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Von Böhen im Allgäu auf den Weltmarkt

Multivac hat sich in seiner 50-jährigen Geschichte vom Kleinbetrieb, den Sepp Haggenmüller 1961 in Böhen im Allgäu gründete, zum nach eigenen Angaben weltweit führenden Anbieter von Verpackungslösungen für Lebensmittel, medizinische Sterilgüter und vielfältige Industriegüter entwickelt. Heute arbeiten weltweit mehr als 3.000 Mitarbeiter für die Multivac Gruppe, davon über 1.300 am Hauptsitz in Wolfertschwenden im Allgäu.

Innovationen bilden das Rückgrat
Innovationen bildeten von Anfang an das Fundament des Multivac‘schen Erfolgsmodells. In einer Garage in Böhen konstruierte Sepp Haggenmüller zusammen mit seinem Freund Artur Vetter im Jahr 1961 die erste Multivac Vakuum-Kammermaschine - zum Verpacken von Lebensmitteln in Folienbeutel. 1966/67 entwickelten die Jungunternehmer die ersten Multivac Tiefziehverpackungsmaschinen. Das Grundkonzept des für damalige Verhältnisse wegweisenden Modells R 67, mit dem Sepp Haggenmüller, Artur Vetter und Heinz Brenne der Durchbruch gelang, ist auch in den heutigen Maschinen wiederzufinden.

Mit den innovativen Verpackungsautomaten trafen Sepp Haggenmüller und seine beiden Partner den Nerv der Zeit. Mitte der 60er Jahre herrschte in Deutschland und Europa Vollbeschäftigung. Die Menschen waren konsumfreudig. Supermärkte mit Selbstbedienungsregalen schossen wie Pilze aus dem Boden. Die deutschen und europäischen Lebensmittelhersteller verpackten zunächst auf Maschinen aus den USA, die in ihrem Einsatz sehr unflexibel waren. Die fortschrittlichen Automaten von Multivac waren im Markt höchst willkommen, nicht weniger die kompetente Beratung und der Service vor Ort.

Heute ist „Multivac" der Inbegriff der Tiefziehverpackungsmaschine. Mehr als die Hälfte der Tiefziehverpackungsmaschinen weltweit kommen von dem Allgäuer Maschinenbauer. Bald reichten die Produktionskapazitäten in Böhen nicht mehr aus. Multivac siedelte Anfang 1971 auf das heutige Gelände an der Bahnhofstraße in Wolfertschwenden über. 1974 kam eine zweite Produktionsstätte in Lechaschau in Tirol hinzu.

Von Schicksalsschlägen nicht verschont
Eine ernste Zäsur erfuhr das junge Unternehmen im Jahr 1971: Der Unternehmensgründer Sepp Haggenmüller verunglückte tödlich. Seine Partner Artur Vetter und Heinz Brenne führten die Geschäfte zu zweit weiter, bis auch Artur Vetter 1981 unerwartet verstirbt. Danach übernahm Heinz Brenne die alleinige Geschäftsführung, bis er 2002 aus Altersgründen als Geschäftsführer aus dem Unternehmen ausschied.

Vor Multivac lag eine Zeit großer Herausforderungen. Der wirtschaftliche Aufschwung der Nachkriegszeit schwächte sich in den 1970er Jahren ab. Die Ölkrise von 1973 erschreckte die Öffentlichkeit und rückte das Thema Ressourcenschonung auf die Agenda. Doch auch auf diese Herausforderungen fand Multivac die passenden Antworten und das Unternehmen ging ohne nennenswerte Einbrüche aus der Krise.

1977 startete Multivac mit der Tiefziehverpackungsmaschine R 5000 eine Baureihe, die ganz im Sinn der Einsparung von Energie und Rohstoff konzipiert war. Bis heute zählt Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit zu den Leitlinien des Unternehmens bei der Entwicklung von Verpackungslösungen. Im vergangenen Jahr stellte Multivac beispielsweise die Konzeptstudie Multivac e-concept vor. Eine nach diesem Konzept gebaute Tiefziehverpackungsmaschine verbraucht mindestens 20 Prozent weniger Energie als herkömmliche Maschinen.

