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Editorial

Tradition leben


Kennen Sie den Bieberer Berg? Nein? Dann haben Sie etwas verpasst! Der Bieberer Berg ist kein Berg im eigentlichen Sinne, dennoch ist er schwer zu erklimmen und gefürchtet. Nicht von Bergsteigern, sondern von Fußballern. Der Bieberer Berg ist ein kleines in die Jahre gekommenes Fußballstadion vor den südöstlichen Toren der fünftgrößten hessischen Stadt. Für Frankfurter Fußball-Enthusiasten ist es die Stadt der Unaussprechlichen. Zugegeben, mich zieht es auch nicht gerade nach Offenbach, das der neue Formel 1 Weltmeister Sebastian Vettel zum Parkplatz Frankfurts degradierte. Das macht der großkopferte Eintracht-Fan schon mal gerne. Ich bin Fan des kleinen FSV Frankfurt, einem Verein, der von den Unaussprechlichen aus Offenbach verspottet wird, auch und gerade deshalb, weil die OFC-Fans noch immer den Kondensstreifen am Horizont schimmern sehen, den unser schneller sportlicher Aufstieg hinterlassen hat. Der FSV kickt in Liga zwei, die Kickers sind eins tiefer dabei. Und das schon seit drei Jahren...

Dennoch freue ich mich sehr, dass ich noch einmal auf dem berühmt-berüchtigten Kultberg des deutschen Fußballs war, wo einst unter anderem Rudi Völler dem Ball nachjagte, als der noch aus Leder war. Sie fragen sich bestimmt, was hat das mit Verpackung zu tun? Nun, erstmals nichts und doch ein kleines bisschen. Von selbst wäre ich selbstverständlich nicht auf die Idee gekommen, mit meinem schwarzblauen Herz nach Offenbach zu fahren. Doch ich wurde eingeladen. Eingeladen von dem Geschäftsführer eines Verpackungsunternehmens. Seufert Transparente Verpackungen stellt nicht nur glänzende Verpackungen in Rodgau im Offenbacher Land her, nein, Seufert-Geschäftsführer Thomas Pfaff hat auch glänzende Augen. Und zwar immer dann, wenn er von seinen Kickers spricht. Er hat mich mitgenommen auf seinen „Bersch", wie wir Hessen sagen. Dieses Erlebnis teile ich noch mit Michael Krapp, dem Geschäftsführer von Model Kramp aus Hanau. Auch er aus der Verpackungsbranche. Beim Pokalhit OFC gegen den 1. FC Nürnberg durfte ich letztmals diese einzigartige Atmosphäre spüren, die sogar den Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund stolpern ließ. Hier in Offenbach, der kleinen Stadt, die hochverschuldet ist und an der der Zahn der Zeit nagt, hier wird Fußball noch ehrlich gekämpft, hier ist der Rasen eine Wiese und nach dem Spiel ein gepflügter Acker. Hier ist Fußball noch immer, was er andernorts mal war. In Offenbach ist alles noch echt. Die Zuschauer sind klassenlos und stehen wie ein Mann hinter ihrem OFC, auf dem Berg herrscht Klassenkampf, spielt im DFB-Pokal David gegen Goliath oder Würstchen-Liebhaber gegen Scampi-Elite. Offenbach ist Kult. Und das, obwohl der OFC letztmals vor fast 30 Jahren in der ersten Liga spielte. Doch jetzt bauen sie in Offenbach ein neues Stadion, das auch noch einen neuen Namen tragen wird.

Ich hoffe nur, dass Thomas Pfaff seinen Freunden des OFC aus seinem täglichen Arbeitsleben erzählt hat. Denn auch Verpackungen sollte man ja nur behutsam verändern. Sonst leidet das gesamte Produkt. Dieser Fußballverein mit Kultstatus ist wahrhaft eine Marke, die gepflegt und gut verpackt sein will. Es ist zu wünschen, dass der neue OFC den alten nicht zerstört. Tradition will gelebt sein. Nur so konnten Marken wie Maggi oder Nivea immer erfolgreich bestehen. Vielleicht gelingt das ja auch dem OFC, der zwar leider gegen den Club aus Nürnberg verloren hat, aber sein Markenimage als Underdog in diesem Spiel bestens gepflegt hat.

Matthias Mahr, Chefredaktion

 

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