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Attraktive Lebensmittel, wie beispielsweise frische Garten- oder Wildkräuter, begeistern Verbraucher vor allem, wenn sie in hoch-transparenten Schalen verpackt sind. Als Material eignet sich dafür am besten PET, das durch seine glasartige Optik nichts verhüllt und am Point of Sale zum Kauf verführen soll.

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Wir sprachen mit Karsten Klimmeck, dem Geschäftsführer von ES-Plastic GmbH, über die neuen Ideen des Unternehmens aus Niederbayern und fragten auch nach der Nachhaltigkeit dieser Produkte.

neue verpackung: Wie kam ES-Plastic auf die Idee, anstelle von PP-Schalen nun PET-Schalen für Kräuter anzubieten?
Karsten Klimmeck: Seit mehr als 50 Jahren entwickeln und produzieren wir Verpackungslösungen, die überwiegend aus Polypropylen (PP) bestehen. Das kam bei unseren Auftraggebern und im Handel gut an. Aktuell haben wir für einen langjährigen Kunden eine Kräuterschale hergestellt, die in erster Linie glasklar sein musste. Schließlich soll sich der Kunde an der Theke ganz einfach von der Frische der verpackten Kräuter überzeugen können. Auf der Suche nach einem geeigneten Rohstoff, haben wir uns für Polyethylenterephtalat (PET) entschieden. Dieses Material weist neben seiner besonders hohen Transparenz auch eine große Steifigkeit auf und ist, ebenso wie Polypropylen, hundertprozentig recycelbar.

Mit innovativen Lösungen setzt ES-Plastic immer wieder Trends. Das Unternehmen fertigt Schalen in unterschiedlichsten Formen, Größen, Farben und Materialien.  (Foto: ES-Plastic)

Mit innovativen Lösungen setzt ES-Plastic immer wieder Trends. Das Unternehmen fertigt Schalen in unterschiedlichsten Formen, Größen, Farben und Materialien. (Foto: ES-Plastic)

neue verpackung: Welches Füllgut eignet sich außerdem für diese PET-Schale, und wie lässt sie sich am besten verschließen?
Karsten Klimmeck: Die aktuelle Schale wiegt 5,1 Gramm, bei einem Format von 193 mm Länge, 77 mm Breite und 41 mm Höhe. Ideal, um die etwas länglichen Kräuter samt Stielen, beziehungsweise Stängeln, zu verpacken. Wegen des schmalen Randes ist ein Verschluss mittels Flowpack vorgesehen. In diesem Verfahren legt sich eine Folie, die ebenfalls aus klarem PET besteht, während des Verpackungsprozesses locker um die Schale herum. Anschließend wird sie auf der Rückseite sowie beiden Enden verschweißt und hinterher abgeschnitten. Natürlich kann man diese Schale auf Wunsch auch in anderen Formaten oder optional mit speziellen Trennstegen anfertigen. Denkbares Füllgut sind beispielsweise gemischte Kräutersorten, knackige Salate, frisch portioniertes Obst oder geschnittenes Gemüse. Fertigt man den Rand der Schale breiter, ist auch ein klassisches Versiegeln möglich. Sofern die Lebensmittel Luft benötigen, muss eine entsprechend perforierte Oberfolie gewählt werden. Alternativ lässt sich die Kräuterschale per Deckel verschließen, der dann natürlich, genauso wie die Schale selbst, aus PET bestehen muss. Sonst wäre ja die ganze Transparenz passé.

neue verpackung: Worin unterscheiden sich PP und PET im Wesentlichen, und wie sieht es mit der Verarbeitung aus?
Karsten Klimmeck: Beide Materialien lassen sich vollständig recyceln, was hinsichtlich eines verantwortlichen Umgangs mit den Ökoressourcen ein positiver Ausgangspunkt ist. PET ist durch sein höheres spezifisches Gewicht etwas härter und verglichen mit dem weicheren PP transparenter. Generell muss man natürlich unterscheiden, welche Eigenschaften die fertigen Schalen aufweisen sollen. Ist beispielsweise eine Temperaturbeständigkeit von -20° Grad bis 120° Grad erforderlich, eignet sich PP, wohingegen PET nur bis 70° Grad formstabil bleibt. PET verfügt aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung über eine höhere Sauerstoffbarriere, was in einzelnen Fällen zu einer längeren Haltbarkeit des Produktes führen kann.

