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Einzelportionsverpackungen und Linienkompetenz

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Interview mit Stefan Dangel, Marketing- und Vertriebsleiter der Sealpac GmbH

Sealpac setzt auf höhere Flexibilität der Anlagen | Die Verpackungsbranche blickt erwartungsvoll auf die Interpack 2011, die vom 12. bis 18. Mai 2011 in Düsseldorf ihre Tore öffnet. Stefan Dangel, Marketing- und Vertriebsleiter der Sealpac GmbH aus Oldenburg, stellte sich den Fragen der neuen verpackung über neueste Trends im Bereich Schalenverschließ- und Tiefziehanlagen, über die Erwartungen der Branche und die Messe-News des niedersächsischen Verpackungsspezialisten.

neue verpackung: Herr Dangel, die für die Verpackungsbranche besonders bedeutende, nur alle drei Jahre stattfindende Interpack 2011 eröffnet in Kürze. Wie hat die Maschinenbaubranche das Nachkrisenjahr gemeistert und wie verlief es für die Sealpac GmbH?

Stefan Dangel: Die Gesamtsituation der Branche hat sich nach dem anspruchsvollen Vorjahr wieder nahezu völlig stabilisiert. Nach dem besonders in den Exportmärkten schwierigen Jahr 2009, blicken wir sogar auf ein ausgesprochen erfolgreiches Jahr 2010 zurück.

neue verpackung: Und welche Themen standen in den vergangenen zwölf Monaten im Fokus?

Stefan Dangel: Bei uns waren im Segment Freshfood die letzten Monate u. a. von der Diskussion rund um die Frage der Öffnungshilfe/Peellasche geprägt. Hier sind wir nach der Initialzündung auf der Anuga 2009 bereits im April 2010 mit diesem sensiblen Thema im Markt gestartet. Bei peelfähigen Verpackungen im Segment Frischfleisch handelt es sich häufig um ein sensitives, Thema, mit teilweise eingeschränktem Funktionsfenster. Besonders wenn anfänglich noch das jahrelang gelebte Produkthandling, betreffend der Kontamination im Siegelbereich, fälschlicherweise übertragen wird. Da wir uns frühzeitig mit diesem Markttrend und den notwendigen technischen Voraussetzungen auseinander gesetzt haben, erzielten wir in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden und den Systempartnern vom Start weg bis heute nahezu ausnahmslos erstklassige Ergebnisse. Dies ist bei Neuerungen und/oder Systemumstellungen, welche dazu in zeitlich enger Vorgabe umgesetzt werden müssen, nicht immer der Fall.

neue verpackung: Ins laufende Geschäftsjahr startete Sealpac mit der Vorstellung eines neuen Vertriebsleiters für den österreichischen Markt.

Stefan Dangel: Österreich ist für uns ein strategisch sehr wichtiger und zudem überaus erfolgreicher Markt. Mit dem plötz?lichen Tod unseres langjährigen Vertriebspartners Dietmar Bugelnig wurden wir persönlich und auch in geschäftlicher Hinsicht stark getroffen. Dennoch muss es kurzfristig weitergehen. Wir sind daher froh, dass wir mit Andreas Rosenberg zeitnah einen kompetenten und erfahrenen Nachfolger gefunden haben, der diese hinterlassene Lücke schließen kann.

neue verpackung: Was erwartet Sealpac außerdem vom neuen Geschäftsjahr - und was dürfen wir von Sealpac erwarten?

Stefan Dangel: Wichtigstes Ereignis ist natürlich die Leitmesse Interpack 2011, die richtungweisend für die Trends und Themen der Branche sein wird. Wir haben in den letzten Monaten hohe Aufwendungen betrieben, zum einen in neue bzw. verbesserte Anwendungslösungen und vor allem auch in die stetige Weiterentwicklung unserer Verpackungstechnik. In beiden Bereichen, Verpackungstechnik und Produktlösung am POS, werden wir einige hoch interessante Ergebnisse präsentieren.

neue verpackung: Sie entwickeln immer wieder moderne, aufmerksamkeitsstarke Verpackungskonzeptionen, sind jedoch in erster Linie Maschinenbauer. Wie passt das zusammen?

Stefan Dangel: Die Herstellung von Verpackungsmaschinen, ohne dabei auch an das Wirkdreieck Produzent-Handel-Konsument zu denken, ist nicht immer weniger zielführend. Daher stellen wir schon seit geraumer Zeit das Endprodukt in den Mittelpunkt unserer Überlegungen.
Zwei Beispiele:
Erstens:
Wir stellen auf der Interpack die Weiterentwicklung von TenderPac vor. Hierbei wird z. B. beim Produkt Rindersteak über eine innovative Steuerung des Vakuums der bestimmungsgemäß auftretende Fleischsaft in eine separate, zweite Kammer abgeführt. Eine technologisch wie optisch äußert interessante Anwendung.
Zweitens: Die täglichen Gespräche mit unseren Kunden zeigen, dass neben dem Trend zu absoluten Mono-Verpackungslinien, durch eingeschränkte Losgrößen die umgekehrte Flexibilität wieder mehr in den Vordergrund rückt. Hierzu präsentieren wir mit der Sealpac-Duo-Werkzeugkonzeption eine bereits im Praxiseinsatz befindliche Convenience- bzw. Feinkost-Anwendung, mit welcher zwei Schalenformate in einem Siegelwerkzeug verarbeitet werden können. Parallel oder getrennt voneinander produziert, per Umschaltung mit nur einem Handgriff. Ohne Verlust von Verpackungsmaterial.

neue verpackung: Auf der diesjährigen Interpack sind Sie außerdem mit einer kompletten Hackfleischlinie vertreten. Was ist neu daran?

