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Alte Stärken neu belebt

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Interview mit Thomas Becker, Geschäftsführender Gesellschafter Rovema

Rovema auf der interpack |
Zum 1. Januar 2011 übernahm eine dreiköpfige Investorengruppe das Ruder bei Rovema. Thomas Becker ist einer davon und leitet heute das Unternehmen als Geschäftsführender Gesellschafter. Der 46-jährige Diplom-Ingenieur und MBA bringt neben Maschinenbau- und internationaler Geschäftsführungserfahrung großen Enthusiasmus mit.

Im Gespräch mit neue verpackung vermittelt er einen Eindruck über die Vorhaben der Gesellschafter und die daraus folgenden Ziele des Unternehmens sowie zur Präsentation seines Unternehmens auf der interpack.

neue verpackung: Herr Becker, was hat Sie dazu bewogen, in das Unternehmen Rovema zu investieren?

Thomas Becker: Es war schon immer ein Ziel von mir, unternehmerisch tätig zu sein. Als angestellter Manager habe ich auch schon so gefühlt und unternehmerisch gearbeitet, doch Anteile an dem Unternehmen hatte ich bisher noch nicht. Jetzt ist das anders. In der Konstellation mit meinen Mitgesellschaftern Dr. Sepp Lachenmaier und Dr. Winfried Ley, beides sehr erfahrene Manager und Maschinenbauer, wurde das direkte Engagement endlich möglich. Rovema hat alles, was zum Erfolg notwendig ist: Motivierte und sehr erfahrene Mitarbeiter mit großartigem Know-how, technische Innovationskraft, einen sehr guten Ruf im In- und Ausland und vor allem sehr loyale Kunden. Leider war das Unternehmen in Schieflage geraten, was nur durch schmerzhafte Korrekturen wieder in Ordnung zu bringen war. Aber alle haben mitgezogen, und jetzt stehen wir am Anfang einer neuen Ära von Rovema.

neue verpackung: Wie haben Sie den Turn-around geschafft?

Thomas Becker: Miteinander. Es war eine Gemeinschaftsanstrengung von Mitarbeitern, Gläubigern, dem Insolvenzverwalter und uns neuen Gesellschaftern. Alle haben in der schwierigen Zeit ihren Beitrag geleistet und leisten ihn immer noch, denn so ein Turn-around ist leider nicht von heute auf morgen zu schaffen. Auch das Land Hessen hat sich helfend eingebracht. Alle Beteiligten waren und sind der Überzeugung, dass sich der Einsatz lohnen wird. Und die Zahlen des laufenden Geschäftsjahres bestätigen dies schon jetzt. Wir werden die geplanten Umsätze übertreffen, das Geschäft zeigt deutlich nach oben und inzwischen stellen wir auch wieder gezielt ein. Wir können mit Zuversicht in die Zukunft schauen, ohne allerdings überheblich zu werden und die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.

neue verpackung: Was wollen Sie und Ihre Mitgesellschafter erreichen?

Thomas Becker: Wir wollen den langfristigen Erfolg für ein tolles Unternehmen, für unser Unternehmen, und mit richtig guten Maschinen. Dr. Lachenmaier, Dr. Ley und ich sind finanziell und persönlich massiv im Unternehmen engagiert. Wir haben uns das gut überlegt, denn es ist alles langfristig angelegt. In Bezug auf den persönlichen Einsatz hat sich Dr. Lachenmaier insbesondere auf die Technik konzentriert, Dr. Ley auf Finanzen und Organisation, mein Schwerpunktthema ist der Vertrieb und die Unternehmensführung als Ganzes. Meine Mitgesellschafter werden sich Ende Mai aus der Operative zurückziehen, stehen aber als Gesellschafter und mit ihrer Kompetenz dem Unternehmen weiterhin jederzeit zur Verfügung. Unser gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Sicherung und Ausbau des Unternehmens und damit letztlich der ebenso nachhaltige wirtschaftliche Erfolg.

neue verpackung: Den Sie jetzt schon erkennen...

