-

Mit hoher Geschwindigkeit bei ständig wechselnden Sorten füllt Zott seine Joghurts ab. Damit die Becher das Supermarktregal trotzdem nur mit fehlerfreien Deckeln erreichen, hat der Betreiber die Tray-Inspektion von BBull installiert.

Anzeige

Zott, die „Genuss-Molkerei“ aus der kleinen bayerischen Gemeinde Mertingen bei Donauwörth, hat sich in den 92 Jahren seit der Gründung zu einer der führenden Molkereien Europas entwickelt. Neben vielen Innovationen ist dafür der „Zott Sahne Joghurt“ mit verantwortlich, den es in über 40 verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt. Abgefüllt werden beispielsweise die 150-Gramm-Becher in einer derart hohen Geschwindigkeit, dass selbst ein versierter Bediener einen Fehler auf dem Deckel (Platine genannt) nicht erkennen kann. Daher hat Zott nun mit der Tray-Inspektion des Spezialisten BBull Technology aus Königsbach-Stein ein System installiert, das auch kleinste Abweichungen sicher erkennt und ausschleust.

Die vorbereiteten Platinen für die Joghurtbecher. Diese werden allerdings mit der bedruckten Seite nach unten in die Maschine eingelegt – Fehler werden dann erst erkannt, wenn die Becher bereits fertig sind. (Foto: Broesele)

Die vorbereiteten Platinen für die Joghurtbecher. Diese werden allerdings mit der bedruckten Seite nach unten in die Maschine eingelegt – Fehler werden dann erst erkannt, wenn die Becher bereits fertig sind. (Foto: Broesele)

Hohe Produktionsmengen – Fehler unerwünscht

„Wir füllen auf insgesamt 17 Linien unsere Joghurts und Desserts ab. An einer Linie, die 150-Gramm-Becher mit Joghurt befüllt, sind es bei jedem Takt 24 Becher, die befüllt werden, 40 Takte in der Minute – das ergibt 57.600 Becher in der Stunde. Immer 20 Becher sitzen in einem Tray, auf jeder Palette befinden sich 3.200 Becher. Die Abfüllmaschinen laufen rund um die Uhr, fünf Tage in der Woche, Stillstände dürfen da nicht sein und Fehler hätten gravierende Auswirkungen“, erläutert Matthias Schmidt, der für diese Linie als Bediener verantwortlich ist.

Falsche Platinen und MHD-Fehler sicher erkennen

„Wir füllen auf dieser Linie immer vier unterschiedliche Sorten ab, jede Sorte hat einen eigenen Becher, der über Barcode eindeutig erkannt wird, und jede Sorte hat natürlich eine eigene Platine. Die Platinen stanzen wir selbst hier im Werk aus, stapeln sie dann immer zu je 1.000 Stück in speziellen Magazin-Röhren aus Kunststoff, die in flachen Kartons stehen. So werden die Platinen an die Abfüllmaschine geliefert und müssen dann mit der farbigen Oberseite nach unten in die Maschine eingelegt werden“, so Schmidt weiter. Sollte ihm beim Einlegen ein Fehler passieren, dass er also beispielsweise Erdbeer-Platinen in den Schacht für Kirsch-Amarena legt, dann sieht er das nach dem Einlegen nicht mehr und würde entweder zufällig später den Fehler entdecken, wenn alle Becher bereits in den Trays auf dem Weg zur Palettierung sind – oder im schlimmsten Fall erst der Kunde.

„Damit wir einen derartigen Fehler – insbesondere auch vor dem Hintergrund eventueller Allergieproblematiken – ausschließen, haben wir nach einem zuverlässigen technischen System gesucht. Dieses soll ebenso überprüfen, ob das noch mit einem Tintenstrahldrucker aufgebrachte MHD vorhanden und vor allem deutlich lesbar ist“, erklärt Xaver Hillenbrand, der Abfüllleiter.

Erfolgreicher Test mit der Tray-Inspektion

Hillenbrand erinnerte sich an ein Treffen mit Harald Schott, dem Verkaufsleiter beim Kontroll- und Inspektions-Spezialisten BBull Technology: „Der hat mir erzählt, dass BBull derartige Systeme seit Jahren bei Brauereien und in der Getränkeindustrie einsetzt.“ Schott bot ihm die Tray-Inspektion an. Diese wurde für vier Wochen unter Produktionsbedingungen getestet und kurz danach von Zott gekauft. Nun will das Unternehmen weitere Linien mit dem System ausstatten.