Stefan Dangel: Wir stellen eine vollautomatische Komplettlinie zur Versiegelung von Schalen vor, die im Hochleistungsbereich angesiedelt ist und, je nach Anwendung, bis zu 120/min. effektive Verpackungsleistung erreicht.
Das Besondere daran: Die komplette Verpackungseinheit Hochleistungsenstapelung-Produkteinlegung-Linienverteilung-Verpackungsmaschine, wurde in unserem Hause konstruiert und gefertigt.

neue verpackung: „Aus einer Hand" bieten auch andere Hersteller an...

Stefan Dangel: Bei genauerem Hinsehen stellt man ausnahmslos fest, dass die Komponenten speziell in diesem Beispiel, von verschiedenen Herstellern sagen wir „adaptiert" wurden. Das ist im Grunde nicht verwerflich, auch wir haben dies bisher so gemacht. Ein Produkt wie beispielsweise Hackfleisch ist jedoch ein mengenmäßig überaus starker Artikel, oft mit über 40 Prozent am Gesamtvolumen. Dieser Artikel ist für unsere Kunden gleichermaßen interessant, wie preissensitiv. Um hier die letzten 15 - 20?Prozent Produktivität zu erzielen, ist ein ausgeklügeltes Zusammenspiel der Komponenten im Detail erforderlich, welches i. d. R. nur mit perfekt abgestimmten Lösungen erreicht wird. Wir stellen somit einen hohen Anteil in Eigenfertigung her, ziehen gleichzeitig jedoch klare Grenzen im Know-how. So arbeiten wir im Bereich mit der optischen Packungskontrolle und integrierter 100-Prozent-Dichtheitsprüfung (Elbatron), sowie im Segment Pick & Place (PWR-Pack Roboter) mit praxiserprobten Partnern zusammen. Wir sind überzeugt, dass die Zusammenarbeit von Spezialisten, besonders in einem von hoher Dynamik geprägten Fleischmarkt, am Ende eine bestmögliche Performance für den Produzenten gewährleistet.

neue verpackung: Was dürfen Ihre Kunden davon erwarten?

Stefan Dangel: Eine im Detail abgestimmte Anlage vorzustellen - das war unser Ansatzpunkt. Ergänzt wird dies mit neuer Antriebstechnologie und in einer in diesem Segment noch nicht vorhandenen Zugänglichkeit in Bezug auf Technik und Hygiene. Nur dort, wo sie absolute Zugänglichkeit, auch unter Beachtung der ergonomischen Grundsätze gewährleisten, wird die Wartungs- und/oder Reinigungsanweisung im Betrieb lückenlos umgesetzt.
Zusammengefasst stellen wir auf der Interpack 2011 eine vollständige Verpackungslösung vor, selbstverständlich mit den entsprechenden Antworten in Bezug auf die anstehende neue Maschinenrichtlinie 2011 und den damit in Zusammenhang stehenden Kernfragen, in Bezug auf die ganzheitlichen Abnahme der Gesamtanlage.

neue verpackung: Ihre Mitbewerber bieten bereits Servotechno?logie an. Ist Sealpac hier derzeit Nachzügler?

Stefan Dangel: Nicht einmal im Ansatz. Wir setzen bereits seit vielen Jahren diese Antriebstechnik sehr erfolgreich ein. Hier muss man jedoch unterscheiden, über welchen Bereich wir sprechen. Im Bereich der masseintensiven Hubsysteme ist nicht die Servotechnik an sich der Maßstab, sondern die Antriebsumsetzung und die damit in direktem Zusammenhang stehende Wartungsintensität.
Wenig Sinn macht ein „vollkommen integrierter" Servomotor, oft verbunden mit der weitgehenden Maschinendemontage im Havarie Fall. Maschinenbautechnisch interessant wird es, wenn die kompakte Bauweise der Anlagen ebenfalls eine Grundvorgabe bleiben soll. Wenig Platzbedarf bei gleichzeitig höchstem Output, dieser Königsweg wurde durch unser Entwicklungsteam in Oldenburg hervorragend gelöst. Wir haben uns damit vielleicht ein bisschen länger Zeit gelassen, wir sind jedoch sicher: Letztendlich zahlen sich längere Testphasen / Prüfungen durch perfekte Prozesssicherheit und Funktionalität aus.

neue verpackung: Zurzeit steht das Thema Nachhaltigkeit zunehmend im Fokus der Verpackungsbranche. Inwiefern beschäftigt sich Sealpac damit?

Stefan Dangel: Als Maschinenbauunternehmen sehen wir in den Time-Life-Costs einer Anlage den entscheidenden Faktor: Wir optimieren unsere Maschinen ständig im Hinblick auf den Verbrauch des Materialeinsatzes und auch technischen Medien. Ein Beispiel: In unserer vor kurzem vorgestellten neuen Werkzeugtechnologie konnten wir die Nennleistungsaufnahme der Siegelmodule um bis zu 30 Prozent reduzieren. Natürlich ohne Einschränkung der Taktleistung. Heute noch mehr als gestern ein äußert wichtiger Aspekt. Ein nachhaltiger, ganzheitlicher Umgang mit Ressourcen führt, gemessen an der Lebensdauer einer Anlage, zu erheblichen Einsparungen und damit zu mehr Nachhaltigkeit. Aber nicht nur das - es mindert erheblich die Kosten.

 

 

Über die Firma
SEALPAC GmbH
Oldenburg
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