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Die Zukunft ist international

Asien schickt sich an, der weltweit größte Verpackungsmarkt zu werden. Die jüngste Pira-Studie geht davon aus, dass bis 2015 Europa seinen alt angestammten Rang abtreten wird. Gleichzeitig eilt Lateinamerika mit großen Schritten heran und kann in den nächsten Jahren eine Dynamik an den Tag legen, die sich in zweistelligen Wachstumswerten widerspiegeln wird. Die Schwellenländer sind schneller und besser aus der Krise gekommen als die entwickelten Industrienationen. Damit stellt sie in einigen Branchen die Verpackungswelt schneller auf den Kopf, als dass Experten ursprünglich einmal angenommen hatten.

Die rasant steigende Nachfrage nach Konsumgütern in den Wachstumsregionen geht einher mit weiterer Internationalisierung der Konsumgüterhersteller. Ein Weg, der sich unweigerlich auch für Verpackungshersteller erschließt, geht es in der Branche doch traditionell um Nähe zum Kunden, eine schnelle Kommunikation und operative Reaktion auf Kundenwünsche sowie kurze Transportwege. Vorteile, auf die Hersteller gerne bei ihren Zulieferern zurückgreifen, für die sich künftig allerdings neue, lokale Alternativen anbieten. Der Wettbewerb unter den Verpackungsherstellern wird schärfer - er wird internationaler und immer mehr über Preis, Innovationsfähigkeit und Flexibilität geführt, wie die internationale Unternehmensberatung Jaakko Pöyry ermittelte.

Familienbetrieb mit internationalem Anspruch ...
Was also tun? Der deutsche Marktführer Edelmann Gruppe hat in seinen Kernsegmenten Health Care und Beauty Care jeweils die Top Ten der Hersteller in seinem Portfolio. Allesamt sind es Global Player, ein Großteil ist langjährig mit dem süddeutschen Verpackungshersteller verbandelt. Für den war früh klar, dass er seinen Kunden auch international in die neuen Märkte folgen wird. Vor rund zehn Jahren startete beim Familienunternehmen daher die Expansion ins Ausland. Auf Edelmann Polen 2002 folgte Edelmann France - La Spic 2003. In den Jahren 2007 und 2009 startete der Faltschachtelhersteller schließlich sein Engagement in Asien (China) und Lateinamerika (Mexiko). Der Anteil des Auslandsumsatzes stieg innerhalb dieser Zeit auf rund 42 Prozent an.

Bei der Auswahl der Standorte ist das Mitwirken der Kunden nicht ausgeschlossen. Immer wieder kommt es vor, dass Edelmann Unternehmen zur Übernahme empfohlen bekommt. Meist halten Hersteller damit ihre Supply Chain stabil, da bewährte Zulieferer innerhalb der Edelmann Gruppe neue Überlebenschancen und in der Regel eine Modernisierungskur erhalten.
„Es war und ist unser erklärtes Ziel, unsere Kompetenzen standortnah verfügbar zu machen", beschreibt Edelmann-Geschäftsführer Dierk Schröder das Auslandsengagement des baden-württembergischen Familienbetriebs. „Und daher geht es bei unseren internationalen Zukäufen vor allem darum, dass die Betriebe den High-Q-Packaging-Standard anbieten können, der für Edelmann typisch ist." Jüngstes Beispiel dafür ist die Modernisierung von Edelmann Polen. Die Druckerei, ohnehin schon eine der führenden in der Produktion hochwertiger Pharmaverpackungen, wurde mit einem neuen Werk und einem erweiterten, modernisierten Maschinenpark zum Hochleistungsbetrieb für Packungsbeilagen ausgebaut. Damit bedient Edelmann die steigende Verpackungsnachfrage in Osteuropa und kann Kunden mit Standorten in östlichen Ländern die bewährte Produktionssicherheit garantieren.

„Gerade in sensiblen Bereichen wie dem Health Care und dem Beauty Care Packaging sind Unternehmen an sicherer, qualitativ hochwertiger Zulieferung interessiert", sagt Klaus D. Breitbach, bei Edelmann Geschäftsführer Marketing & Vertrieb. „Daher ist es unser Ziel, unsere hohen Produktionsstandards, unseren Kunden international verfügbar zu machen."

