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Eine Woche nach dem Insolvenzantrag der SH+E GmbH und ihrer Tochtergesellschaften läuft der Geschäftsbetrieb wieder in ruhigerem Fahrwasser. Wie die Unternehmensgruppe mitteilte, konnte der vom Amtsgericht Waldshut-Tiengen zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Sanierungsexperte Tobias Hoefer von der Kanzlei Hoefer Schmidt-Thieme in Gesprächen mit Kunden, Lieferanten und Kreditinstituten die Voraussetzungen für die weitere Fortführung der einzelnen Geschäftsbetriebe schaffen. Grundsätzlich sind derzeit wieder alle Firmen voll handlungs- und funktionsfähig.

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In den vergangenen Tagen hatte sich Hoefer vor Ort an den einzelnen Standorten ein Bild von der Lage der insgesamt acht operativ tätigen Gesellschaften gemacht, die am 19. Februar Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt hatten, um auf diesem Weg eine Sanierung zu erreichen. Neben der SH+E GmbH waren dies die Stulz-Planaqua GmbH, Hager + Elsässer GmbH, Stulz GTA GmbH, H+E Packtec GmbH, H+E Protec GmbH, H+E S-Tec GmbH sowie die LimnoTec Abwasseranlagen GmbH.

„Mein erster Eindruck von den Betrieben ist positiv. Wir machen derzeit eine gründliche Bestandsaufnahme und wollen die laufenden Aufträge und Projekte fortführen. Voraussetzung ist jedoch, dass dies betriebswirtschaftlich sinnvoll ist und den jeweiligen Gesellschaften keine Verluste entstehen“, so Hoefer.

Bereits gelöst ist die Frage der Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes für die insgesamt knapp 700 Mitarbeiter der SH+E Gruppe an den deutschen Standorten. Die Agentur für Arbeit stimmte zu, dass die Mitarbeiter zeitnah die ihnen zustehenden Zahlungen bekommen können. Löhne und Gehälter sind bis einschließlich Januar noch vereinbarungsgemäß gezahlt worden. Die Arbeitsverhältnisse aller Mitarbeiter bei den Gesellschaften, die Insolvenzantrag gestellt haben, bestehen unverändert mit allen Rechten und Pflichten fort.

Um weiter Synergien nutzen zu können und so für die Gläubiger eine Wertmaximierung zu erreichen, setzt Hoefer ein sogenanntes „abgestimmtes Konzerninsolvenzverfahren“ für die SH+E Gesellschaften um. Dabei sollen die wirtschaftlichen Gesamtzusammenhänge, die Organisation der Fortführung der Unternehmensgruppe und die Erhaltung der Vermögenswerte unter seiner Führung weiter gewährleistet werden. Erleichtert wird dies auch durch die einheitliche Besetzung der Gläubigerausschüsse, die Hoefer als Beratungs- und Kontrollorgan zur Seite stehen, wodurch sich Abstimmungsprozesse vereinfachen und der Verfahrensablauf beschleunigt wird.

Mit Wirkung vom 26. Februar wurden Stefan Meyer von der Kanzlei Meyer Rechtsanwälte Insolvenzverwalter in Münster/Lübbecke (für H+E Packtec, die LimnoTec Abwasseranlagen und die LimnoTec Bioenergieanlagen GmbH) sowie Lucas Flöther von der Kanzlei Flöther-Wissing in Dresden (für H+E S-Tec) auf Anregung von Hoefer neu als formal eigenverantwortliche, aber faktisch in das Konzerninsolvenzverfahren eingebundene, vorläufige Insolvenzverwalter bestellt. Dies solle das Verfahren schneller vorantreiben, so Hoefer.

(mns)