Thomas Becker: Genau, die ersten Erfolge sind schon Wirklichkeit, aber es ist noch ein langer Weg zu gehen. Wobei wir zugegebener Maßen offenbar auch die richtige Zeit erwischt haben. Der gesamtwirtschaftliche Aufschwung gibt uns den nötigen Rückenwind, unsere Kunden und Lieferanten haben das Vertrauen in unser Unternehmen nie verloren, Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wurden nie unterbrochen und so können wir nun beinahe aus dem Vollen schöpfen. Der Auftragseingang liegt seit Januar über unseren gesetzten Zielen. Dies bestätigt das Vertrauen aller und bringt auch die notwendige Ruhe ins Unternehmen. Und wir freuen uns sehr auf die interpack. Dass unsere Leitmesse gerade in diesem Jahr stattfindet, ist ebenfalls ein Glücksfall.

neue verpackung: Von der Sie sich einiges erwarten...

Thomas Becker: Ja, deshalb setzen wir auch eine ganze Menge dafür ein. Schließlich ist die interpack die internationale Plattform unserer Branche schlechthin. Es passt einfach, dass sie gerade jetzt am Anfang der neuen Ära Rovemas stattfindet. In Düsseldorf können wir beweisen, dass Rovema weiterhin für Innovationen steht. Wir präsentieren uns dort in gewohnter Größe; das sind immerhin 840 Quadratmeter, gefüllt mit kleinen und großen Neuerungen. Wir zeigen unsere Kompetenz und Zuverlässigkeit, die Basis für Vertrauen. Auf der interpack spielt die Musik der Verpackungsbranche und wir freuen uns alle darauf, mit den Besuchern aus nah und fern ins Gespräch zu kommen.

neue verpackung: Wo geht die Reise technisch hin?

Thomas Becker: Automation und Effizienz sind die großen Themen. Der Automationsgrad unserer Maschinen ist heute schon extrem hoch. Mit unserer hauseigenen, herstellerunabhängigen IPC-basierten Maschinensteuerung haben wir schon heute ein ganz besonderes Highlight in unseren Maschinen. Unsere Kunden sind damit frei in der Komponentenauswahl, und diese Unabhängigkeit bedeutet Flexibilität und bietet durchaus auch Kostenvorteile. Der zweite Bereich, die Steigerung der Effizienz ist bei uns auch schon immer ein wichtiges Thema. Hohe Ausbringung bei höchster Qualität zeigt sich nicht nur in hohen Taktraten sondern auch in zuverlässigen und sparsamen Prozessen. Möglichst geringer Verbrauch von Verpackungsfolie und vor allem eine optimale Versiegelung sind entscheidende Kriterien der Nachhaltigkeit. Nahrungsmittel dürfen nicht vergeudet werden. Mit Premiumseal bieten wir einen Siegelprozess, der höchsten Ansprüchen genügt.

neue verpackung: Und wirtschaftlich?

Thomas Becker: Wie gesagt, wir sind auf dem richtigen, auf einem guten Weg. Unser Unternehmen steht auf neuen Beinen, langfristig denkende und mit Augenmaß handelnde Gesellschafter sind am Steuer, international konnten wir uns inzwischen auch wieder neu aufstellen. Und am wichtigsten: Die Kunden vertrauen uns, sehen ihre Loyalität bestätigt. Darüber freuen wir uns und verstehen dies auch als Verpflichtung.

neue verpackung: Rovema auf der interpack - was werden Sie zeigen?

Thomas Becker: Neue Maschinen, eine mächtige, plattformunabhängige Maschinensteuerung und ein neues Siegelverfahren sind ein Ausschnitt der Neuheiten, die Rovema auf der interpack 2011 präsentieren wird. Die Neuheiten sind Beleg dafür, dass Rovema die Tradition der Innovationen fortsetzt und der Optimismus des Unternehmens begründet ist.

Rovema auf der interpack

Horizontal-Kartonierer CMH-C
Beutel schnell und sicher in Kartons verpacken erledigt Rovemas kontinuierlicher Horizontal-Kartonierer CMH-C zuverlässig und mit dauerhaft hoher Qualität. Die Maschine überzeugt durch ihren Aufbau mit bewährten Rovema Arbeitsprinzipien im Bereich der Faltschachtelzuführung und Produktzuführung. Die neu gestaltete Bauweise bietet neben dem geringeren Reinigungsaufwand der im Inneren komplett aus Edelstahl aufgebauten Maschine auch eine optimierte Sicherheitsverkleidung mit bestmöglicher Zugänglichkeit und guter Santation. Die hauseigene Maschinensteuerung P@ck-Control sorgt dafür, dass alle Funktionen der Kartoniermaschine sowie der Zusatzaggregate, zum Beispiel Produktübergaben, komplett automatisch berechnet und synchronisiert werden. Dies gilt für pneumatische und motorische Abläufe und auch, wenn die Maschine Teil einer Verpackungslinie ist, die gesamthaft mit P@ck-Control gesteuert wird. In weniger als fünfzehn Minuten ist eine 3D-Formatänderung durchgeführt. Die zusätzlich erhältlichen Erweiterungen Vollautomatische Formatverstellung, Halbautomatische Formatverstellung und Formatkontrolle erleichtern den Formatwechsel und tragen dazu bei, dass Fehler vermieden werden.

