Branche: Lebensmittel
Artikel
22.02.2012
Convenience bleibt im Fokus
Anuga FoodTec | Zürcher Rahmgeschnetzeltes in 5 Minuten, frischer Obstsalat ohne aufwändiges Schnippeln, knusperige Brötchen zum Aufbacken - die Verlockungen von Geschwindigkeit und Bequemlichkeit sind so groß, dass immer mehr Menschen zu Convenience-Produkten greifen. Der Bedarf an diesen Lebensmitteln wird in den nächsten Jahren weiter steigen, denn das Einkaufsverhalten ändert sich, und Spontankäufe nehmen gegenüber geplanten Vorratskäufen zu.
Ohne das Verpacken unter modifizierter Atmosphäre (modified atmosphäre packaging = MAP) sind viele Convenience-Produkte nicht realisierbar. Dies gilt insbesondere für Backwaren, Käse, Wurst oder Frischfleisch, viele Fertiggerichte, Sandwiches und Obstsalat. Die Verpackung von Lebensmitteln unter modifizierter Atmosphäre oder Schutzgas ist ein Verfahren, das schon seit vielen Jahren in verschiedenen Bereichen der industriellen Lebensmittelherstellung angewandt wird. Je nach Gasgemisch kann die Haltbarkeit von druckempfindlichen Lebensmitteln verlängert oder die hellrote Farbe von Rind- und Schweinefleisch längere Zeit erhalten werden. In der Regel besteht das Schutzgas aus einem Gemisch aus Sauerstoff, Kohlendioxid und Stickstoff.
Individuell auf das Produkt abgestimmt
Technisch gesehen, wird die Luft während des Abpackprozesses aus der Packung abgesaugt und anschließend wird das Schutzgas in die Verpackung gefüllt. Unter Normalbedingungen wird dadurch der Restsauerstoffgehalt in der Packung und im Produkt minimiert. Bei dem Schutzgas kann es sich um ein einziges Gas oder eine Kombination verschiedener Gase handeln. Schutzgas oder Schutzgasgemisch werden individuell auf das jeweilige Lebensmittel abgestimmt. Und so gibt es auch Verfahren, bei denen die Gasgemische mehr Sauerstoff enthalten als die normale Luft. Diese Schutzgase werden vor allem bei der Verpackung von Rind- und Schweinefleisch eingesetzt.
MAP-Verpackungen lassen sich auf Tiefziehmaschinen oder auf Traysealern herstellen. Tiefziehmaschinen verarbeiten Folien von der Rolle, welche inline befüllt werden. Sie arbeiten sehr wirtschaftlich und mit hoher Taktzahl, der Packstoff wird als gut lagerbare Folienrolle geliefert und Material sparend verarbeitet. Traysealer versiegeln dagegen vorgefertigte Behälter.
MAP-Verpackungen sollen jedoch nicht nur für eine längere Haltbarkeit der Produkte sorgen, sie sollen auch umweltfreundlich, praktisch und bequem sein.
Zur Anuga FoodTec stellen zahlreiche Unternehmen ihre neuesten Entwicklungen hinsichtlich verbraucherfreundlicher Lösungen vor, die zudem am Point of sale mit attraktiver Optik punkten. So erleichtern oft kleine technische Kniffe in der Verpackung die Handhabung von Fertiggerichten. ES-Plastic, Passau, beispielsweise bietet zweigefachte PP-Schalen für Pastagerichte mit einer Perforation an. Nach dem Erhitzen in der Mikrowelle kann der schnelle Koch so die Soße einfach und kleckerfrei über die Nudeln gießen.
Ein anderes Beispiel: Eine Schale aus Polypropylen bietet Halt für vier Spießchen: mit Fleisch oder Gemüse oder Obst. Sie scheinen in der Schale zu schweben. Ermöglicht wird diese Form der Präsentation durch zwei kleine, seitliche Ablageflächen, in denen sich jeweils vier Vertiefungen befinden. Per Klick werden die Stäbchen schnell und sicher in den Kerben verankert und bieten so ein appetitliches Erscheinungsbild.
