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Obst und Gemüse sind häufig gar nicht unverpackt erhältlich, andere Produkte werden in aufwändigen Verpackungen verkauft. Aus Sicht vieler Verbraucher ist das unnötig, wie eine aktuelle Umfrage von Forsa im Auftrag des VZBV zeigt.

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Laut Umfrage des VZBV wünschen sich 87 % der Verbraucher mehr unverpackte Lebensmittel. (Bild: p!xel 66 – Fotolia)

Laut Umfrage des VZBV wünschen sich 87 % der Verbraucher mehr unverpackte Lebensmittel. (Bild: p!xel 66 – Fotolia)

Der VZBV (Verbraucherzentrale Bundesverband) fordert nun Maßnahmen gegen die Verpackungsflut. Der Umfrage zufolge meinen fast alle Verbraucher (97 %), dass Lebensmittel im Handel häufig unnötig viel Verpackung haben. 87 % wünschen sich ein größeres Angebot an unverpackten Lebensmitteln. Besonders bei Obst und Gemüse (73 %) und To-go-Produkten wie Kaffee oder fertig zubereiteten Gerichten (63 %) sprechen sich die Befragten für weniger Verpackungen oder umweltfreundlichere Alternativen aus.

Verbraucher sehen Produzenten in der Pflicht

„Die Verpackungsflut bei Lebensmitteln ist symptomatisch für eine bedenkliche Entwicklung. Zwar ist Deutschland Spitze beim Recyceln, aber leider auch Spitze beim Müll produzieren. Hersteller und Händler müssen alles tun, um weniger Verpackungsmüll zu produzieren. Und auch eine bessere Aufklärung von Verbraucherinnen und Verbrauchern kann viel bewirken“, erklärt Klaus Müller, Vorstand des VZBV. Aus Sicht der Verbraucher haben die Produzenten mit 93 % den größten Einfluss auf die Reduzierung des Verpackungsmülls. 76 % meinen, dass Handel und Geschäfte eher oder sehr großen Einfluss haben. Die Befragten sehen aber auch bei Politik (73 %) und Verbrauchern selbst (68 %) Handlungsspielraum.

Maßnahmen gegen den Verpackungsmüll

Um Verpackungsmüll zu reduzieren, fordert der VZBV:

Eindeutige Vorgaben für Verpackungen: Die Recyclingfähigkeit müssen Unternehmen schon bei der Entwicklung von Produkten und Verpackungen berücksichtigen. Verbindliche Mindeststandards müssen regeln, ab wann ein Produkt als übermäßig verpackt gilt.

Mehr Beratung und Information: Auch wenn in erster Linie Hersteller und Händler für weniger Verpackungsmüll sorgen müssen, haben Verbraucher Handlungsspielräume, die sie oft nicht kennen. Die Abfall- und Umweltberatung muss gefördert werden. 89 % der Befragten befürworten das laut Umfrage. Auch der Handel muss seinen Teil zur Aufklärung beitragen: Direkt am Verkaufsort ist die Information am wirkungsvollsten.

Duales System ökologisch ausrichten: Ein erhöhtes Lizenzentgelt für material- und ressourcenintensive Verpackungen ist laut Meinung des VZBV ein geeignetes Instrument, um ressourcenschonendes Verhalten zu fördern. Verbraucher, die auf die auf vergleichsweise günstigere umweltfreundliche Verpackungen zurückgreifen, würden belohnt.

Wege aus der Wegwerfgesellschaft

Unter dem Motto „Wege aus der Wegwerfgesellschaft“ hat der VZBV zusammen mit seinen Mitgliedsorganisationen, den Verbraucherzentralen und weiteren Verbänden, Vorschläge erarbeitet, wie nachhaltiges Konsumieren für Verbraucher einfacher und attraktiver gestaltet werden kann. Die Positionen sind in dem neuen Faktenblatt „Verpackungsmüll – weniger ist mehr“ veröffentlicht.