... hat beste Aussichten
Das technologische Herz der Gruppe und damit die Innovationszentrale des Unternehmens bleibt aber Deutschland, wie Schröder versichert. „Unser Firmensitz Heidenheim ist der Launch-Standort für neue Technologien, auf die unsere Kunden auch über die internationalen Werke Zugriff haben", sagt er und Breitbach ergänzt: „Wir verfügen hier über eine eigene Task Force, die neue Entwicklungen maschinell gangbar und damit individuelle Designs industriell produzierbar machen."

Erfolgreiches Beispiel ist unter anderem das Veredelungsverfahren CEholo, bei dem mittels Lack statt Kaschierfolie holografische Effekte produziert werden. Damit lassen sich diese Elemente nicht nur als individuelle Markendesigns gestalten. Durch das Einsparen von Folien und dem Kaschiervorgang erzielt das Verfahren zudem eine Kostenreduzierung. Eine konstruktive Lösung von Edelmann ist das Integrieren von sogenannten Linern. Die Wellpappen aus feinen Papieren werden für gewöhnlich in einem aufwändigen Konfektionsschritt um Kosmetikprodukte gewickelt, um diese zu schützen. Edelmann liefert Verpackungen mit bereits integrierten Linern, was den Abpackvorgang beim Kunden beschleunigt. Für den Pharmabereich hat das Unternehmen ähnliche Lösungen entwickelt. Ein Herzstück seiner Verpackungsentwicklung stellt hier allerdings das Thema Fälschungssicherheit dar. Der Edelmann-Betrieb Artur Theis in Wuppertal entwickelt jedes Jahr fünf bis sechs neue Sicherheitsmerkmale. Im letzten Jahr wurde er zum spezialisierten Standort für Fälschungssicherheit ausgebaut.

Die Expansion von Edelmann wird weitergehen. Ein Ausbau der bisherigen Standbeine in den Wachstumsregionen gilt als sicher, auch wenn sich Schröder und Breitbach zu konkreten Zielen nicht äußern wollen. Dass Edelmann so seine Rolle einer international agierenden Gruppe immer weiter festigt, entspricht auch den Empfehlungen von Branchenexperten. Vom DGB in einer groß angelegten Studie zur aktuellen Situation der deutschen Verpackungsindustrie befragt, gaben sie an, dass die „Internationalisierung derzeit mehr denn je an Bedeutung gewinnt". Entwicklungen in Weltwirtschaft und der digitalen Kommunikation hätten althergebrachte Strukturen der gesamten Branche aufgeweicht. Folge sei ein neues wirtschaftliches Denken, aus dem die Überlegung resultiert, „europäische und außereuropäische Standortgründungen voranzutreiben, um großflächig die Märkte bedienen zu können". Wer das frühzeitig erkennt, wird in einer möglichen weiteren Marktkonzentration die Nase vorne haben. So wie Edelmann. Das Geschäftsjahr wird die Gruppe voraussichtlich rund 190 Millionen Euro wieder auf Vorkrisen-Niveau abschließen. Damit will sie ihre Marktposition weiter ausbauen, wie Geschäftsführer Schröder ankündigt: „Das ist fester Bestandteil unserer Strategie."

Packungsbeilagen
Edelmann gewinnt in Europa an Stärke

Die Edelmann Gruppe ist führender Anbieter hochwertiger und innovativer Verpackungslösungen aus Karton. An elf Standorten in Deutschland (Carl Edelmann, Braun Pharmadruck, Lindauer Druckerei Eschbaumer, Artur Theis, Wesche Pharmaverpackung und Wepack Druck und Papierverarbeitung), Polen (Edelmann Poland), Frankreich (Edelmann France - La Spic), Mexiko (Edelmann Packaging Mexico) und China (Edelmann Beijing Pharmaceutical Packaging & Printing) entwickelt und produziert das Unternehmen Faltschachteln, Packungsbeilagen und Systemlösungen für den Health Care- und Beauty Care-Markt. Mit der Übernahme der Lindauer Druckerei Eschbaumer zu Beginn des Jahres hat Edelmann in Europa eine marktbestimmende Rolle im Systemgeschäft und im Bereich Packungsbeilagen übernommen.
2010 erwirtschafteten 1.500 Mitarbeiter einen Umsatz voraussichtlich rund 190 Millionen Euro. Das Volumen des Edelmann-Angebots an Packungsbeilagen umfasst mit den beiden deutschen Standorten Lindauer und Wepack sowie den Werken in Polen, Beijing und Mexiko insgesamt 22 Millionen Euro.

 

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