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Die optimale Verpackung trägt entscheidend zum Erfolg eines Produkts bei. Das gilt für die Nahrungsmittelindustrie ebenso wie für die Medizintechnik, die Pharmaindustrie und viele weitere Branchen. Die Anforderungen an moderne Verpackungen sind nicht nur in Bezug auf den Produktschutz und die Optik hoch. Auch im Hinblick auf die Anwenderfreundlichkeit sollen sie eine Vielzahl von Bedürfnissen erfüllen, zum Beispiel eine einfache, sichere Dosierung, Kinder­sicherheit oder Seniorenfreundlichkeit.

Weil die Wahl der Verpackung marktentscheidend sein kann, arbeiten viele Unternehmen in der Entwicklung mit Spezialisten zusammen. Dazu zählen die Experten der Pöppelmann GmbH & Co. KG aus dem niedersächsischen Lohne, eines der führenden Unternehmen der kunststoffverarbeitenden Industrie. Mit rund 2.000 Mitarbeitern weltweit, fünf Produktionsstandorten und vier verschiedenen Geschäftsbereichen beliefert das Familienunternehmen Kunden aus über 90 Ländern. Der Kompetenzbereich Pöppelmann Famac entwickelt und produziert technische Funktionsteile und moderne Verpackungen für die Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie.

Im hochmodernen 3D-Druckverfahren lassen sich in nur wenigen Stunden originalgetreue Prototypen aus unterschiedlichen Materialien anfertigen. 
(Foto: Pöppelman Famac)

Im hochmodernen 3D-Druckverfahren lassen sich in nur wenigen Stunden originalgetreue Prototypen aus unterschiedlichen Materialien anfertigen. (Foto: Pöppelman Famac)

„Unser Erfolgsrezept basiert auf zwei Komponenten: einer professionellen Entwicklung des Designs nach einem internationalen gestalterischen Konzept sowie der schnellen Herstellung von Prototypen, anhand derer die Entwürfe bei uns bis zur Marktreife weiterentwickelt werden“, erklärt Engelbert Rechtien, Vertriebsleiter bei Pöppelmann Famac.

Paradebeispiel aus der Pöppelmann Famac-Verpackungsentwicklung: Gestaltung nach Universal-Design-Kriterien. (Foto: Pöppelman Famac)
Von der Dose mit Deckel zum praktischen Spender: Vertraute Bullrich-Verpackung in neuem Design – dennoch gut wiedererkennbar. (Foto: Pöppelman Famac)
Verpackung mit Zusatznutzen: Der Scharnierdeckel erleichtert die Dosierung, das Bodenfach wird für Zugaben wie Mitnahmeröhrchen, Dosierungsschaufel oder Teststreifen genutzt. (Foto: Pöppelman Famac)

Vom Universal Design zum Rapid Prototyping

Die erfahrenen Verpackungsentwickler bei Pöppelmann Famac arbeiten nach dem Universal-Design-Konzept. Der Gedanke, der dahintersteht: Produkte sollen unter genauer Betrachtung der Eigenschaften und Bedürfnisse der Nutzer gestaltet werden, sodass sie für so viele Menschen wie möglich ohne weitere Anpassung und Spezialisierung nutzbar sind. Universal Design ist daher als ein Prozess zu verstehen, der zu einem dauerhaften, zukunftsorientierten und ganzheitlichen Designkonzept gelangt – und damit zu Produkten, die sich durch eine sinnvolle und intelligente Gestaltung auszeichnen, intuitiv benutzbar und fehlertolerant sind.

Bekanntes Markenprodukt sorgsam modernisiert: Sanft abgerundete Konturen sorgen für eine angenehme Haptik. (Foto: Pöppelman Famac)

Bekanntes Markenprodukt sorgsam modernisiert: Sanft abgerundete Konturen sorgen für eine angenehme Haptik. (Foto: Pöppelman Famac)

Ein wichtiger Schritt in der Verpackungsentwicklung bei Pöppelmann Famac ist daher die Herstellung von 3D-Modellen. Die moderne additive Fertigung ermöglicht es, in kurzer Zeit Prototypen zu erstellen – und somit eine am Rechner ausgearbeitete Idee zum Leben zu erwecken. Aus CAD-Daten bauen hauseigene 3D-Drucker innerhalb von wenigen Stunden ein dreidimensionales 1:1-Modell des Entwurfs auf: Die äußere Kontur des Produkts wird angelegt und anschließend das Material Schicht für Schicht in dünnen Lagen aufgetragen. Ist eine Lage erstarrt, wird die nächste „gedruckt“.

Die Drucker, die zur Erstellung der Prototypen bei Pöppelmann Famac zum Einsatz kommen, können selbst komplexe Strukturen originalgetreu wiedergeben und dafür ganz unterschiedliche Werkstoffe verwenden. So lassen sich sogar Prototypen aus transparentem Material herstellen. In enger Abstimmung mit dem Kunden werden dann anhand der Modelle Funktionsprüfungen vorgenommen. Schließlich soll am Ende ein Produkt stehen, das Serienreife besitzt.

