkt belegen. Es wird mit einer hochtransparenten Barrierefolie in den Tray geskinnt, verrutscht nicht in seiner Verpackung und kann somit aufrechtstehend oder hängend präsentiert werden. Tray-Skin-Lösungen lassen sich darüber hinaus mit innovativen Öffnungshilfen, wie dem von Sealpac entwickelten Easy-Peel-Point, ausstatten. Für Produkte mit Gewichtsegalisierung hat man die Möglichkeit, die fertig beschickten Schalenverpackungen vor dem Versiegeln noch einmal auf das Zielgewicht zu kontrollieren. Bei anderen Lösungen bleibt nur der Ausschuss im Nachhinein. Daher führt diese Lösung insgesamt zu einer effektiveren Produktion, also viel weniger Give-away, und erzielt daher eine spürbare Kostenoptimierung.
Als Beispiel nenne ich ein in Deutschland sehr beliebtes Kochpökelwarenprodukt, wie Kasseler. Hier bestand in Verbindung mit den Lichteinflüssen am POS und herkömmlichen MAP-Verpackungen lange Zeit ein bekanntes Farbproblem, das heißt die Produktverblassung. Mit TraySkin lässt sich dies bei knochenlosen Produkte wie Kasseler-Minutensteaks vollkommen vermeiden.
Wir demonstrieren das Tray-Skin-Verfahren auf der interpack übrigens anhand unseres Mittelklasse-Traysealers Sealpac A6, einer besonders flexibel einsetzbaren Anlage. Hier zeigen wir eine inzwischen aktiv am POS platzierte Tray-Skin-Verpackung mit allen Attributen für eine perfekte Skinverpackung. Darüber hinaus präsentieren wir als Modell eine weitere Neuheit in diesem Verpackungssegment: Eine Zwei-Kammer-Verpackung mit Perforationsschnitt. Beide Kammern sind einzeln mit Indside-Cut-Konturenschnitt, bei dem die Folie innerhalb des Schaleninnenrands sauber geschnitten wird, versiegelt – eine attraktive Lösung für Single-Portionen. Im Bereich Tray-Skin, hier werden technisch bedingt die Siegel- und Schneidevorgänge nahezu zeitgleich ausgeführt, ist dies eine bislang einzigartige Lösung.

Die Sealpac A10 ist auf volumenstarke Produktionslinien mit maximaler 
Maschinenauslastung ausgerichtet. Sie verarbeitet alle siegelfähigen Materialien. 
In ein- oder doppelbahniger Ausführung versiegelt sie vollautomatisch, abhängig 
von Schalentyp und Anwendung, bis zu 
160 Verpackungen pro Minute. (Foto: Sealpac)

Die Sealpac A10 ist auf volumenstarke Produktionslinien mit maximaler Maschinenauslastung ausgerichtet. Sie verarbeitet alle siegelfähigen Materialien. In ein- oder doppelbahniger Ausführung versiegelt sie vollautomatisch, abhängig von Schalentyp und Anwendung, bis zu  160 Verpackungen pro Minute. (Foto: Sealpac)

neue verpackung: Das klingt insgesamt fast so, als hielten Sie das Thermoform-Verfahren für überholt …
Stefan Dangel: Nein, ganz und gar nicht! Man sollte die Entscheidung wirklich vom Packgut und der Anwendung und der Zielgruppe abhängig machen. Im Bereich der Weichfolienverpackungen ist das Thermoform-Verfahren auf jeden Fall alternativlos. Ebenso auf dem weiten Feld der standardisierten Hartfolien-SB-Verpackungen. Aber dennoch gilt: Die Innovationen – und dies sind bei uns im Hause Regelbrüche, keine Produktoptimierungen – kommen mehrheitlich über vorgefertigte Schalenvariationen der zum Teil sehr innovativen Schalenhersteller

neue verpackung: Mehr Nachhaltigkeit in Sachen Verpackung ist ein wichtiges Branchenthema, das auch bei der interpack 2017 eine große Rolle spielen wird. Wo sehen Sie Ansätze, um dieses Anliegen zu verwirklichen?
Stefan Dangel: Als Verpackungsspezialist vertreten wir die Devise: So wenig Verpackung wie möglich, aber so viel wie nötig. Wir sehen in unserem technologisch meist sehr anspruchsvollen Bereich aktuell zwei Ansatzpunkte: Zum einen auf der vertikalen Ebene, in der Verwendung von immer dünneren sowie besser recycelbaren Mono-Materialien. Zum anderen in neuen Lösungen im Bereich der Faser- beziehungsweise Kartonverpackungen.

