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05.01.2011

Auf zu neuen Ufern

Editorial

Schon wieder neigt sich ein Jahr dem Ende entgegen. 2010 ist fast passé, 2011 steht vor der Tür. Was wird die Nachwelt wohl über dieses Jahr einst in der Retrospektive denken? Was bleibt bei den Menschen in den Köpfen haften? Wikileaks, die Internetplattform, auf der anonym Dokumente veröffentlicht werden können, bei denen ein öffentliches Interesse angenommen wird, bleibt sicherlich in vielen Köpfen präsent.

Schon wieder neigt sich ein Jahr dem Ende entgegen. 2010 ist fast passé, 2011 steht vor der Tür. Was wird die Nachwelt wohl über dieses Jahr einst in der Retrospektive denken? Was bleibt bei den Menschen in den Köpfen haften? Wikileaks, die Internetplattform, auf der anonym Dokumente veröffentlicht werden können, bei denen ein öffentliches Interesse angenommen wird, bleibt sicherlich in vielen Köpfen präsent. Angela Merkel? „Selten Kreativ." Guido Westerwelle? „Arrogant." Horst Seehofer? „Unberechenbarer Politiker." Das sind nur einige Zitate aus amerikanischen Geheimdepeschen, angefertigt von der Berliner US-Botschaft am Pariser Platz für die Zentrale in Washington. Das ist nur auf den ersten Blick witzig. Doch wenn das Nachdenken einsetzt, vergeht das Lachen schnell. Was hier geschehen ist, ist ein Super-GAU, eine Katastrophe für das Miteinander in der westlichen Welt.

Stellen Sie sich vor, es gäbe auch auch ein Wikileaks Packaging. Es wäre bestimmt äußerst interessant zu wissen, was Maschinenbauer und Packmittelhersteller über ihre Kunden und deren Produkte denken und umgekehrt. Der Spaßfaktor für unbeteiligte Dritte wäre auch hier denkbar hoch. Die möglichen Schäden aber auch. Doch anders als die Politik ist die Verpackungsbranche geerdet und orientiert sich an Fakten. Technische Möglichkeiten, Wirkungsgrade und Nachhaltigkeit sind nachvollziehbare Größen, welche die Verpackungswelt bestimmen. In der Politik geht es um die Kunst des Möglichen. Menschen werden durchleuchtet und ihre Schwachstellen werden gesucht, um bei Verhandlungen strategisch gut gerüstet zu sein und um bei schwierigen Verhandlungen immer noch einen Trumpf mehr als das Gegenüber im Ärmel zu haben. Vertrauen schafft das nicht, Geschäfte sind auf dieser Basis nicht möglich.

Doch blicken wir noch einmal darauf zurück, was das „Verpackungs"-Jahr so brachte: Im Januar meldet SCA, dass Michael Cronin neuer Präsident des europäischen Verpackungsgeschäfts ist. Seine Vorgabe ist genau umschrieben: Er muss die Rentabilität der Packaging Standorte steigern. Am 3. Februar endet die ProSweets Cologne mit einem tollen Ergebnis und sorgt für neuen Schwung auch in der Verpackungsbranche. Die Finanz- und Wirtschaftskrise scheint überwunden. Der VDMA meldet Anfang März: Der deutsche Verpackungsmaschinenbau hat das Jahr 2009 besser abgeschlossen, als aufgrund der Weltwirtschaftskrise zu erwarten war. Das Licht am Ende des Tunnels wird immer größer. Das gilt auch für den mittelhessischen Verpackungsmaschinenbauer Rovema, der Ende April an eine Investorengruppe um die erfahrenen Maschinenbau-Manager Dr. Sepp Lachenmaier, Dr. Winfried Ley und Thomas Becker geht. Im Mai meldet Multivac auf der Iffa, wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt zu sein, und im Juni unterzeichnen Siegwerk und Van Genechten Packaging Group einen Kooperationsvertrag. Mit Dr.-Ing. E. h. Hermann Kronseder geht im Juli der Gründer des Weltmarktführers Krones für immer. Er hinterlässt ein phantastisches Lebenswerk. Im August meldet der Druckmaschinenhersteller KBA, dass es wieder aufwärts geht. Die Fachpack schlägt alle Rekorde im September, die Kunststoffmesse grüßt golden im farbenprächtigen Oktober und im November verkauft ein Insolvenzverwalter die Laudenberg GmbH an SN Maschinenbau GmbH. Im Dezember atmet die Branche durch, um im Interpack-Jahr neue Höchstleistungen zu erbringen - auch ohne Wikileaks.

Ich wünsche Ihnen ein frohes Fest und ein gutes neues Jahr!
Matthias Mahr, Chefredaktion

 

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