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28.09.2009

VDMA: Nahrungsmittelmaschinen- und Verpackungsmaschinenbau zeigt sich optimistisch

"Für den Nahrungsmittelmaschinen- und Verpackungsmaschinenbau gilt vorsichtiger Optimismus: Die Talsohle scheint durchschritten", erklärte Richard Clemens, Geschäftsführer VDMA Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen anlässlich der Wirtschaftspresskonferenz zur drinktec 2009 in München.

2008 wuchs die deutsche Produktion von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen um fünf Prozent auf 11,1 Mrd. Euro. Die Branche mit ihren rund 600 Unternehmen und 60.500 Mitarbeitern (2008) wuchs damit im zehnten Jahr in Folge. Jede dritte Maschine, die weltweit exportiert wird, kommt aus deutscher Produktion. In vielen Teilbrachen - so auch bei den Getränkemaschinen - liegt der Marktanteil noch wesentlich höher: 60 Prozent der exportierten Brauereimaschinen beispielsweise kommen aus Deutschland, bei Getränkeverpackungsmaschinen schätzen der Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen den Anteil auf mindestens 50 Prozent. In 2008 stiegen die Auslandslieferungen abermals um 6 Prozent auf 8,1 Mrd. Euro. "Dieser vorläufig wohl letzte Rekordwert wird in 2009 sicher nicht erreicht. Denn dem Sog der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise konnten wir uns nicht entziehen. Die Nachfrage aus dem Ausland wurde bereits ab Mitte 2008 spürbar zurückhaltender. Von dem sehr drastischen Orderrückgang ab Oktober wurden wir dennoch ziemlich überrascht. Wir sind derart starke Abwärtsbewegung schlichtweg nicht gewohnt. Unsere Branche gilt grundsätzlich als weniger zyklisch und konnte sich in der Vergangenheit immer von der allgemeinen Maschinenbaukonjunktur abkoppeln", erklärte Clemens.

Im ersten Halbjahr 2009 fiel der Auftragseingang Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen um real 37 Prozent unter den Vorjahreswert. Der Umsatz ging um 22 Prozent zurück. Beim Inlandsauftrageingang kam es im Gegensatz zum Gesamtmaschinenbau nicht zu extremen Einbrüchen, er fiel in diesem Zeitraum um moderate sieben Prozent unter den Vorjahreswert. Die Bestellungen aus dem Ausland dagegen brachen im ersten Halbjahr mit einem Minus von real 42 Prozent deutlich ein. Dies schlägt sich in den Außenhandelszahlen der ersten sechs Monate deutlich nieder: Die Exporte gingen um 22 Prozent zurück. Dabei sackten nahezu alle wichtigen Auslandsmärkte zeitgleich weg. Besonders drastisch fiel der Lieferrückgang in die wichtigen Regionen Sonstiges Europa und Nordamerika aus. "Ursache für den starken Rückgang der Auslandsnachfrage war bekanntermaßen die fehlende Finanzierung durch die Banken. Selbst die Realisierung von lang geplanten Projekten scheiterte kurzfristig an der restriktiven Kreditvergabe", betonte Clemens. 

"Es scheint, dass die Verunsicherung der Investoren aktuell in Ansätzen nachlässt, denn im Juni zeigten sich bereits leichte Anzeichen einer Belebung der Nachfrage, besonders aus dem Ausland", so Clemens weiter. Die monatliche Auftragseingangsstatistik zeigte erstmals wieder leichte Plusraten: Die Bestellungen stiegen im Juni um 9 Prozent im Vergleich zum Vormonat Mai, im Juli lag der Wert um 15 Prozent über dem Vormonat Juni. "Es verstärkt sich der Eindruck, dass bereits im Mai der Tiefpunkt erreicht wurde und die Branche - früher als der Gesamtmaschinenbau - wieder auf "normale" Pfade zurückkehrt", erklärte der VDMA Fachverbandsgeschäftsführer.

Das britische Marktforschungsinstitut Euromonitor erwartet, dass das weltweite Absatzvolumen von Alkoholfreien Getränken - kurz AfG - und Bier allein in den kommenden fünf Jahren jährlich um fünf respektive um vier Prozent per annum zunehmen wird. Dies schon allein aus demografischen Gründen: Bis 2050 werden 9,6 Mrd. Menschen, das sind 30 Prozent mehr als heute, auf der Welt leben.

Die großen Wachstumsmärkte für Getränke liegen bereits heute in Asien und Lateinamerika. Nehmen wir das Beispiel AfG. Fast 50 Prozent des weltweiten Handelsvolumens (Handelsvolumen 2009: 437 Mrd. Liter) wird aktuell in diesen beiden Regionen abgesetzt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass unter den TOP 10 Märkten China, Japan, Indonesien, Mexiko, Brasilien und Argentinien zu finden sind.

Die gleiche Entwicklung gilt für Bier: Während beispielsweise in Deutschland der Bierkonsum bei rund 110 Litern pro Kopf stagniert, ist der Konsum in China mit 32 Litern pro Kopf noch gering. Und das obwohl China mit 410 Mio. Hektolitern weltweit größter Bierproduzent ist. Fazit: Sowohl im Bereich der AfG wie auch bei Bier gibt es weltweit noch ein erhebliches Potenzial.

 

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