Hygiene und Sicherheit
Seit der Unternehmensgründung war Multivac aktiv an Innovationen in der Verpackungsindustrie beteiligt. So wurden die Neu- und Weiterentwicklungen von Verpackungslösungen entweder von Multivac selbst angestoßen oder zusammen mit Kunden, Folienherstellern und Instituten zur technischen Reife entwickelt. Zu nennen sind hier zum Beispiel die Weiterentwicklung von MAP-Systemen (FreshSAFE) oder die Entwicklung unterschiedlicher Skin-Verpackungssysteme, wie zum Beispiel FormShrink.

Bereits 1968 bot Multivac Lösungen für die Verpackung von medizinischen Sterilgütern an. Bis heute ist das Unternehmen in diesem Bereich führend.
Auch auf unterschiedlichste Fragestellungen rund um die Themen Verbrauchersicherheit und Hygiene hatte das Unternehmen aus dem Allgäu stets die richtige Antwort parat. So antwortete Multivac auf die Einführung der Produzentenhaftung in Europa im Jahr 1988 mit einem fortschrittlichen und sehr weit gehenden Sicherheitssystem auf allen weltweit gelieferten Maschinen. 1992 brachte Multivac die erste Tiefziehverpackungsmaschine aus Edelstahl auf den Markt. Das neue Material war ein wichtiger Fortschritt in Sachen Hygiene, da die Maschinen sehr einfach und äußerst wirksam zu reinigen und zu desinfizieren sind. Multivac baute diese Innovation in der Folge zu seinem wegweisenden Hygienedesign aus.

Als dritte Produktgruppe kamen Anfang der 1990er-Jahre die Traysealer hinzu, mit denen sich vorgefertigte Schalen und Becher versiegeln lassen. Damit kam man auch den Vermarktungswünschen der Hersteller entgegen, die immer ausgefallenere Verpackungsformen und -größen einsetzen wollten.

1993 übernahm Multivac die MR Selbstklebe-Technik Etikettier-System-Beratung GmbH & Co. KG in Enger. Deren Produkte erweiterten das Multivac-Produktprogramm um das Spektrum Etikettieren und Kennzeichnen.

Linienintegration und Automatisierung
Die Globalisierung gab auch der Verpackungsindustrie entscheidende Impulse. Wie die meisten Branchen gerieten die Lebensmittelhersteller unter enormen Preis- und Wettbewerbsdruck. Die Notwendigkeit, immer schneller und effizienter, gleichzeitig aber hochwertiger zu produzieren, wuchs.

Deshalb entwickelte sich Multivac in den letzten Jahren zum Komplettanbieter von Verpackungslösungen weiter. Dabei hat der Maschinenhersteller wegweisende Lösungen für die Anforderungen der Verpackungsindustrie entwickelt. So muss unter anderem eine maximale Transparenz des Verpackungsprozesses gewährleistet sein. Dies beinhaltet sowohl die Liniensteuerung als auch die durchgängige Dokumentation der Anlage. Vor allem in der Lebensmittelindustrie ist auch ein durchgängiges Hygienekonzept für die gesamte Verpackungslösung mittlerweile unabdingbar. Dabei steigt die Nachfrage der Verpackungsindustrie nach schlüsselfertigen Lösungen aus einer Hand. Dementsprechend wurde das Produktportfolio kontinuierlich ausgebaut und umfasst neben den Verpackungsmaschinen Handhabungslösungen für das Be- und Entladen sowie das Vereinzeln von Packungen, Qualitätsinspektionssysteme für die Detektion von Qualitätsfehlern und von Fremdkörpern in der Packung sowie Kennzeichnungs- und Etikettierlösungen für unterschiedlichste Packungsarten.

Um die Komplexität der Linien zu steuern, integrierte Multivac modernste Industrie-PC-Technik, wie die Steuerung IPC 06, und die Mensch-Maschine-Schnittstelle HMI 2.0, mit der die Liniensteuerung benutzerfreundlicher und ergonomisch wurde.