BBull Technology ist ein seit Jahrzehnten etabliertes Unternehmen zur Qualitätssicherung im Abfüll- und Produktionsprozess der Getränke- und Lebensmittelindustrie. Selbst entwickelt und in Deutschland hergestellt werden so zahlreiche Behälter-, Verpackungs- und Füllstandskontrollen sowie bewährte kunden- und produktspezifische Sortier-, Verteil- und Ausleitsysteme für die Industrie.

Das Inspektionssystem  erkennt mittels hochauflösender Farbkamera, ob auf jedem Becher die korrekte Platine sitzt und ob das MHD lesbar und inhaltlich korrekt ist. (Foto: Broesele)
Erkennt die Tray-Inspektion einen Fehler, wird dieses Tray ausgeschleust und der Fehler auf dem Display angezeigt. Weisen fünf Trays nacheinander Fehler auf, stoppt die Maschine. (Foto: Broesele)
Gegründet 1926, ist Zott in Mertingen heute eine der führenden Molkereien Europas. (Foto: Broesele)

Jeder einzelne Becher penibel überprüft

Mit einer hochauflösenden Farbkamera nimmt die Tray-Inspektion jedes einzelne Tray gestochen scharf auf und kontrolliert so gemeinsam mit einem leistungsstarken PC jeden einzelnen Joghurtbecher. Dabei erkennt das System, ob überhaupt eine Platine auf jedem Becher sitzt, ob jede Platine auch zu 100 Prozent zu der abgefüllten Sorte passt und ob das Mindesthaltbarkeitsdatum komplett vorhanden aber auch inhaltlich korrekt ist. Die für die perfekte Aufnahme notwendigen, verschleißarmen LED-Beleuchtungsmodule befinden sich oberhalb des Transportbandes, sind in die Messbrücke integriert und damit vor Beschädigungen geschützt.

Erkennt das System einen Fehler in einem Tray, schleust es dieses Tray aus und zeigt den Fehler auf einem großen Display an, sodass der Bediener den entsprechenden Becher manuell tauschen kann. Sollten allerdings fünf Trays nacheinander Fehler aufwiesen, dann bleibt die Maschine stehen, denn dann sind entweder Platinen falsch eingelegt worden oder der Tintenstrahldrucker für das MHD hat einen Fehler. „So erkennen wir Unregelmäßigkeiten sehr schnell und nicht erst viele Trays später oder gar auf der fertigen Palette“, kommentiert Hillenbrand. In Kürze will das Unternehmen zudem die Tintenstrahldrucker gegen leistungsfähigere Laserdrucker austauschen.

Nachjustierungen

Zu Beginn bestand für die Techniker von BBull ein Problem darin, dass das MHD auf irgendeine freie Stelle der Platine aufgebracht wurde. Diese Stelle wies aber bei der Vielzahl der Sorten manchmal nur sehr wenig Kontrast zum Untergrund auf. Mittlerweile hat der Betreiber die Kameras und Software darauf eingestellt. Im Laufe der Testphase bemerkten die Beteiligten dann, dass der Bediener aktuell bei einer Sortenumstellung dies noch manuell an der Abfüllmaschine und auch an der Tray-Inspektion eingeben muss. „Da wir unsere Produktionsdaten schon lange auf SAP umgestellt haben, wäre es natürlich viel einfacher und sicherer, wenn alle beteiligten Maschinen automatisch diese SAP-Daten empfangen und darauf reagieren. Diese Anbindung fehlt jetzt noch, danach werden wir auch die anderen Produktionslinien mit den BBull-Systemen ausstatten, mit denen wir wirklich hochzufrieden sind“, betont Hillenbrand. Aber nicht nur die Technik lobt der Abfüllungsleiter, auch die direkte Zusammenarbeit mit BBull. „Die waren von Anfang an unheimlich kundenorientiert! Auch später, als sie mit unserer Linie über einen VPN-Tunnel verbunden waren, haben sie uns auf relevante Kleinigkeiten hingewiesen. So stellen wir uns eine gute Zusammenarbeit mit einem Partner vor!“, unterstreicht Hillenbrand.

Autor

Bert Brosch für BBull

Unternehmen

Bbull Technology

Ankerstrasse 73
75203 Königsbach- Stein
Deutschland

Zum Firmenprofil