Erst wenn dies geschehen ist, beginnt die aufwendige Anfertigung eines Serienwerkzeugs im hauseigenen Werkzeugbau des niedersächsischen Unternehmens, mit dem dann die industrielle Serienfertigung durchgeführt werden kann. Diese findet für Verpackungen von Produkten für die Pharmaindustrie und Medizintechnik auch unter Reinraum-Produktionsbedingungen gemäß geltender Standards statt. So wird die Verpackungsentwicklung bei Pöppelmann Famac von der ersten Idee bis zur Serienfertigung unter einem Dach begleitet. „Auf die beschriebene Weise sind bereits eine Vielzahl innovativer Verpackungsideen in unserem Hause entstanden“, erläutert Vertriebsleiter Rechtien.

Die Verpackungsexperten von Pöppelmann Famac arbeiten nach dem Universal-Design-Konzept – für sinnvolle, intelligent gestaltete und intuitiv benutzbare Produkte. (Foto: Pöppelman Famac)

Die Verpackungsexperten von Pöppelmann Famac arbeiten nach dem Universal-Design-Konzept – für sinnvolle, intelligent gestaltete und intuitiv benutzbare Produkte. (Foto: Pöppelman Famac)

Für Markenprodukte oder das Standardsortiment

Für Bullrich Salz, ein traditionsreiches pharmazeutisches Produkt, das in Tablettenform und als Pulver angeboten wird, haben die Spezialisten die ursprüngliche, den Anwendern vertraute Verpackung sorgsam modernisiert und noch funktionaler gestaltet. Die äußeren Konturen des Spenders aus Kunststoff wurden für eine angenehme Haptik sanft abgerundet. Ein Scharnierdeckel mit Originalitätsverschluss erleichtert die Dosierung.

Der Clou der Verpackung ist ein vorkonfektioniertes, wiederverschließbares Bodenfach für ein Mitnahmeröhrchen, das die Tabletten-Großpackung ergänzt. „Für das Produkt in Pulverform ließe sich hier beispielsweise auch eine kleine Schaufel für die Dosierung hinzufügen – ein echter Zusatznutzen also. Mithilfe der Modellerstellung mittels Rapid Prototyping sind wir zu einem überzeugenden Ergebnis gelangt, das insgesamt funktionaler, anwenderfreundlicher, optisch moderner und dennoch wiedererkennbar ist“, erklärt Rechtien.

Gerade aufwendige und außergewöhnliche Lösungen profitieren in der Entwicklungsarbeit stark von der Möglichkeit der additiven Prototypenfertigung. „Zu unseren echten Innovationen zählt der Göffel, ein Faltbesteck fürs Snacks to go“, sagt der Verpackungs-Experte. Im Gegensatz zu herkömmlichen Einwegbestecken, die Fertiggerichten in Kunststoffbechern beiliegen, zeichnet sich dieses Konzept durch eine komfortablere Handhabung aus.

Verpackungsentwicklung mit computerbasierten Entwicklungs- und Konstruktions­tools in enger Abstimmung mit dem Kunden – das spart Zeit und Kosten. (Foto: Pöppelman Famac)

Verpackungsentwicklung mit computerbasierten Entwicklungs- und Konstruktions­tools in enger Abstimmung mit dem Kunden – das spart Zeit und Kosten. (Foto: Pöppelman Famac)

Der vorkonfektionierte Deckel passt auf jeden Standard-Rundbecher mit einem Durchmesser von 95 mm. Gleichzeitig kann der Verbraucher das Essbesteck durch einfaches Zusammendrücken der beiden Griffhälften auf die für ein besseres Handling notwendige Gesamtlänge von 130 mm bringen. So liegt der Göffel nicht nur optimal in der Hand, sondern ist auch äußerst stabil und lang genug, um den Becherboden bequem und sauber zu erreichen. Dies verhindert eine unfreiwillige Berührung der Speise mit den Fingern.

Viele individuelle Lösungen gelangen schließlich in das Standardsortiment von Pöppelmann Famac. Dazu zählen auch die Rundeimer-Serien für Food- und Non-Food-Anwendungen. In sorgfältiger Entwicklungsarbeit entstanden Serien, die besonders durch intuitives Design und einfache Handhabung überzeugen. Des Weiteren ist der Behälterrand peelfähig siegelbar ausgeführt. Wahlweise mit Klemm- oder Stülpdeckel sind die Eimer in Volumen von 300 bis 1.160 ml erhältlich.

Ein innovativer Faltmechanismus, verlustsicher und hygienisch im Deckel integriert, passend für Becher Ø 95 mm: Das Famac-Konzept für den Snack- und To-go-Bereich. (Foto: Pöppelman Famac)
Verbraucherfreundlichkeit in Verbindung mit hoher Maschinengängigkeit: Die Rundeimer-Serie mit peelfähigem Siegelrand und Originalitätsverschluss.
(Foto: Pöppelman Famac)

„Einer modernen, markt- und zukunftsfähigen Verpackung nach Universal-Design-Kriterien geht eine lange Entwicklungsarbeit voraus. Mit unseren Prototypen zum Anfassen in 3D-Druckverfahren beschleunigen wir die Abstimmung mit unseren Kunden. Das spart Zeit und Kosten in der Entwicklungsphase“, unterstreicht Engelbert Rechtien abschließend.

Unternehmen

Pöppelmann GmbH & Co. KG

Bakumer Str. 73
49393 Lohne
Deutschland

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