Die Erweiterung des Produktportfolios, die unter Heinz Brenne begann, wurde von der neuen Geschäftsführung unter Hans-Joachim Boekstegers, Christian Traumann und Guido Spix fortgesetzt und erweitert. Anfang 2000 wurde auch der Ausbau des weltweiten Vertriebs- und Servicenetzwerkes intensiviert und Multivac drang regional und branchenbezogen in neue Märkte vor. Die System- und Lösungskompetenz von Multivac ist heute weltweit ein Begriff.

Neben der Lebensmittelindustrie profitiert heute auch die globale Medizinindustrie von der Verpackungs- und Systemkompetenz von Multivac. Die staatlichen und industriellen Regelwerke für die Herstellung und Verpackung der meist hochempfindlichen Produkte sind streng. Mit seinem Clean Design-Konzept setzt Multivac die entsprechenden Richtlinien in seinen Verpackungsmaschinen und Verpackungsmodulen für den medizintechnischen Bereich konstruktiv um. Das Maschinenkonzept für diese Branche sorgt für optimale Prozesstransparenz inklusive lückenloser Rückverfolgbarkeit.

Internationale Expansion
Auch regional trieb die Geschäftsleitung von Multivac die Expansion des Unternehmens in den 2000er-Jahren massiv voran. Damit setzen Boekstegers, Traumann und Spix die internationale Expansion fort, die schon unter Sepp Haggenmüller und seinen Partnern begann.

Heute verfügt die Multivac Unternehmensgruppe über ein Vertriebs- und Servicenetz mit mehr als 60 eigenen Tochtergesellschaften. Regional betrachtet ist Multivac in etwa gleich stark auf den amerikanischen, europäischen und asiatischen Märkten vertreten.

Mehr als 80 Prozent der Verpackungsmaschinen sind für den Export bestimmt. Die meisten der automatischen Verpackungsmaschinen werden individuell für die Kunden konfiguriert und gebaut, eine beachtliche technologisch-logistische Herausforderung. Zudem verfügt Multivac über ein flächendeckendes Netz an Service-Technikern. Mit der Tochter Multivac Resale & Service bietet das Unternehmen auch ein Service Center für Gebrauchtmaschinen und -teile für ganz Europa an.

Verbundenheit mit der Region
Trotz der Internationalisierungsstrategie ist Multivac dem Bekenntnis seines Gründervaters Sepp Haggenmüllers zur Region Unterallgäu seit 50 Jahren treu geblieben. Am Stammsitz in Wolfertschwenden sind die Funktionen Forschung und Entwicklung, Fertigung von Maschinen und Teilen, Support weltweit in Marketing, Vertrieb und Service sowie der Vertrieb und Service für den deutschen Markt angesiedelt. Das Produktionswerk unterliegt einem kontinuierlichen Ausbau, Multivac gehört zu den größten Arbeitgebern in dieser Region. Auch die Ausbildung eigener Fachkräfte erfolgt hier. Deren Know-how, Engagement und Treue bilden eine weitere Säule des unternehmerischen Erfolgs, der Multivac seit 50 Jahren begleitet hat.

Über Multivac
Multivac ist ein nach eigenen Angaben weltweit führender Anbieter von Verpackungslösungen für Lebensmittel, medizinische Sterilgüter und vielfältige Industrieartikel. Der Leitsatz „Better packaging" drückt den Anspruch aus, jedem Kunden die bestmögliche Verpackungslösung zu bieten. Die industriellen Maschinen werden konsequent auf die individuellen Produktions- und Produktanforderungen des Kunden zugeschnitten. Das umfangreiche Produktprogramm umfasst Tiefziehverpackungsmaschinen, Traysealer und Vakuum-Kammermaschinen.

Entstanden ist Multivac buchstäblich als Garagenfirma. Heute hat die Multivac Gruppe weltweit mehr als 3.000 Mitarbeiter, davon über 1.300 am Hauptsitz in Wolfertschwenden (Allgäu), wo die Konstruktion und Montage aller Maschinen erfolgt. Seit Gründung 1961 wurden weltweit über 115.000 Multivac Maschinen verkauft. Niederlassungen und Verkaufsbüros in 60 Ländern bieten den Kunden ein dichtes Service- und Vertriebsnetz.

Über die Firma
Multivac Sepp Haggenmüller SE & Co.KG
Wolfertschwenden
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