Technik

„Bin schon da!“

Die harten Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Durch Produktfälschungen und Plagiate entstehen unglaubliche Schäden. Allein in den Industrienationen taxiert die OECD in einer Studie vom November 2009 den weltweit durch Produktpiraterie entstandenen Schaden auf 184 Milliarden Euro. Das sind 53 Prozent mehr als 2007. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass dadurch allein in Deutschland pro Jahr rund 50.000 Jobs verloren gehen. Die Aussichten sind düster, denn die Tendenz ist ungebrochen steigend. Dabei ist dies ein branchenübergreifendes Phänomen. Es gibt fast nichts mehr, was nicht gefälscht wird. Zwar konzentrieren sich Fälschungen auf bestimmte Branchen, insgesamt ist aber so gut wie jede Industrie weltweit betroffen. Es wird auch nicht mehr nur in Fernost kopiert, sondern überall auf der Welt. So wollen sich viele Unternehmen Entwicklungsaufwand sowie Markterschließung und -bearbeitung ersparen. Die Margen sind verlockend und die daraus resultierenden Verluste für die Markeninhaber enorm. Das verdeutlicht zudem die Bedeutung des Markenschutzes, der für bares Geld steht und von vielen Unternehmen oft ignoriert wird.
Am lukrativsten sind für Fälscher weltbekannte Premiummarken des Konsumentenmarkts, die für hochpreisige Artikel bei Mode & Accessoires, Sportbekleidung, Kosmetika und Medikamenten stehen. Aber auch bei Investitionsgütern scheint sich das Kopieren sehr zu lohnen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass mittlerweile vor allem in Asien ganze Produktionsanlagen und Maschinen ohne Rücksicht auf Urheberrechte oder eingetragene Warenmuster nachgebaut und gehandelt werden.

Gefährdung von Leib und Leben
Materieller Schaden ist eine Sache, die Gefährdung von Leib und Leben eine andere. Dies wird vor allem bei Medikamenten und Pharmaprodukten deutlich. Nach einem Bericht des ‚Center for Medicines in the Public Interest' in den USA ist die Tendenz bei Medikamentenfälschungen stark steigend. Die Experten prognostizieren, dass sich der Umsatz mit gefälschten Arzneimitteln bis 2010 weltweit auf 75 Milliarden US-Dollar belaufen wird, ein Anstieg von mehr als 90 Prozent im Vergleich zu 2005.

Höchste Zeit für Kennzeichnungspflicht
Seit 2004 stellt in den USA die FDA (Food and Drug Administration) die Forderung nach einer umfassenden Kennzeichnungspflicht für Pharmaverpackungen. Künftig soll jede einzelne Medikamentenverpackung durch einen so genannten elektronischen Stammbaum, dem E-Pedigree, eindeutig und einfach zu identifizieren sein. Der Staat Kalifornien plante bereits für das Jahr 2009 ein entsprechendes Gesetz, verschob den Starttermin zunächst auf Januar 2011 und mittlerweile auf 2015. Die Kennzeichnung von Einzelverpackungen könnte in Europa bereits nächstes Jahr Standard werden, geht es nach dem Europäischen Verband der Pharmazeutischen Industrie (EFPIA). Der elektronische Herkunftsnachweis E-Pedigree würde dann für alle Pharmaunternehmen verpflichtend.

