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Mehr als 300 Besucher aus der ganzen Welt und über 40 internationale Fachjournalisten waren Anfang November zu Gast beim Packaging Day der Heidelberger Druckmaschinen AG im Werk Wiesloch-Walldorf. Gezeigt wurden dort unter dem Motto „Pushing the Future in Packaging“ die neuesten Lösungen und Technologien für den Verpackungsdruck. Ziel dieser Lösungen ist es, die Effizienz aller Prozesse durch die intelligente Vernetzung und Automatisierung zu steigern. Dies gilt sowohl für den Druck hochvolumiger Standardverpackungen als auch für hochveredelte Faltschachteln im Luxusbereich.

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Mehr als 300 Kunden aus der ganzen Welt besuchten Anfang November den Packaging Day von Heidelberg im Werk Wiesloch-Walldorf. (Foto: Heidelberg)

Mehr als 300 Kunden aus der ganzen Welt besuchten Anfang November den Packaging Day von Heidelberg im Werk Wiesloch-Walldorf. (Foto: Heidelberg)

Der Verpackungsdruck ist in der Printmedienindustrie das am stärkste wachsende Segment. In den kommenden fünf Jahren sind Steigerungsraten von jährlich rund drei Prozent zu erwarten, im Digitaldruck sogar um die 20 Prozent. Heidelberg hatte auf der drupa 2016 für diesen Markt eine breit angelegte Produktoffensive angekündigt, die nun konsequent umgesetzt wird – und zwar sowohl in der klassischen Offset- als auch in der Digitaltechnologie. Als Key Note Speaker unterstrich Steffen Schnizer, Geschäftsführer von Multi Packaging Solutions in Obersulm bei Heilbronn, dass die Nachfrage von Markenartiklern nach exklusiv veredelten Verpackungen immer mehr steigt. Dies gilt vor allem für die Kosmetik- und Parfümindustrie. Kaufentscheidungen fallen häufig am Point of Sale, hochwertige Verpackungen sorgen hier für die notwendige Aufmerksamkeit. „Heidelberg bietet seinen Kunden nicht nur die breiteste Produktpalette für den Verpackungsdruck, sondern ist auf diesem Gebiet auch klarer Markt- und Technologieführer“, betonte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Rainer Hundsdörfer, bei der Eröffnung des Packaging Day.

Mehr als 300 Maschinen ausgeliefert

Durch die Exklusivität der Verpackungen wächst aber auch die Komplexität im Druckprozess selbst und die Jobwechsel werden immer vielschichtiger. Heidelberg erschließt mit seiner Push-to-Stop-Philosophie durch autonome und navigierte Prozesse Produktivitätspotenziale, die bislang unerreichbar waren. Es wird eine planbare, bedienerunabhängige Produktivität auf höchstem Niveau umgesetzt, die eine wirtschaftliche Produktion gerade bei immer kleineren Auflagen und bei gleichzeitig steigendem Veredelungsgrad erlaubt. Demonstriert wurde dies im Rahmen des Packaging Day am Beispiel einer Speedmaster XL 106-8+LYYL mit Kaltfolienmodul. Die Herausforderung: Vom laufenden Auftrag einer fünffarbigen Parfümschachtel mit Kaltfolie und einer Kombination aus einem speziellen Matt- und Relieflack auf einen ähnlich anspruchsvollen Job umzurüsten. Nach nur sieben Minuten lag der erste Gutbogen der neuen Produktion vor. Für diese speziellen Anwendungen wurden Verbrauchsmaterialien der hauseigenen Saphira-Produkte verwendet.

Im Großformat wurde erstmals auf einer Speedmaster XL 145 navigiertes Drucken live präsentiert. In unter vier Minuten erfolgte hier der werkzeuglose Wechsel von einem klassischen großformatigen Volumenjob mit einem Bedruckstoff von 0,45 mm auf einen Starkkarton mit 1,5 mm Stärke. Gezeigt wurde der Direktdruck auf Vollpappe. Dieses Material wird vielfältig in der Verpackung von Lebensmitteln oder für Displays am Point of Sale genutzt.

Technologien für unterschiedlichste Anforderungen

Wie navigiertes Drucken die Produktion insbesondere von Kleinstauflagen noch effizienter macht, wurde auf der Speedmaster XL 75-8+LYYL mit Anicolor-Technologie gezeigt. Auf ihr wurden drei typische Verpackungen gedruckt, wie sie in jeder Apotheke zu finden sind: Pharmazeutische Kosmetik, rezeptfreie Medikamente sowie Arzneimittel, die nur auf Rezept erhältlich sind. Diese Aufträge besitzen unterschiedliche Anforderungen die es wirtschaftlich umzusetzen gilt. Hierfür wurden an der Speedmaster XL 75 drei unterschiedliche Technologien eingesetzt: Die Anicolor-Technologie, mit der sich bei kleinen Auflagen mit extrem wenigen Anlaufbogen die Farbgebung schnell und perfekt umsetzen lässt. Die UV-Technologie, die für eine enorme Vielfalt bei den Bedruckstoffen, für Spezialeffekte und natürlich für einen sofort trockenen Bogen sorgt. Und schließlich der Multicolor-Workflow, bei dem aus sieben Farben nahezu alle benötigten Sonderfarben erzeugt werden können.

