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Die Marken Ardagh Group und Döhler verbindet eine langjährige Zusammenarbeit, die sich auch bei ihrem jüngsten Projekt gelohnt hat. Dabei ging es um die Entwicklung eines neuartigen Verpackungsformats für mit Stickstoff angereicherte Kaffeegetränke. Das Ergebnis ist die sogenannte Nitro Can für Nitro Coffee. Das mit Stickstoff aufgeschäumte Trendgetränk auf Kaffeebasis erfreut sich in Europa zunehmender Beliebtheit. Kernkomponente der neuen Dose ist ein sogenanntes Widget, eine mit Stickstoff gefüllte Kapsel im Doseninneren, die für eine dichte und cremige Schaumkrone auf trinkfertigem schwarzem Kaffee sorgt. Im Expertengespräch schildern Adriana Escobar, Produktmanagerin bei Ardagh Metal Beverage, Maril Kamp, Manager Can Applications bei der Ardagh Group und Annika Wüstenhagen, Senior Product Manager Tea and Coffee bei Döhler ihre gemeinsame Arbeit an der Nitro Can.

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neue verpackung: Wann haben Sie erkannt, dass gerade Kaffee eine besonders chancenreiche Produktkategorie darstellt?
Adriana Escobar: Wir beobachten den weltweiten Kaffeemarkt seit geraumer Zeit und haben festgestellt, dass er sehr dynamisch wächst – nicht zuletzt deswegen, weil Verbraucher ein reges Interesse an neuen Varianten klassischer Kaffeegetränke zeigen. Getränkehersteller experimentieren beispielsweise mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen bei Eiskaffee oder bei alkoholhaltigen Kaffeemischgetränken. Bei diesen Premiumgetränken spielt die Getränkedose eine wichtige Rolle. Sie erschließt jüngere Zielgruppen, die das moderne und handliche Format schätzen. Am Kaffeemarkt sorgt jedoch auch Cold Brew Nitro Coffee, also kalt gebrühter Kaffee mit Stickstoff, für Aufsehen. Das Trendprodukt aus den USA wird traditionell frisch gezapft und bietet neben seiner cremigen Textur eine dichte Schaumkrone. Zahlreiche Cafés und Bars haben das Produkt schon in ihr Sortiment aufgenommen. Auch uns hat die Kaffeevariante derart fasziniert, dass wir unseren Kunden eine Lösung bieten wollten, mit der sie mühelos auf diesen spannenden Trend aufspringen können.

Annika Wüstenhagen: Bei Döhler haben wir die Märkte für kalt gebrühten Kaffee und Nitro Coffee seit zwei Jahren fest im Blick. Da wir mit natürlichen Zutaten arbeiten, wollten wir eine ansprechende Lösung für kalt gebrühten Kaffee anbieten. Für unser Produkt kommen nur hochwertige Rohstoffe aus der ganzen Welt zum Einsatz. Was den Geschmack angeht, können wir dank spezieller Extraktionsverfahren das volle Aroma unserer Kaffeebohnen schonend erhalten. Deshalb suchten wir auch nach einer passenden Verpackung, die das Geschmacksprofil wahrt und eine lange Haltbarkeit gewährleistet – denn Konservierungsstoffe kommen für uns nicht in Frage. So kam Ardagh ins Spiel.

Kernkomponente der neuen Dose ist ein sogenanntes Widget, eine mit Stickstoff gefüllte Kapsel im Doseninneren, die für eine dichte und cremige Schaumkrone auf trinkfertigem schwarzem Kaffee sorgt. (Foto: Ardagh)
Nitro Can für Nitro Coffee. Das mit Stickstoff aufgeschäumte Trendgetränk auf Kaffeebasis erfreut sich in Europa zunehmender Beliebtheit. (Foto: Ardagh)

neue verpackung: Wann und warum haben Sie sich zur Zusammenarbeit entschlossen?
Adriana Escobar: Um eine geeignete Verpackung für Nitro-Getränke zu entwickeln, benötigten wir umfassendes Wissen über kalt gebrühten Kaffee. Unsere Wahl fiel auf die Döhler GmbH, die uns als Projektpartner im Softdrinkbereich bestens bekannt war und über umfassende Kompetenzen bei der Rezeptentwicklung für Kaffeegetränke verfügt. Weil die Forschungs- und Entwicklungsteams beider Unternehmen eng zusammenarbeiteten, konnten wir unsere drängendste Frage beantworten: Wie lässt sich das Trinkerlebnis von Nitro Coffee aus erstklassigen Cafés auf eine handliche und sichere Verpackung übertragen?

neue verpackung: Welche Vorteile brachte Ihnen die Zusammenarbeit?
Annika Wüstenhagen: Als Experten für Ingredients haben wir ungemein von der Zusammenarbeit mit Ardagh profitiert. So konnten wir besser nachvollziehen, wie Produkt und Verpackung interagieren. Außerdem hatten wir die Möglichkeit, unsere Kaffeelösung unter realen Bedingungen zu testen und unserer Rezeptur kontinuierlich anzupassen – mit dem Ziel, vom Abfüllen bis zum Verpacken einen ausgewogenen Geschmack zu gewährleisten.

