Branchen: Lebensmittel, Pharma, Kosmetik, Chemie, Nonfood
News
13.02.2012
FachPack 2012: Auspacken leicht gemacht
Mit rund 1.400 Ausstellern ist die FachPack 2012 im Messezentrum Nürnberg attraktiver denn je. Vom 25. bis 27. September lädt sie
gut 35.000 Verpackungsfachleute aus ganz Europa zu einer Reise in die Welt der Verpackung ein. Serviert werden Innovationen und Weiterentwicklungen aus den Bereichen Verpackung, Technik, Veredelung und Logistik.
In optisch reizvoller Verpackung vermitteln sechs Branchenpartner in Halle 4 Aktuelles in Form von Kurzvorträgen oder Diskussionsrunden aus dem gesamten FachPack-Angebotsspektrum. Konkret geht es in der PackBox beispielsweise um Trends und Entwicklungen in der Verpackungstechnik, Verpackungsdruck als Kreativmotor, zielgruppenspezifisches Verpackungsdesign, „Embedded Packaging", ausgezeichnete Verpackungslösungen, die Frage, ob deutsche Verpackungsmaschinenbauer in China präsent sein müssen oder Verpackungsentwicklung im Fokus der grünen Logistik. Zum Verweilen, Netzwerken oder Austausch mit Referenten lädt der integrierte Café- und Loungebereich ein. Das Forum Wellpappe widmet sich am zweiten Messetag intensiv der ökologischen Verpackung. Mitten im Messegeschehen informiert ein spezieller Kurzfilm über das Verpackungsmaterial Styropor. Stammgast ist der
Deutsche Verpackungspreis - mit Preisverleihung und Präsentation der Sieger. Wie gesellschaftliche Entwicklungen die Verpackung verändern, zeigt anschaulich die Sonderschau des Deutschen Verpackungsmuseums mit Exponaten aus Alltag, Kultur- und Kunstgeschichte.
FachPack-Premiere feiert 2012 der Themenpark „Verpackung in der Medizintechnik", der in Kooperation mit dem Hüthig Verlag aus Heidelberg stattfindet.
Verpackungen im medizinisch-pharmazeutischen Umfeld leisten weit mehr als den Produktschutz. Sie helfen beim Dosieren und Applizieren von Wirkstoffen, sollen Produktpiraterie ausschließen, müssen gleichzeitig kindersicher und seniorengerecht sein. Wie die Hersteller diese Herausforderungen meistern, zeigen sie auf rund 600 m² in Halle 9.
Ob Karton, Flasche, Dose, Beutel oder Blister - viele Verpackungen lassen sich nicht ohne Werkzeug öffnen. „Auspacken leicht gemacht" ist deshalb die Devise auf rund 1.000 m² in Halle 4. Wie der Spagat zwischen Produktschutz und nutzerfreundlichem Konzept für Industrie und Endverbraucher perfekt gelingt, beweisen jede Menge positiver Beispiele: Kartons aus Wellpappe mit integrierten Öffnungshilfen oder Sollbruchstellen, Schraubverschlüsse, die sich dank eines neuen Verfahrens problemlos aufdrehen lassen, Kunststoff-Fischdosen mit gesiegeltem Deckel, die beim Öffnen nichts verspritzen, eine Maschine für industrielle Verpackungen, die Kartons im Handumdrehen aufschneidet, und vieles mehr.
Einfach ran ans Produkt - ohne Werkzeug und fremde Hilfe
Experten des Fachbereichs Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Chemnitz überprüften unterschiedlichste Verpackungen auf ihre Handhabung. Probanden im Alter von 57 bis 77 Jahren sollten sie öffnen. Nur bei jeder dritten Verpackung gelang das allen. Sieben Verpackungen wurden für ein Drittel der Personen zum unlösbaren Problem. Durchschnittlich waren die Probanden über 30 Sekunden mit dem Auspacken beschäftigt, bei einigen Produkten sogar 90 Sekunden.
Ein Klassiker ist die Getränkeverpackung für Milch. Bei Verschlüssen mit zusätzlicher Aufreißlasche wird meistens etwas verschüttet, weil die Packung mit einer Hand festgehalten und dabei unwillkürlich zusammengedrückt wird. Dabei gibt es längst Getränkekartons mit Drehverschlüssen, die ohne zusätzliche Verschlusslasche auskommen. Die Abfüller müssten sich nur für das komfortablere System entscheiden. Neben Lebensmittelverpackungen, die so sicher verschweißt sind, dass auch die ungesiegelte Anfassecke zum Aufreißen nicht hilft, sind elektronische Kleinteile wie Speicherkarten in unzerstörbaren Blistern und in Folie eingeschweißte CDs die häufigsten Ärgernisse beim Auspacken. Obwohl die CD-Folien meist über Aufreißfäden verfügen, sind diese oft nicht sichtbar oder reißen sofort ab. Aber die Forscher aus Chemnitz fanden auch Produkte beim Discounter, wie z. B. Konservendosen mit Pull-Off-Ring, die wesentlich leichter zu öffnen waren als ähnlich verpackte wesentlich teurere Markenprodukte. Der Preis allein ist also nicht ausschlaggebend. Gefragt bei Herstellern und Abfüllern ist mehr Sensibilität für verbraucherfreundliches Handling. Das hilft auch dem Marketing, denn was leicht zu öffnen ist, verkauft sich besser.
Für das Gros der Verpackungen gilt der alte Grundsatz: Öffnungsmechanismen, die für Ältere leicht zu handhaben sind, werden auch von jüngeren Zielgruppen gern angenommen. Ältere Konsumenten bestrafen Gestaltungsfehler sofort durch konsequente Kaufverweigerung. Die Bedürfnisse der wachsenden Zahl älterer Konsumenten sind Forschungsschwerpunkt des Meyer-Hentschel Instituts, Saarbrücken. Zusammen mit der Feierabend Online Dienste für Senioren AG, Frankfurt, führte das Institut 2011 zum dritten Mal den Verpackungswettbewerb „SilverPack" durch, der Verpackungen ausgezeichnet, die in besonderer Weise auf die Wünsche und Bedürfnisse der wachsenden Zahl älterer Kunden abgestimmt sind. Ansatzpunkte dazu sind Öffnungsmechanismus, bequeme Entnahme, Wiederverschließbarkeit, Packungsgröße, Handling- und Transporthilfe sowie Packungsdesign. Ein Preis ging an einen leichtgängigen Schraubverschluss, der im November 2011 auf der Brau Beviale Nürnberg, Fachmesse für die Getränkewirtschaft, zusätzlich mit dem Deutschen Verpackungspreis geehrt wurde. Auf den ersten Blick sieht der Schraubverschluss wie ein ganz normaler Twist-Off-Verschluss aus. Er besteht aber aus zwei Teilen: einer inneren runden Deckelplatte, mit der das Glas versiegelt ist, und einem äußeren, auf den Glasrand aufgeschraubten Metallring. Dieser äußere Ring lässt sich mit wenig Kraft drehen und lockert dabei sanft die Versiegelung. Wiederverschließen ist problemlos möglich.
13.02.2012, 14:35
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