Die Bogenstanzmaschine Promatrix 106 CBS ist ideal für die Weiterverarbeitung von Verpackungen für Lebensmittel, Medikamente und Haushaltsprodukte. (Foto: Heidelberg)

Die Bogenstanzmaschine Promatrix 106 CBS ist ideal für die Weiterverarbeitung von Verpackungen für Lebensmittel, Medikamente und Haushaltsprodukte. (Foto: Heidelberg)

Im Bereich der Weiterverarbeitung wurden unter dem Motto „100 Prozent Postpress Packaging“ drei besondere Produkte vorgestellt und gezeigt, dass Heidelberg hier die komplette Prozesskette mit stanzen, kleben, veredeln und kontrollieren anbietet. So die Promatrix 106 FC, eine Heißfolienprägemaschine für die metallische Veredelung beispielsweise von Kosmetik-Verpackungen. Oder die Promatrix 106 CSB, eine Bogenstanzmaschine mit Stanz-, Ausbrech- und Nutzentrennfunktion. Diese Maschine ist ideal für die Weiterverarbeitung von Verpackungen für Lebensmittel, Medikamente und Haushaltsprodukte. Schließlich das Offline Inspektionssystem Diana Eye 55, mit der die Vollständigkeit der Informationen auf den Schachteln zuverlässig überprüft werden kann.

Zukunftstrends runden Packaging Day ab

Abgerundet wurde der Packaging Day mit verschiedenen Workshops. Beim Thema „Web-to-Pack“ wurde der Frage nachgegangen, wie das Erfolgsmodell „Web-to-Print“ für den Akzidenzdruck auch für Verpackungen funktionieren kann, was die Voraussetzungen dafür sind und wo die Wertschöpfung liegt. In einem weiteren Workshop wurden Lösungen innerhalb des Prinect Packaging Workflows vorgestellt und diskutiert, was die Voraussetzungen für die automatisierte Produktion von Verpackungen sind.

Digital-Flaggschiff feiert Kunden-Weltpremiere

Von den Zukunftslösungen überzeugten sich über 70 Kunden von 40 großen europäischen Verpackungsherstellern einen Tag nach dem Packaging Day beim Besuch des Heidelberg-Kunden Multi Packaging Solutions in Obersulm bei Heilbronn. „Digitaldruckmaschinen waren lange Zeit nicht dazu in der Lage, den hohen Anforderungen unserer Kunden an Qualität und Farbtreue zu genügen“, betont Multi Packaging Solutions-Geschäftsführer Steffen Schnizer. „Die Primefire 106 von Heidelberg erfüllt diese Ansprüche.“ Der Hersteller hochwertiger Faltschachteln ist der erste Kunde, der auf der Primefire 106 kommerziell druckt. Die weltweite Nachfrage nach dieser Maschine ist groß, die Produktion in Wiesloch-Walldorf auf zwei Jahre ausgelastet.

Die holländische Druckerei Acket produziert unter anderem mit der neuesten Heidelberg Speedmaster XL 106. (Foto: Heidelberg)

Die holländische Druckerei Acket produziert unter anderem mit der neuesten Heidelberg Speedmaster XL 106. (Foto: Heidelberg)

Den internationalen Fachjournalisten zeigte Heidelberg auf einer anschließenden Pressetour dann am Beispiel der Acket Drukkerij Kartonnage im niederländischen Oss wie stark sich navigiertes Drucken auf die Effizienz und damit die Profitabilität eines Verpackungsdruckers auswirken kann. Acket druckt unter anderem auf drei Heidelberg Speedmaster XL 106, die neueste von ihnen ist mit der Push-to-Stop-Technologie ausgestattet. Inhaber Tom Acket ist ein Mann der Zahlen, der regelmäßig die Performance seiner Maschinen misst und sie mit Benchmarkziffern vergleicht. „In Verbindung mit kürzeren Rüstzeiten konnten wir mit der neuen Speedmaster XL 106 und Push-to-Stop unsere Produktivität um 20 Prozent steigern“, stellt er zufrieden fest.

Smart Packaging Solutions im belgischen Städtchen Meer druckt auf einer Speedmaster XL 162-5+L. Das Unternehmen bedient ein sehr spezielles Segment im Verpackungsdruck: Transportkartons für Obst und Gemüse, das in den nahegelegenen belgischen und niederländischen Gewächshäusern in großen Mengen angebaut wird. Weiterhin stammen die Kunden aus der fleischverarbeitenden Industrie und dem Blumenhandel. Die Heraus-forderung dabei: Die Kartons als Bedruckstoff sind mit bis zu 1,5 mm ausgesprochen stark, viele Maschinen geraten hier schnell an ihre Grenzen. Die Speedmaster XL 162 kommt durch ihre robuste Bauweise damit problemlos zurecht und produziert zuverlässig mit 13.000 Bogen pro Stunde. Mit der vorher eingesetzten Maschine waren es gerade mal maximal 8.000. „Wir nutzen die Speedmaster 162 seit einem halben Jahr“, berichtet Werksleiter Marc Hopstaken, „und wir könnten zufriedener nicht sein.“

Unternehmen

Heidelberger Druckmaschinen AG

Gutenbergring
69168 Wiesloch
Deutschland

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