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Unter der Bezeichnung Tava 200 F präsentiert Anlagenbauer Tartler die neueste Generation seiner Vakuumstationen für die Fassabfüllung ohne Lufteinschluss. Erstmals in seiner Geschichte bietet das Unternehmen damit eine branchenübergreifend einsetzbare Systemlösung, mit der sich viele verschiedene hochviskose und pastöse Medien prozesssicher in Deckelfässer abfüllen lassen.

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Ob in der Kunststoff-Technik, in der Klebstoff-Produktion oder beim Herstellen von Dichtungs- und Spachtelmassen: In vielen Branchen „verpacken“ Unternehmen hochviskose und pastöse Massen in Spannring-Deckelfässer, die dann oft als komplette Gebinde in die Förder-, Misch-, Dosier- und Applikationsanlagen der Verarbeiter eingestellt werden. Haben sich aber beim herstellerseitigen Befüllen des Fasses Luftkammern im Material gebildet, so kann der Anwender darauf wetten, dass diese Luft irgendwann im Verlauf des Entnahme-, Förder- und Dosierprozesses in die Dosierpumpe gelangt.

Mit der neuen halbautomatischen Vakuumstation können Materialhersteller pastöse und hochviskose Medien luftfrei in 200-l-Deckelfässer abfüllen. 
(Foto: Tartler)

Mit der neuen halbautomatischen Vakuumstation können Materialhersteller pastöse und hochviskose Medien luftfrei in 200-l-Deckelfässer abfüllen. (Foto: Tartler)

Luftblasen verursachen Ausschuss

Dies führt zu massiven Störungen des Dosiervorgangs, die nicht selten in einem Abbruch des Verfahrens enden. In diesem Fall muss der Betreiber das komplette System solange mit Material „spülen“, bis es von Luftblasen befreit ist und wieder einwandfrei arbeitet. Dabei kommt es nicht nur zu einem größeren Materialverlust; mitunter fallen auch weitere Kosten an, da der Anwender viele Teile als Ausschuss entsorgen muss. Mit dem Ziel, solche Situationen zu verhindern, entwickelte Tartler bereits im Jahr 2014 eine Lösung für die Materialentnahme mit Fassfolgeplatten-Pumpen, die sich seitdem rasch im Markt etablieren konnte. Dabei handelt es sich um ein Vakuum-Fasswechsel-System, das die Luft zwischen der Materialoberfläche im Fass und der beweglichen Folgeplatte kontrolliert absaugt. Auf diese Weise wird Entlüftungsproblemen wirksam vorgebeugt und Fasswechsel lassen sich ohne Materialverlust und Spritzer durchführen – Prozess- und Arbeitssicherheit verbessern sich deutlich.

Mit dem Vakuum-Fasswechsel-System lassen sich verschiedene hochviskose und pastöse Medien ohne Lufteinschlüsse in Deckelfässer abfüllen. (Foto: Tartler)

Mit dem Vakuum-Fasswechsel-System lassen sich verschiedene hochviskose und pastöse Medien ohne Lufteinschlüsse in Deckelfässer abfüllen. (Foto: Tartler)

Abfüllen ohne Lufteinschlüsse

Um der Lufteinschluss-Problematik aber nicht nur auf der Anwenderseite Herr zu werden, sondern auch auf der Seite der Materialhersteller und -abfüller, hat Tartler jetzt die Vakuum-Abfüllanlage Tava 200 F entwickelt. Diese kompakte halbautomatische Vakuumstation für das luftfreie Abfüllen von 200-l-Deckelfässern lässt sich flexibel für verschiedene pastöse und hochviskose Medien nutzen und kann problemlos auch auf andere Gebindegrößen auslegt werden. Sie besteht im Wesentlichen aus vier Komponenten: Einer Aufnahme zum Einspannen und Stabilisieren eines Fasses, einem speziellen Kombiaufsatz zur synchronisierten Vakuumerzeugung und Befüllung sowie einer Vakuumpumpe und einer Steuerung mit Touchscreen. Alle Komponenten sind platzsparend und gut zugänglich auf einem Sockel mit Fasszentrierplatte installiert.

Vollautomatischer Abfüllvorgang

Das Beschicken der Station, das Positionieren des noch leeren Fasses auf der Zen­trierplatte und das Schließen der Spannvorrichtung erfolgen manuell, während die Vakuumbeaufschlagung des Fasses und das nahezu gleichzeitige Einfüllen der pastösen Masse vollautomatisch ablaufen. Ein Fass ist nach einigen Minuten ohne Lufteinschlüsse befüllt und kann – versiegelt mit einer Deckfolie – abtransportiert werden. Der Anlagenbauer hat bei der Entwicklung der Anlage viele Eventualitäten berücksichtigt: Nachdem das Vakuum im Fass aufgebaut ist, lässt sich beispielsweise die Material-Eintritts-Oberfläche über verschiedene Materialzuführungen (Lochplatten, Breitstrahl-Einlässe und andere) anpassen. Auf diese Weise lässt sich auftretende Luft aus dem Dosierprozess oder der Herstellung sofort entfernen, sobald die Förderung des Materials in das evakuierte Fass einsetzt. Darüber hinaus bietet das Unternehmen mit der kleineren Tava 50 F auch eine Anlagenvariante für 50-l-Fässer an.

Für große Volumen vollautomatisch

Ob Produzent, Abfüller oder Verpacker von pastösen und hochviskosen Medien – das System ermöglicht an vielen Stellen der Wertschöpfungskette Vorteile. Die Material­hersteller können damit ihren Kunden beispielsweise garantieren, dass sie optimal befüllte Fässer ohne Lufteinschlüsse erhalten, die das prozesssichere Weiterverarbeiten der Inhaltsstoffe ermöglichen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Die Lagerstabilität erhöht sich, da keine Kontamination mit Luft mehr möglich ist. Und der Anwender profitiert beim Einsatz der manuellen Version der Anlage von einer einfachen Entgasung im eigenen Betrieb.

Für Materialhersteller, die große Mengen an Deckelfässern wirtschaftlich befüllen müssen, realisiert Tartler die Tava 200 F auch als vollautomatisierte Komplett­lösung. Im Mittelpunkt steht hier ein angetriebenes Rondell, auf dem jeweils vier Fässer im Kreisverkehr positioniert befüllt und versiegelt werden. Sowohl die Beschickung als auch der Abtransport der Fässer erfolgen dabei – automatisiert – über Rollenbahnen.

Autor

Michael Stöcker, für Tartler

Unternehmen

Tartler GmbH

Relystraße 48
64720 Michelstadt
Deutschland

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