Gefragt: ohne Hilfsmittel zu öffnende Verpackungen
Einfaches Öffnen ohne Hilfsmittel wie Schere oder Messer ist auch bei MAP-Verpackungen für Frischfleisch zunehmend gefragt. Dabei müssen die peelbaren Deckelfolien den Spagat zwischen einem hermetisch absolut dichten Verschluss, selbst bei einer Kontamination der Siegelränder, und einem einfachen Öffnen leisten. Erst so wird eine hohe Produktsicherheit gewährleistet, die ein Eindringen von Sauerstoff zuverlässig verhindert. Mit einer neuen Deckelfolie bietet die Südpack Verpackungen, Ochsenhausen, eine solche Lösung für das leichte Öffnen von Frischfleischschalen an. Die in Zusammenarbeit mit den Herstellern Sealpac und ES-Plastic speziell für Traysealer-Anwendungen entwickelte Folie ist eine Alternative zu PP-Monoschalen mit fest versiegelnder Folie, die ohne Hilfsmittel nicht zu öffnen sind.
Ein neues Verfahren zur Hochdruckbehandlung von Lebensmitteln hat der Verpackungsmaschinenhersteller Multivac vorgestellt. Bislang scheiterte die Hochdruckbehandlung von Lebensmitteln in Schutzgasverpackungen meist daran, dass die Verpackungsmaterialien im Zuge der Prozessführung oft beschädigt wurden. Bei mehrschichtigen Packstoffen kam es beispielsweise zu unerwünschten Ablösungen einzelner Schichten; bei Folien traten Knickbrüche oder Verformungen auf. Da schon Mikrodefekte zu einer Reduzierung der Barrierefunktion des Verpackungsmaterials führen, kann Sauerstoff in die Packung eindringen. Deshalb wurden bisher in der Regel lediglich vakuumverpackte Lebensmittel mit Hochdruck behandelt. Jetzt hat Multivac den HPP-Prozess (High Pressure Processing) gemeinsam mit Uhde High Pressure Technologies weiter entwickelt: Durch einen kontrollierten Druckauf- und -abbau im Autoklaven sowie abgestimmte MAP-Packungskonzepte werden Materialschäden vermieden.
Vielversprechende Technologie der Hochdruckbehandlung
Die Hochdruckbehandlung von verpackten Lebensmitteln gilt weltweit als eine der vielversprechendsten Technologien, um schädliche Keime auf Fleisch- und Geflügelprodukten, Fertiggerichten sowie anderen Lebensmitteln zu reduzieren. Damit lässt sich die Haltbarkeit und Sicherheit der Lebensmittel ohne den Einsatz von Hitze oder Konservierungsstoffen verbessern, was für Hersteller und Verbraucher gleichermaßen Vorteile hat. Der ursprüngliche Nährwert und der Geschmack bleiben nahezu vollständig erhalten.
Für Sie entscheidend
Mehr als 1.200 Ausstellern
Die Anuga FoodTec bietet der internationalen Ernährungswirtschaft eine Informations- und Beschaffungsplattform, die den gesamten Technologie- und Investitionsbedarf für die Produktion aller Bereiche der Lebensmittel- und Getränkeindustrie abdeckt. Mit ihrem rohstoffübergreifenden, prozessorientierten und dabei branchenübergreifenden Ansatz erlaubt sie einen Überblick über Techniken des gesamten Verarbeitungsprozesses in allen Stufen der Produktion von Nahrungsmitteln und Getränken. Zur kommenden Anuga FoodTec vom 27. bis 30. März 2012 in Köln werden erneut über 1.200 ausstellende Unternehmen aus rund 40 Ländern erwartet.
Die sechste Anuga FoodTec vom 27. bis 30. März 2012 präsentiert der internationalen Ernährungswirtschaft alle relevanten Themen der Lebensmittelproduktion - aufbauend auf den drei tragenden Säulen „Processing“, „Packaging“ und „Food Safety“. Insgesamt wird die Anuga FoodTec 2012 dann eine Bruttofläche von 127.000 Quadratmetern (plus 10.000 m² Brutto) belegen.
Autor: Redaktion
Ausgabe: 02/2012 Februar
Weitere Infos
Firma: |
|---|
Firmen
-
Rondo AG
4123 Allschwil -
Körber Medipak GmbH
20097 Hamburg
-
Harro Höfliger
71573 Allmersbach im Tal -
Langen Packaging Group
6604 BV Wijchen -
Müller & Bauer GmbH & Co. KG
72555 Metzingen

