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20.01.2009

Werkstoffe und Reinigbarkeit bleiben Hauptthemen in der sterilen
Verfahrenstechnik

"Werkstoffe, Oberflächenbehandlung und Reinigbarkeit sind nach wie vor die Themen, die Mitgliedsfirmen und Gäste unserer Technischen Sitzung am meisten interessieren", erklärte der Vorsitzende der VDMA-Fachabteilung Fachabteilung Sterile Verfahrenstechnik, Werner Schmid, nach der Sitzung Anfang Dezember in Frankfurt. Auch Inhalte aus der Prozesstechnik seien sehr wichtig. "Mehr als 80 Anmeldungen zur Sitzung unter dem Motto Prozessführung und Materialien für die Steriltechnik bestätigen dies", sagte Schmid. 

Auf der Tagesordnung standen ausschließlich technische Themen: Bernd Stäudle, Heitec AG, Crailsheim erläuterte die Vorgaben von GAMP 5 und CFR 21 Part 11 und deren Bedeutung für Prozessführung und Steuerung. Die Zulässigkeit einer parallelen Existenz von Dokumentationsbestandteilen in Papierform und in elektronischer Form bestätigte er auf Anfrage aus dem Teilnehmerkreis. Ludwig Clüsserath, KHS AG, Bad Kreuznach, zeigte Beispiele für die Umsetzung von Vorgaben der FDA für eine aseptische Abfülllinie für Getränke. Der Aufwand, den Hersteller aseptischer Abfüllanlagen allgemein betreiben, und der technische Stand dabei ist nach Einschätzung von Teilnehmern bemerkenswert hoch. Der Mehraufwand, so Clüsserath, sei wegen des Einsparpotentials gerechtfertigt.

Marc Mauermann, Fraunhofer AVV, Dresden, berichtete über Forschungsaktivitäten zu Reinigung und Oberflächenmodifikationen, bei denen Beschichtungen erprobt werden und Verschmutzungsneigungen erfasst werden sollen. Projektstart aktueller Untersuchungen ist voraussichtlich Anfang 2009.

Dr. Uwe Behmel, ProMinent ProMaqua GmbH, Heidelberg, gab einen Überblick über den technischen Stand und Vor- und Nachteile der Kaltsterilisation durch Desinfektion mit Ozon. Der Einsatz von Ozon bei Cleaning In Place wird derzeit erprobt. Es gibt, z. B. beim Einfluss auf die Korrosivität oder hinsichtlich der Einbringung in sehr komplexe Rohrleitungssysteme und Anlagen, Bedarf an weiteren systematischen Untersuchungen.

Siegfried Pießlinger-Schweiger, Poligrat GmbH, München, widmete sich der Frage "Welche Korrosionsarten zerstören nichtrostende austenitische Cr-Ni-Stähle?". Er ging dabei sehr detailliert auf z. B. Maßnahmen gegen Lochfraß, die Auswirkungen trocknender Nassstellen, Einflüsse von Beizpaste, auf Spaltkorrosion und Gegenmaßnahmen dazu oder das Verhalten einzelner Werkstoffe auf Rouging ein. 

Gäste aus den Abnehmerbranchen Chemie, Pharmazie und Lebensmittel beteiligen sich regelmäßig an Diskussionen oder in der Sitzung angeregten Arbeitskreisen zur Erstellung von Merkblättern. Die Sitzung hat sich damit als Informationsplattform etabliert. Die Auswahl der kommenden Themen wird eine Ad-hoc-Gruppe im Einvernehmen mit dem Vorstand der Fachabteilung vornehmen und Teilnehmervorschläge berücksichtigen. Der Termin der nächsten Technischen Sitzung ist der 4. Dezember 2009.

 

 

 


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