neue verpackung: Welche News hat Sealpac auf diesem Gebiet anzubieten?
Stefan Dangel: Die Innovation, die wir vorstellen, kombiniert den aktuellen Skin-Trend mit einer „Karton-Lösung“. Wir nennen dieses neue Verfahren Flat-Skin. Ein Produktträger aus Karton wird mit einer polymeren Schutzschicht kaschiert. Auf diese sehr flache Unterlage wird das Packgut geskinnt. Die fertige Verpackung kann in Sachen Nachhaltigkeit massiv punkten: Der Karton mit der Weichfolienbeschichtung erfordert schon einmal insgesamt weniger Materialeinsatz auf der Kunststoffbasis. Er ist deutlich flacher und leichter als die üblichen Trays und besteht zu einem hohen Prozentsatz aus Faserstoffen. Die Kunststoffschicht lässt sich später mit einer Peellasche einfach vom Karton abziehen und beide Bestandteile können getrennt entsorgt werden – damit überzeugt Flat-Skin aus ökologischer Sicht. Gleichzeitig bietet Flat-Skin umfassenden Produktschutz und dazu noch eine attraktive Optik: Das Produkt ist durch die eng anliegende, transparente Folie gut sichtbar und sicher fixiert auf dem Karton-Träger aufgebracht. Durch ausgezeichnete beidseitige Bedruckbarkeit lässt sich außerdem viel Information auf der Verpackung unterbringen – aus unserer Sicht eine Entwicklung mit großem Potenzial. Übrigens: Optisch ein absoluter Blickfang für besondere Produkte!

neue verpackung: Sealpac beteiligt sich außerdem an der Initiative Save Food. Wie können Sie als Verpackungshersteller zu deren Zielen beitragen?
Stefan Dangel: Save Food hat vorgerechnet: Etwa ein Drittel aller Nahrung wird verschwendet oder geht verloren. Die Initiative will zusammen mit ihren Mitgliedern aus Politik, Industrie und Gesellschaft Innovationen vorantreiben, den interdisziplinären Dialog fördern und Debatten anstoßen, um auf breiter Ebene Lösungen zu finden. Ein kleiner Teil davon besteht darin, kluge und nachhaltige Verpackungslösungen zu entwickeln, die gegen die allgemeine Wegwerfmentalität angehen und Respekt vor Nahrungsmitteln erhöhen. Als Verpackungsspezialist sehen wir es als unsere Aufgabe, mit unserem umfangreichen Know-how daran mitzuwirken.
Die Sealpac-Forschung und -Entwicklung hat sich sehr intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Unser Beitrag heißt Perfo-Lid, eine Verpackung, die ihren Inhalt umfassend schützt und diesen haltbarer macht, um die Verschwendung zu begrenzen. Wir haben Perfo-Lid zusammen mit Systempartnern, in diesem Fall
Naber Plastics B. V. und Perfo-Tec B. V., entwickelt. Es handelt sich dabei um eine atmungsaktive Verpackung für frisches Obst und Gemüse (also kurzlebige Produkte), deren Haltbarkeit jetzt durch die optimale Lagerung verbessert wird – und damit die Verweilzeit am POS erhöht. Das Ergebnis ist eine reelle zeitliche Verlängerung der Verweildauer im Regal, die wir auf der interpack auch im Rahmen der Save-Food-Initiative auf der innovationparc-packaging-Fläche vorstellen werden.
Zentrale Idee der Entwicklung ist eine kontrollierte Sauerstoffzufuhr durch eine spezielle Laser-Perforation der Oberfolie, die auf das jeweilige Produkt individuell abgestimmt ist. Die Perfo-Lid-Verpackung besteht aus einem Tray mit wiederverschließbarem Deckel und wird unter EMAP (Equilibrium Modified Atmosphere Packaging) versiegelt. Das Verfahren funktioniert nach unserem in der Branche bereits bekannten, mehrfach ausgezeichneten Easy-Lid-Verfahren: Dabei werden spezielle Schalen mit einem perforierten Deckelring ausgestattet und mit einer Folie hermetisch verschlossen. In nur einem Produktionsschritt wird eine zuverlässige Versiegelung vorgenommen, aus der beim ersten Öffnen ein Deckel entsteht.
Perfo-Lid ist bereits erprobt und die Ergebnisse überzeugen. Ein großer namhafter Anbieter im Ausland setzt das Verfahren beispielsweise für Himbeeren und Erdbeeren ein, die damit zwei Tage mehr an Haltbarkeit gewinnen.

neue verpackung: Verraten Sie uns noch zum Abschluss, was sich hinter der Live-Kochshow auf dem Sealpac-Stand verbirgt?
Stefan Dangel: Das Convenience-Segment bietet dem Funktionsdreieck Produzent-Handel-Konsument ein großes Potenzial, das noch lange nicht ausgeschöpft ist. „Ready-to-cook“ lautet hier ein Stichwort, also Produkte in Verpackungen aus Materialien, wie Alu, C-PET oder PP, in denen diese ohne Entnahme in der Mikrowelle oder im Ofen erhitzt werden können. Um zu zeigen, was in diesem Segment alles möglich ist, haben wir für die interpack eine Live-Kochshow vorbereitet. Vom Grillkäse bis zur gegarten Hähnchenbrust zeigen wir, welche wohlschmeckenden, ernährungs-physiologisch hochwertigen Speisen sich mit Geling-Garantie auf diese Weise „zaubern“ lassen. Und unsere Messegäste werden von den wirklich herausragenden Geschmackserlebnissen überrascht sein, davon bin ich überzeugt.
In diesem Bereich gibt es zahlreiche originelle und innovative Ideen, von denen sich die Fachbesucher inspirieren lassen können. Das interpack-Publikum darf sich bei seinem Rundgang über unseren Messestand auf ein absolut spannendes Sealpac-Programm vorbereiten.

Unternehmen

SEALPAC GmbH

An der Kolckwiese 10
26133 Oldenburg
Deutschland

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