Aber was ist zu beachten und wie lassen sich die Ansprüche und Anforderungen effektiv und kosteneffizient realisieren? Die richtigen Antworten haben die Kennzeichnungs- und Kodierungsspezialisten auf diese Fragen. Gemeinsam mit der Verpackungsindustrie entwickeln sie schon seit Jahren an schlagkräftigen Lösungen, die ‚Kopier-Igeln' ihr Handwerk nicht nur erschweren, sondern gänzlich unmöglich machen sollen.
Es gibt verschiedene Arten von Fälschungen, denen ein Riegel vorzuschieben ist. Generell geht es bei Plagiaten darum, unter einer bekannten Marke ein minderwertiges Produkt zu verkaufen. Dies gelingt nur, wenn grundsätzlich hohe Qualitätsstandards bei Produktionsanlagen und Herstellungsprozessen sowie beim eigentlich notwendigen Fachpersonal umgangen werden. Dieser Ausschluss der Herstellqualität kombiniert mit der Nutzung billiger und minderwertiger Rohstoffe ermöglicht günstigste Preise bei trotzdem enormer Gewinnspanne. Schließlich kaufen die meisten Menschen die Marke und achten weniger auf das tatsächliche Produkt. Bei Pharma- und Kosmetikerzeugnissen kommt eine gefährliche Komponente hinzu, die Zusammensetzung des jeweiligen Präparats oder Produkts. Wirkungslose Füllstoffe anstatt teurer Medikamentenwirkstoffe oder Billiginkredentien anstatt hochwertiger kosmetischer Substanzen sind leider an der Tagesordnung. Um diese falschen Zusammensetzungen erkennen zu können, bräuchte es aufwändige chemische Testreihen, die in die Warenlogistikkette zu integrieren sind oder sogar am Point of Sales durchzuführen wären - ein utopischer Ansatz für Anti-Counterfeiting Maßnahmen.

Eine mittlerweile ebenfalls weitverbreitete Plagiierung passiert innerhalb von global produzierenden Konzernen. Graumarktproblem wird es dort genannt. In unterschiedlichen Ländern werden gleiche Produkte zu unterschiedlichen Konditionen produziert und vertrieben. Hersteller machen Verluste, wenn das gleiche Produkt von Händlern aus einer Hochpreisregion aus einer Billigproduktionsregion reimportiert und verkauft wird. Dies zerstört das Preisgefüge und maximiert lediglich die Gewinne der Händler. Der Produzent hat aber mittelfristig mit Verlusten des Markenwerts, der Qualität und den Marktanteilen sowie der eigenen Authentizität, hohe Qualität in teuren Produktionsländern herzustellen, zu kämpfen.

Deshalb ist die Verpackung zum zentralen Medium im Kampf gegen Fälschungen und Plagiate geworden. Verpackungen jedweder Art bieten die Möglichkeit Prüfmerkmale zu beinhalten, die eine lückenlose Produktverfolgung und -überwachung gewährleisten. Hier gilt es, die richtigen Verfahren zu nutzen und Prüfcodes aufzubringen, die ihrerseits nicht gefälscht werden können oder sich schnell als Fälschungen identifizieren lassen. Neueste Entwicklungen ermöglichen sogar, das Verpackungsmaterial selbst als Prüfkriterium zu nutzen. Atlantic Zeiser hat innerhalb seiner Verifikationsmöglichkeiten eine Prüfung der Verpackungs-DNA entwickelt, die durch die Abtastung der Oberflächenrauhigkeit des Materials eindeutig identifizieren kann, ob die Verpackung vom Markenhersteller stammt oder nicht. Die effektivsten Prüfverfahren basieren auf optischen Systemen. Prüfmerkmale werden erfasst und mit hinterlegten Referenz-Templates verglichen. Bei Übereinstimmung ist echt von falsch unterschieden. So machen sich Markierungs- und Kodierungsspezialisten wie Atlantic Zeiser das einfache Augenscheinprinzip zu nutze und übertragen es in hochentwickelte, leistungsfähige, automatisierte, technische Lösungen.

Entscheidend dabei ist die Fälschungssicherheit der unterschiedlichen Prüfmerkmale. Der neuralgische Punkt für Pharma- und Kosmetikhersteller sind natürlich die Kosten für die Markierung, Nachverfolgung und Überprüfung ihrer Produkte. Auch hier ist mittlerweile der Kostendruck hoch und zusätzliche Investitionen folgen nur guten Argumenten. Oberste Prämisse ist also die Kosteneffizienz und danach werden die gängigen Lösungen am Markt bewertet.

