Nach den krisenbedingt schwierigen letzen Monaten ist die Zuversicht nach Russland zurückgekehrt: Lebensmittelproduzenten, Süßwarenhersteller wie auch Unternehmen aus dem Kosmetiksektor und der Pharmabranche fragen wieder verstärkt innovative Verpackungslösungen nach. Zwar sei es noch ein weiter Weg zur alten Marktdynamik, die positive Stimmung im Vergleich zu den vergangenen Monaten aber deutlich wahrnehmbar.
Dies wurde zur UPAKOVKA/UPAK ITALIA 2010, Internationale Fachausstellung für Verpackungsmaschinen, Packmittelherstellungsmaschinen und Packmittel, deutlich. So besuchten während der viertägigen Laufzeit 21.000 Fachleute aus allen Regionen der GUS sowie den Nachbarstaaten die Fachmesse auf dem Ausstellungsgelände Krasnya Presnya, wo traditionell zeitgleich die INTERPLASTICA 2010, Internationale Fachmesse für Kunststoff und Kautschuk, stattfand.
Die insgesamt rund 800 Aussteller, die ihr Angebot auf einer Nettofläche von 15.000 Quadratmetern präsentierten, lobten die Anfragen der Besucher, die nach dem schwachen letzen Jahr verstärkt konkrete Projekte und Investitionsabsichten erkennen ließen. Mit dieser Qualität habe man nicht gerechnet. Das stimme durchaus optimistisch für ein gutes Geschäftsjahr 2010. Erhard Wienkamp, als Mitglied der Geschäftsleitung Messe Düsseldorf zuständig für die Auslandsmessen, zeigte sich erfreut: „Das Vertrauen unserer Aussteller in den russischen Markt scheint sich nun langsam wieder auszuzahlen. Zwar sind wir noch ein gutes Stück von dem einstigen Boom entfernt, aber das riesige Potenzial bricht sich offensichtlich langsam wieder seine Bahn.â
Das größte Ausstellerkontingent der UPAKOVKA/UPAK ITALIA stellten diesmal die russischen Unternehmen (83), es folgten Italien (80) sowie Deutschland (75). Offiziell geförderte Länderbeteiligungen gab es aus Deutschland, Frankreich und Italien. Die UPAKOVKA/UPAK ITALIA ist eine Veranstaltung der Messe Düsseldorf gemeinsam mit ihrer TochtergesellschaftMesse Düsseldorf Moscow in Kooperation mit dem italienischen Veranstalter Centrexpo.
Für die deutschen Anbieter von Süßwarenmaschinen war im letzten Jahr in Russland nichts von einer Krise zu spüren. Laut Zahlen des VDMA erreichten die deutschen Lieferungen in den ersten zehn Monaten des Jahres 2009 ein Volumen von 46,4 Mio. Euro. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 31 Prozent zum Vergleichszeitraum 2008. Die deutschen Verpackungsmaschinenhersteller sahen sich allerdings mit anderen Vorzeichen konfrontiert: Ihre Lieferungen nach Russland brachen im gleichen Zeitraum um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 207 Mio. Euro ein. Vera Fritsche vom VDMA Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen betont jedoch die große Bedeutung des russischen Marktes: „Die Ernährungsindustrie ist eine der zentralen Wachstumsbranchen der Zukunft in Russland. Das bietet enorme Chancen für die Anbieter von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen. Der gute Messeverlauf für die Aussteller der deutschen Beteiligung zur UPAKOVKA/UPAK ITALIA stimmt optimistisch, dass dieses Potenzial nun weiter erschlossen werden kann.â
Auch die italienischen Ausstellerfirmen spüren die Belebung des Marktes und zeigten sich zufrieden mit dem Messeverlauf. Annunziata Landi vom italienischen Außenhandelsinstitut ICE betont den Stellenwert des russischen Marktes: „Russland hat als drittwichtigster Exportmarkt mit mittel- bzw. langfristig sehr attraktiven Absatzchancen eine exponierte Bedeutung für die italienischen Unternehmen. Nun scheint sich dieser Markt wieder zu bewegen, nicht zuletzt weil im Land durch steigende Rohstoffpreise wieder mehr Kapital für Investitionen vorhanden ist.â
Die nächste UPAKOVKA/UPAK ITALIA findet vom 25. bis 28. Januar 2011 erneut parallel zur INTERPLASTICA in Moskau statt.
08.02.2010 - neue verpackung