-

Konrad Beretisch (siehe Foto) ist seit Mitte 2015 Executive Key Account Manager bei der Cama Group in Garbagnate Monastero (Lecco)/Italien. Der Bayer war erstmals für seinen italienischen Arbeitgeber auf der interpack. Wir haben unmittelbar nach der Messe mit ihm gesprochen.

Anzeige

neue verpackung: Herr Beretitsch, Sie waren erstmals für Cama auf der interpack. Wie war’s?
Konrad Beretitsch: Ja, es war in der Tat meine erste interpack auf dem Cama-Stand und meine sechste interpack überhaupt. Es ist immer schwierig, Vergleiche zu ziehen, aber aus meiner persönlichen Sicht war es 2017 eine der besten – wenn nicht sogar die beste überhaupt.

neue verpackung: Haben Sie auf der interpack auch Abschlüsse tätigen können?
Konrad Beretitsch: In der Tat – wir konnten von der Messe Aufträge für über drei Millionen Euro nach Hause nehmen und das waren nicht nur welche, mit denen wir ohnehin gerechnet hatten. Ein Kunde aus dem mittleren Osten kam beispielsweise mit einem Projekt, das wir vor mehr als zwei Jahren angeboten hatten und das aber seinerzeit aus Budgetgründen nicht realisiert werden konnte. Über Nacht hatten wir dann das Angebot aktualisiert und am nächsten Tag die Unterschrift bekommen.

neue verpackung: Cama hat einige Innovationen präsentiert, welche ist bei den Besuchern am besten angenommen worden?
Konrad Beretitsch: Nun, unsere neueste Innovation – die IF318 – ist natürlich schon ein Augenschmaus für das Fachpublikum. Mit dieser Anlage beziehungsweise mit unserer neuen Maschinengeneration konnten wir dann auch während der Messe den Award für die Kategorie „Ease of Use“ in Empfang nehmen und – da Cama in allen Kategorien unter den besten Drei nominiert war – auch noch den Gesamtsieg als „Best Overall Future Machine 2017“ gewinnen. Die Flexibilität, die diese Linie bietet, die innovative Umsetzung der Transportsysteme mittels „iTrack“, die Umrüstung ohne jegliche Verstellnotwendigkeit sowie die Umsetzung von Industrie-4.0-Features haben uns ein sehr interessiertes und hochkarätiges Publikum beschert.

neue verpackung: Auf dem Cama-Stand wurde viel über Maintanance gesprochen. Wie lange dauert es noch, bis die erste Maschinen die Bänder verlässt, die nicht mehr stillstehen wird?
Konrad Beretitsch: (lacht) Das ist das hehre Ziel – wird aber wohl noch etwas dauern. Die 100 Prozent sind natürlich nicht erreichbar – es wird immer noch Kompontenten geben, so hochwertig sie auch sein mögen, die unvorhersehbar defekt werden, aber ja – wir werden uns in den nächsten Jahren dem Wert immer mehr nähern. Mittlerweile benutzen wir den Begriff „TPM“ ja nicht mehr als „Total Preventive Maintenance“, sondern sprechen von „Total Predictive Maintenenance“. Wo liegt der Unterschied? Da die Anlagen heute mit einzelnen Antrieben und diese meist mit Servotechnik bewegt werden, liegen uns entsprechende Messwerte vor. Wir können zurückgelegte Strecken, absolvierte Umdrehungen, Stromaufnahme, Temperaturen, Drehmomente messen und diese mit ermittelten und gespeicherten Sollwerten vergleichen. Beispielsweise kann so ein schwergängiges Getriebe, eine Führung oder ein Lager in einem frühen Stadium eine Information an das Wartungspersonal geben.

neue verpackung: Können Sie solche Themen heute schon umsetzen oder ist das noch im Entwicklungsstadium?
Konrad Beretitsch: Wir haben das bereits auf der Messe gezeigt und können es schon jetzt so in den Neuaufträgen abbilden. Ein ganz wesentlicher Aspekt in den nächsten Jahren wird aber die Sammlung von Daten sein – Big Data ist ja ein wichtiger Bestandteil von Industrie 4.0 und wir werden darauf angewiesen sein, Zugang zu diesen Daten zu haben. Zu diesem Thema hatte ich einige interessante Gespräche – sowohl hier auf der interpack als auch vor wenigen Tagen auf der Hannover Messe, wo wir als Innovationsbeispiel auf dem Stand von Microsoft eingeladen waren. Es war sehr bereichernd, sich dort auch mal mit Leuten aus komplett anderen Industriesektoren zu unterhalten. Dort hatten wir bereits einen „Digital Twin“ unserer Anlage virtuell neben der realen Anlage in Betrieb.

neue verpackung: Was erwartet sich Cama von der interpack im Nachmessegeschäft? Viele Aussteller sprechen von der besten interpack aller Zeiten, Cama und Sie persönlich auch?
Konrad Beretitsch: Ein alter Spruch sagt, dass Messen nicht messbar sind. Anhand der vielen guten Gespräche, wenn wir die Messeberichte qualitativ und quantitativ bewerten, lässt sich aber schon heute sagen, dass es eine Rekordmesse sein wird. Wir stellen fest, dass manch andere Messen in ihrer Bedeutung und dem Zuspruch eher etwas rückläufig sind, was bei der interpack jedoch sicherlich nicht der Fall ist. Die Besucherfrequenz und die Internationalität sind unschlagbar. Was wir im Vergleich zu früheren Messen feststellen können, ist, dass Besucher wieder verstärkt mit konkreten Projekten auf den Stand kommen und nach Angeboten und Konzepten fragen, und auch da waren jede Menge interessante Themen dabei. Fazit: wir versprechen uns sehr viel – werden jetzt jede Menge Arbeit vor uns haben, auf die wir uns schon freuen, denn auf jeden Fall sind daraus weltweit für uns sicherlich Aufträge ableitbar.

Unternehmen

CAMA GROUP (CAMA 1 S.p.A.

Via Como, 9
23846 Garbagnate Monastero LC
Italien

Zum Firmenprofil