Branche: Lebensmittel
Artikel
01.09.2011
Nachfrage nach flüssigen Milchprodukten steigt
Studie |Tetra Pak veröffentlicht den aktuellen Milchindex: Wachsender Wohlstand und zunehmende Verstädterung in Asien, Afrika und Lateinamerika kurbeln die Nachfrage nach flüssigen Milchprodukten an. Der Bedarf an flüssigen Milchprodukten wird bis 2020 weltweit in fast allen Regionen steigen.
Tetra Pak stellt die Ergebnisse seines aktuellen Milchindexes vor. Die nunmehr vierte Ausgabe der Studie prognostiziert für die nächsten zehn Jahre einen Anstieg des weltweiten Konsums von Milch und anderen flüssigen Milchprodukten um rund 30 Prozent. Ausgelöst wird der Nachfrageboom vor allem durch das wirtschaftliche Wachstum und die steigende Kaufkraft der Mittelschicht in Asien sowie durch die zunehmende Verstädterung in der Region. Im Tetra Pak Milchindex zeigt der weltweit führende Anbieter von Verarbeitungs- und Verpackungssystemen für Lebensmittel Fakten, Zahlen und Trends zur globalen Milchindustrie auf.
Ausgehend vom Jahr 2010 wird der Bedarf an flüssigen Milchprodukten bis 2020 weltweit in fast allen Regionen steigen. Einzige Ausnahme bildet Westeuropa, das bereits den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Milch verzeichnet. Die stark wachsende Nachfrage in Asien spiegelt die zunehmende Verlagerung der Wirtschaftskraft von West nach Ost wider: Die aufsteigende Mittelschicht wird die Nachfrage nach gesunden und verpackten Produkten in Supermärkten und kleinen Geschäften von Schanghai bis Mumbai ankurbeln.
Der Studie zufolge wird erwartet, dass die globale Nachfrage nach Milch und anderen flüssigen Milchprodukten - einschließlich aromatisierter Milch, Trinkjoghurt, angereicherten Milchgetränken und Kleinkindmilch - bis zum Jahr 2020 auf rund 350 Milliarden Liter wachsen wird. Im Jahr 2010 waren es 270 Milliarden Liter.
China und Indien sind die treibenden Kräfte
„Eine große, neu entstehende Mittelschicht, die Urbanisierung sowie die Verbreitung moderner Einkaufsgewohnheiten durch aktive, gesundheitsbewusste und gut informierte Verbraucher führen zu einem Anstieg des Konsums von verpackter Milch in den sich entwickelnden Ländern", sagt Dennis Jönsson, Präsident und CEO von Tetra Pak. „Die Verbraucher dieses Jahrzehnts suchen mehr Convenience und kompromisslose Qualität und Sicherheit."
Die Studie zeigt folgende Trends: China und Indien sind die treibenden Kräfte des Milchbooms: Stetiges Bevölkerungswachstum in Indien, dem weltweit größten Milchabnehmer, und die wachsende Beliebtheit von Milch in China werden dazu führen, dass am Ende dieses Jahrzehnts voraussichtlich mehr als ein Drittel des globalen Verbrauchs flüssiger Milchprodukte auf Indien und China entfällt. In der Region Asien/Pazifik liegt der Konsum weiterhin über dem der restlichen Welt.
Wechsel von „loser" zu verpackter Milch: Voraussichtlich wird die zunehmende Wirtschaftskraft Indiens und anderer asiatischer Staaten den Konsum loser und unverpackter Milch in dieser Region hin zum Verbrauch verpackter Milch lenken: Im vergangenen Jahr wurden rund 51 Prozent der in den Entwicklungsländern verbrauchten Milch „lose" gekauft. Der erwartete Absatz wird voraussichtlich 2014 mit 55 Prozent verkaufter Milch in Verpackungen einen Wendepunkt erreichen. Bis zum Jahr 2020 wird dieser Anteil voraussichtlich 70 Prozent betragen.
Suche nach mehr Wertschöpfung in entwickelten Märkten: In den entwickelten Märkten Westeuropas und Nordamerikas haben voraussichtlich Produkte mit hohem Mehrwert und Komfort, die Gesundheit und Wohlergehen fördern, die besten Wachstumschancen in diesem Jahrzehnt. Zwar wird erwartet, dass hier der Pro-Kopf-Verbrauch an flüssigen Milchprodukten zurückgeht. Doch werden diese Regionen im Jahr 2020 weiterhin die beiden Spitzenplätze beim Verbrauch pro Kopf einnehmen.
Schwerpunkt auf Effizienz und Nachhaltigkeit: Die großen Marken und Händler weltweit verstärken ihr Engagement, um Abfälle und CO2-Emissionen zu reduzieren. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Zum Beispiel versprach die amerikanische Milchindustrie, ihre CO2-Bilanz bis zum Jahr 2020 um 25 Prozent zu verbessern. Tetra Pak kündigte an, seinen CO2-Ausstoß bis Ende 2020 auf das Niveau von 2010 verringern zu wollen. Relativ gesehen entspricht dies einer Reduzierung des äquivalenten CO2-Ausstoßes um 40 Prozent.
"Das wirtschaftliche Wachstum in Schwellenmärkten hat Millionen Menschen aus der Armut geholt. Sie haben mehr Geld, eine bessere Ausbildung und höhere Ansprüche", sagt Dennis Jönsson. „Das bedeutet für die Milchproduzenten sowohl eine Herausforderung als auch die Chance, den wachsenden Durst der Welt nach Milch zu stillen. Ich bin überzeugt, dass die Industrie diese Wachstumschance auf nachhaltige und innovative Weise nutzen wird. Sie kann den Menschen die Art von gesunden und nahrhaften Erzeugnissen und Convenience-Produkten bieten, die sie haben wollen."
Autor: Redaktion
Ausgabe: 09/2011 September
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