Karsten Klimmeck, 
Geschäftsführer von ES-Plastic GmbH (Foto: ES-Plastic)

Karsten Klimmeck, Geschäftsführer von ES-Plastic GmbH (Foto: ES-Plastic)

Für die Verarbeitung von PET können wir nicht dieselben Werkzeuge wie für PP verwenden, da sich PET nach der Erhitzung anders verhält und schwieriger zu schneiden ist. Andererseits lassen sich PET-Schalen hervorragend und ein bisschen schneller verarbeiten. In beiden Fällen sind wir mit unserem hauseigenen Werkzeugbau der richtige Partner, um Sonderwünsche individuell und schnell umzusetzen. Wollen Kunden besonders intensive, knallige Farben, raten wir dazu, auf das Material PP zurückzugreifen, da ja die Besonderheit von PET die extrem hohe Transparenz ist und bunte Schalen dann nicht so intensiv wirken.

neue verpackung: Was bedeutet für Sie der Begriff Nachhaltigkeit, und wie gehen Sie damit um?
Karsten Klimmeck: Wir sehen uns absolut in der Verantwortung, unsere Produktion so umweltfreundlich wie möglich umzusetzen. Egal ob unsere Kunden Schalen oder Becher aus PP, PET oder Bio-Kunststoff möchten. Sie dürfen immer sicher sein, dass alle Materialien zu 100 Prozent recycelbar sind. Wir achten auf geringstmöglichen Rohstoffeinsatz und verarbeiten alle Produktionsausschüsse weiter, um eine möglichst hohe Ausschöpfung des eingesetzten Granulats zu erzielen. Bereits während der Konstruktion der Verpackungen achten wir darauf, bei minimalem Gewicht eine maximale Stabilität zu erreichen. Auf diese Weise setzen wir so wenig fossile Rohstoffe wie nötig ein, reduzieren den Ausstoß von Treibhausgasen und tragen zu einer deutlichen Verbesserung der Ökobilanz bei. Positiver Nebeneffekt sind geringere DSD-Gebühren. Für uns spielt die intensive Beratung im Vorfeld der Produktion eine wesentliche Rolle. Erst im Kundendialog stellt sich heraus, welches Material sich am besten für die Schalen oder Becher eignet.

Die meisten Schalen  aus Hutthurm eignen 
sich für das MAP- (Modified Atmosphere Packaging) System. (Foto: ES-Plastic)

Die meisten Schalen aus Hutthurm eignen sich für das MAP- (Modified Atmosphere Packaging) System. (Foto: ES-Plastic)

 

Für Sie entscheidend

Über das Unternehmen
ES-Plastic wurde 1966 mit Sitz in Hutthurm bei Passau gegründet und hat sich auf die Entwicklung und Fertigung von Verpackungslösungen aus Kunststoff spezialisiert. Mit modernster Computer- und Produktionstechnologie werden Schalen, Becher, Deckel, Sortiereinlagen und Folien für die Lebensmittelbranche und viele weitere Sparten produziert. Neben einem breitgefächerten Angebot von Standardprodukten, liegt der Fokus vor allem auf kundenspezifischen Lösungen. Jährlich werden auf sechs Extrusionsanlagen bis zu 15.000 Tonnen Kunststoff verarbeitet. Mehr als 700 Millionen Schalen, 60 Millionen Becher und etwa 100 Millionen Deckel rollen pro Jahr über die Bänder der zwölf Thermoformanlagen. In Höchstgeschwindigkeit legen 24 Automaten Saugeinlagen in rund 350 Millionen MAP-Schalen. ES-Plastic investiert permanent in die Entwicklung neuer Produkte und legt großen Wert auf die Verbindung moderner Technologien mit ökologischem Bewusstsein.

Unternehmen

ES-Plastic GmbH Zentrale / Logistikzentrum

Guttenhofen 1
94116 Hutthurm
Deutschland

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