Adriana Escobar, Produktmanagerin bei Ardagh Metal Beverage. (Foto: Ardagh)
Annika Wüstenhagen, Senior Product Manager Tea and Coffee bei Döhler. (Foto: Ardagh)
Maril Kamp, Manager Can Applications bei der Ardagh Group. (Foto: Ardagh)

Maril Kamp: Bis zur Nitro Can haben wir am Dosenboden befestigte Stickstoffkapseln – sogenannte Widgets – erfolgreich in 500-ml-Dosen für den Biermarkt verwendet. Diese Kapseln auf die kleinere 250-ml-Nitro-Can für schwarzen, kalt gebrühten Kaffee zu übertragen, war allerdings eine Herausforderung. Wir mussten vor allem verstehen, wie wir mit der Mikrobiologie des Kaffees in der Dose umgehen. Dank schonender Verarbeitung waren wir in der Lage, den vollen Geschmack innerhalb der Dose zu erhalten und das Produkt außerhalb der Kühlkette lange und sicher lagerfähig zu machen. Letzteres ist ein Vorteil für Marken, die ihre Produkte weltweit vertreiben. Außerdem nahmen wir uns ausreichend Zeit, um jeden Schritt der Abfüllung und weiteren Verarbeitung der Dose zu durchdenken. Denn wir wollten nicht nur das Trinkerlebnis eines frisch gezapften, kalt gebrühten Kaffees wirkungsvoll nachbilden, sondern auch sicherstellen, dass wir Abfüller bei der Umsetzung der Technologie unterstützen können.

neue verpackung: Können Sie die Be­­sonderheiten der Nitro Can be­schreiben?
Adriana Escobar: Die Nitro Can ist so konzipiert, dass sie alle Sinne anspricht – von ihrem typischen Geräusch über den Kaffeegeschmack bis hin zur Anmutung der Dose. Beim Öffnen hören Verbraucher ein typisches Zischen – ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Kapsel aktiviert wurde und die Dose ein frisches Produkt enthält. Beim Einschenken in ein Glas steigen die Stickstoffbläschen langsam nach oben und bilden eine dichte, cremige Schaumkrone, die optisch überzeugt. Das Ergebnis unserer Zusammenarbeit ist ein lange haltbares Produkt in einer Getränkedose, die das Geschmacksprofil von Markengetränken zuverlässig schützt.

neue verpackung: Anders als in den Vereinigten Staaten etabliert sich Nitro Coffee in Europa erst zum Trendgetränk. Warum hielten Sie die Zeit dennoch für reif, die Nitro Can so früh am Markt einzuführen?
Annika Wüstenhagen: Wir sehen uns als führendes Unternehmen in der Ingredients-Industrie und wollen als solches mit aktuellen Trends mithalten – selbst wenn diese sich noch nicht ganz durchgesetzt haben. Die positiven Rückmeldungen aus Industrie und Medien zeigen uns, dass wir mit der Nitro Can die richtige Entscheidung getroffen haben. Durch die erfolgreiche Partnerschaft mit Ardagh haben wir bewiesen, dass Convenience-Verpackungen ein Trinkerlebnis von Nitro Coffee wie in Cafés ermöglichen. Wir freuen uns aber auch, ein Geschmacksprofil für Nitro Coffee entwickelt zu haben, das nicht bitter ist und ein volles Aroma bietet. Die Kombination aus kalt gebrühtem Kaffee und Nitro Can mit integriertem Widget ermöglicht es uns, Geschmack und Textur um eine cremige, schaumige Note zu ergänzen. Damit wird kalt gebrühter Nitro Coffee für europäische Verbraucher noch interessanter.

Adriana Escobar: Auch bei Ardagh sind wir gespannt, wie sich Nitro Coffee in Europa entwickeln wird. Britische Marken, wie Minor Figures, vermarkten ihre Nitro Coffees bereits, doch das ist aus unserer Sicht erst der Anfang zahlreicher Markteinführungen in diesem Jahr und darüber hinaus. Die erfolgreiche Vermarktung von kalt gebrühtem Kaffee in unserer Nitro Can läutet für uns den Beginn einer möglicherweise bedeutenden Entwicklung im Nitro-Segment ein. So wäre es nur logisch, wenn beispielsweise heiß gebrühter Kaffee in der Nitro Can auf den Markt käme. Auch spezielle Tees erfreuen sich größerer Beliebtheit, sodass die Nitro Can als ansprechendes Gebinde Marken in diesem Segment einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und neue Märkte und Zielgruppen erschließen kann.

Für Sie entscheidend

Über Ardagh Group
Ardagh Group ist nach eigenen Angaben ein Weltmarktführer für Glas- und Metallverpackungen, der Verpackungen für die meisten der weltweit führenden Marken in der Lebensmittel-, Getränke- und Verbraucherindustrie herstellt. Das Unternehmen betreibt 109 Produktionsstätten in 22 Ländern, beschäftigt über 23.500 Mitarbeiter und erzielt einen weltweiten Umsatz von über 7,7 Mrd. Euro.

Über Döhler

Döhler ist nach eigenen Angaben ein weltweit führender Hersteller, Vermarkter und Anbieter technologie-basierter natürlicher Ingredients, Ingredient Systems und integrierter Lösungen für die Lebensmittel- und Getränkeindus­trie. Das breite Produktportfolio an natürlichen Ingredients reicht von Flavours, Colours, Health & Nutrition Ingredients, Cereal Ingredients, Dairy Ingredients, Speciality Ingredients, Dry Ingredients, Fruit & Vegetable Ingredients bis hin zu Ingredient Systems. Döhler, mit Hauptsitz in Darmstadt, ist in über 130 Ländern aktiv und verfügt über 30 Produktionsstandorte sowie Vertriebsbüros und Applikations­standorte auf allen Kontinenten. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 5.000 Mitarbeiter.

 

Unternehmen

Ardagh Metal Beverage Germany GmbH

Georg-von-Boeselager-Str. 25
53117 Bonn
Deutschland

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