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Scheufelen-Marketingmanager Horst Lamparter und Projektleiter Michael Schöner über grasbasierte Verpackungslösungen

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neue verpackung: Scheufelen ist die erste Papierfabrik, die Graspapier im industriellen Maßstab produziert. Über welche Größenordnungen sprechen wir hier?
Horst Lamparter: Sie haben vollkommen recht, wir haben mit Scheufelen Graspapier ein Serienprodukt entwickelt, somit können wir dem Markt eine Versorgungssicherheit garantieren. Die aktuelle Nachfrage­situation übersteigt unsere ersten Planungen deutlich. Entsprechend können wir für Graspapier eine zusätzliche Produktionskapazität von bis zu 150.000 Jahrestonnen zur Verfügung stellen.

Scheufelen-Marketing- und Vertriebsleiter Horst Lamparter garantiert Kunden Versorgungssicherheit. (Foto: Scheufelen)
Projektleiter Michael Schöner: „Der Fokus liegt auf der Ökologie.“ (Foto: Scheufelen)

neue verpackung: Ist Scheufelen in der Lage, rohstoffseitig und in der Produktion auch große Nachfragemengen zu decken?
Michael Schöner: Wir sprechen hier mit Erzeugergemeinschaften aus unmittelbarer Nachbarschaft, daher können wir sicher sagen, dass genügend Ausgleichflächen zur Verfügung stehen. Diese artenreichen Wiesen finden in der konventionellen Landwirtschaft keine Verwendung. Wir leisten mit unserer Entwicklung damit einen Beitrag zum Erhalt dieser Flächen.

neue verpackung: Welche Produkte bieten Sie an und welche sind bereits jetzt in der Planung?
Michael Schöner: Graspapier wird ab sofort von Scheufelen mit unterschiedlichen Eigenschaften unter den Marken Greenliner als Wellpappenrohpapier beziehungsweise Liner angeboten. Weiterhin haben wir Scheufelen Graspapier für grafische Anwendungen sowie Phoenogras in einer exklusiven Kombination von Graspapier mit dem hochweißen Zellstoffkarton Phoenolux für einzigartige Verpackungslösungen.
Derzeit ist Greenliner in Flächengewichten von 80, 90, und 125 g/qm, Scheufelen Graspapier in 85, 95, 110, 130, 150, 205, 250, 275 und 300 g/qm sowie Phoenogras in 390 g/qm erhältlich.

neue verpackung: Graspapier hat unverkennbar einen ökologischen Touch. Lassen sich aber auch klassische Markenartikelanwendungen denken?
Horst Lamparter: Wir besetzen mit Graspapier ein zeitgemäßes Thema, machen damit unsere Werte der Nachhaltigkeit in einer Produktlinie sichtbar. Viele Markenartikler möchten dies ebenfalls in ihrer Markenkommunikation zum Ausdruck bringen, nutzen daher den „modernen Öko-Look“ von Graspapier um ihre Positionierung klar zu unterstreichen. Sie sprechen es bereits an, Graspapier hat ein unverkennbares Erscheinungsbild.

neue verpackung: Auch die Optik bietet eher einen alternativen Look. Wie sieht es mit den klassischen weißen Kartonsorten aus?
Michael Schöner: In diesem Bereich können wir den hochweißen Zellstoffkarton Phoenolux anbieten, dieser besticht durch die große Bandbreite an Flächengewichten von 160 bis 700 g/qm, das hervorragende Druckergebnis sowie spezielle physikalische Eigenschaften. Phoenolux eignet sich für Verpackungen und Displays in Branchen mit höchsten Qualitätsansprüchen, etwa Kosmetik, Beauty, Pharmazeutika, Mode oder Lebensmittel. Phoenolux bietet sich ebenfalls für klassische grafische Anwendungen an.

neue verpackung: Sind die Festigkeiten der Papier- und Kartonsorten vergleichbar zu Holzfaserprodukten?
Michael Schöner: Die Festigkeitswerte sind nicht direkt vergleichbar, der Fokus liegt klar auf den ökologischen Vorteilen. Hier sind in erster Linie eine massive Reduktion von Brauchwasser sowie CO2-Emissionen durch die Einbringung eines Frischfasermaterials aus sonnengetrocknetem Gras zu nennen.

neue verpackung: Welche Eigenschaften zeigen die Kartonsorten bei der Maschinengängigkeit in Verpackungsmaschinen?
Michael Schöner: Erste Rückmeldungen verschiedener Tests und Druckverfahren waren äußerst positiv.

neue verpackung: Wie stellen sich die neuen Papiere und Kartons von der Kostenseite für den Kunden dar?
Horst Lamparter: Wir befinden uns derzeit noch in verschiedenen Verhandlungsgesprächen. Wir werden aber sicherlich unser neues Sortiment zu wettbewerbsfähigen Preisen und Konditionen im Markt anbieten können. Dies betrifft sowohl die Wellpappen-Herstellung als auch grafische Anwendungen.

neue verpackung: Wie sieht es mit der Unbedenklichkeitsbescheinigung für Food- und Pharmaprodukte aus?
Horst Lamparter: Wir haben für den Lebensmittelbereich ein Isega-Zertifikat, weitere Zertifizierungen sind beauftragt.

neue verpackung: Sind entsprechende Produkte auch im Ausland zugelassen?
Michael Schöner: Ja, wir sind derzeit zwar noch hauptsächlich in der D-A-CH-Region aktiv. Haben aber auch bereits erste sehr positive Reaktionen aus anderen europäischen Ländern sowie USA und auch bereits Asien.

neue verpackung: Welche technischen Aspekte der Graspapiersorten sind gegenwärtig noch entwicklungsbedürftig? Sind hier kurzfristig Lösungen in Sicht?
Michael Schöner: Weitere Optimierungen hinsichtlich Steifigkeit fließen in die nächste Produktion, Mitte August, ein.

Unternehmen

Papierfabrik Scheufelen GmbH & Co. KG

Adolf-Scheufelen-Straße 26
73252 Lenningen
Deutschland

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