Effektiver Verpackungsdruck
Es gibt zwei große Bereiche der Kennzeichnungsmöglichkeiten beim Anti-Counterfeiting, die Atlantic Zeiser heute schon abdeckt: der direkte Verpackungsdruck und der Einsatz von bedruckten Etiketten oder funktionalen RFID-Labels. Die günstigste Variante stellen eingedruckte Prüfmerkmale wie verschlüsselte Datamatrix-Codes dar, zu dem unter anderem der GS1-128 zählt. Sie gewährleisten auch eine hinlängliche Sicherheit. Diese Bedruckung geschieht über integrierte Inkjetdrucker wie den Omega oder Delta die hochauflösend bis 2 Punkt gestochen scharf Grafiken, Text oder Codes zuverlässig bei hohen Geschwindigkeiten auf Verpackungen und direkt auf Produkte aufbringen. Die Variabilität und ständige Veränderbarkeit der Druckdaten ist ein weiteres Argument für den Digitaldruck. Denn nur mit Inkjet-Systemen ist dies kostengünstig ohne lange Standzeiten möglich. Der Druck mit unsichtbaren Tinten spielt eine immer größere Rolle. Allein die Tatsache, dass dieses Prüfmerkmal nicht ersichtlich ist, bietet zusätzliche Sicherheit gegenüber Fälschern. In der Verpackungsproduktion ist es sehr wichtig, dass die Aufbringung der Daten zur Nachverfolgung, dem so genannten Track & Tracing, innerhalb bestehender Linien zu integrieren und zu betreiben ist. Deshalb ist der industrielle Digitaldruck wie ihn Atlantic Zeiser mit seinen kompakten Druckmodulen anbietet auf diese Aufgabe spezialisiert.

Zu diesen Integrationsmodulen zählen die Drucker Omega, Delta und Gamma für den Spot Color- und Graustufendruck mit Trockner, Controller, Verifikationsgeräten und eigen entwickelten Tinten, die es erlauben auf nahezu jede Oberfläche zu drucken (Aluminium, Karton, Folien, Metall, Glas). Gerade die Verifikation in der Produktion ist von zentraler Bedeutung, müssen doch die aufgedruckten Informationen später auch einwandfrei auszulesen sein, um eine Produktverfolgung von der Warenauslieferung bis zum Point of Sales garantieren zu können. Leistungsfähige Kamerasysteme, die direkt dem Druckmodul nachgeschaltet sind übernehmen diese Aufgabe und ermöglichen sogar bei fehlerhafter Bedruckung eine sofortige Aussortierung und eine entsprechende Nachproduktion.
Funktionale Labels mit RFID (Radio Frequency Identification Device) bilden ebenfalls eine sehr wirksame und flexible Kennzeichnungsmöglichkeit. Prüf- und Produktinformationsdaten lassen sich verschlüsselt auf dem integrierten RFID-Chip speichern und über die gesamte Produktions- und Logistikkette hinweg auslesen und überprüfen.
Fälschungen und Plagiate können Pharma-, Kosmetik- und FMCG-Produzenten (Fast Moving Consumer Goods) schon heute wirksam bekämpfen. Denn es ist tatsächlich ein Kampf um Milliarden, Markenschutz und Jobs. Unternehmen wie Atlantic Zeiser haben innovative und kosteneffiziente Lösungen für das Anti-Counterfeiting und Track & Tracing für diese Industrien entwickelt und zur Marktreife geführt. Mit diesen Lösungen lässt sich die Fälschungssicherheit maximieren und der Verlust durch Produktpiraterie minimieren. Nicht nur die Fälschung Dritter, sondern auch das Graumarktproblem lässt sich durch lückenlose Produktverfolgung und nachhaltiges Anti-Counterfeiting in den Griff bekommen. Die Möglichkeiten sind da, um dem ‚Kopier-Igel' das Handwerk zu legen und die Geschichte umzukehren. Der ‚Kreier-Hase' kann durch diese Lösungen bereits heute sagen: „Bin schon da!"

Experten prognostizieren, dass sich der Umsatz mit gefälschten Arzneimitteln bis 2010 weltweit auf 75 Milliarden US-Dollar belaufen wird.

 

Über die Firma
Atlantic Zeiser GmbH
Emmingen
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