Neue Variante des Traypackers ETI
Bis zwölf Kartons und 120 Produkte pro Minute: Die neue Variante des Traypackers ETI von Rovema bringt trotz aller Wirtschaftlichkeit mit bewährter und robuster konventioneller Antriebstechnik sowie der hauseigenen Steuerung P@ck-Control hohe Leistung. Kompakt gebaut, dennoch übersichtlich und zugänglich findet der Packer für zweiteilige Displaykartons auch bei beengten Verhältnissen seinen Platz. Mit schnellem und sicherem Formatwechsel liefert die Maschine leistungsfähige Verpackungstechnologie für alle Tray-Verpackungen mit innenliegendem Deckel. Die Maschine kann verschiedenste Zuschnittgeometrien für Tray und Deckel verarbeiten, so dass Standard- oder L-Trays sowie Voll- oder U-Deckel hergestellt werden können. Die Zuschnittmagazine sind griffgünstig niedrig und direkt nebeneinander angeordnet. Der gesamte Verpackungsprozess erfolgt auf einer Ebene und besonders produktschonend. So ist auch die Tray-Formung unabhängig vom Produkt, denn sie erfolgt mit einem robusten Stempel. Der auffallend kleine Schaltschrank ist an der Maschine montiert und ermöglicht zusammen mit der von allen Seiten zugänglichen Konstruktion die einfache Reinigung der Maschine.

Verpackungsmaschinensteuerung P@ck-Control
Der Verpackungsmaschinenhersteller Rovema liefert seine Maschinen ab sofort mit einer plattformunabhängigen Steuerung aus. Von der Dosierung bis zur Endverpackung hat die PC-basierte Maschinensteuerung P@ck-Control alles im Griff. Sicherheit bei Bedienung, Speicherung der Rezepturen und Langzeitstabilität der Programmabläufe hat neben der Minimierung des Umstellungsaufwands höchste Priorität. Bei Änderungen von Geschwindigkeit, Verpackungen, Produkten oder sonstigen Einstellungen werden direkt in der Steuerung sämtliche Maschinenparameter neu berechnet und eingestellt. Somit gewährleistet P@ck-Control jederzeit den optimalen Produktionsprozess. P@ck-Control bedient sich der gängigen Software- und Hardware-Standards. Die PC-basierte Steuerung läuft unter dem Betriebssystem Linux, die Visualisierung ist eine Java-Anwendung und die Maschinensysteme sind über das offene und IEC-konforme Sercos III Industrial Ethernet-Bussystem angebunden. Damit ergeben sich Freiheiten in der Hardware, die eine zuliefererunabhängige Komponentenauswahl nach den technischen und kaufmännischen Anforderungen der Maschinenkunden ermöglicht.

Verbesserte Siegelnahtqualität durch „Premiumseal"
Die Siegelnahtqualität wird durch ein neues Siegelfunktionsprofil mit kontrollierter Vorwärmposition und anschließender kontrollierter Siegeldruckverpressung gegenüber gängigen Verfahren wesentlich verbessert. Bei „Premiumseal" werden Siegelkraft und Siegelprofil über die Antriebssteuerung dauerhaft reproduzierbar umgesetzt und bei jedem einzelnen Siegeltakt genau überwacht. Zusammen mit den in der Maschinensteuerung gespeicherten Daten der anderen Parameter Siegeltemperatur, Siegelzeit und Nahtkühlung wird eine nachweisbare Qualitätssicherung dokumentiert. Stückige Produktteile werden zudem mit der Rovema-spezifischen „Sense und Seal"-Technik erkannt und betroffene Packungen werden ohne Siegeldruckaktivierung ausgeschleust.

 

Über die Firma
Rovema GmbH
Fernwald
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