Home Themen Lebensmittel Die Zukunft ist modular

Technik

Die Zukunft ist modular

Getränkeverpackung | Die erste im praktischen Betrieb installierte Verpackungsstraße Varioline läuft bei der Kölner Privat-Brauerei Heinrich Reissdorf. Entscheidend für die Entscheidung war die Flexibilität der Anlage. Die Verpackungsstraße ist mit fünf Modulen installiert: Zwei Kartoniermodule, dazwischen ein Zuführmodul, im Anschluss zwei Basismodule, in denen die Endverpackung zusammengestellt wird.

Wir haben die Varioline gewählt, um für die Zukunft diverse Verpackungen nach unseren Vorstellungen frei nutzen zu können, erklärt der Technische Betriebsleiter der Kölner Privat-Brauerei Heinrich Reissdorf, Diplom-Brauerei-Ingenieur Werner Kraus. Bei der Privat-Brauerei Heinrich Reissdorf ist die Varioline derzeit für vier unterschiedliche Verpackungsarten eingerichtet:
Kölsch in 0,33-Liter-Weißglasflaschen (oder 0,33-Liter-Braunglasflaschen Reissdorf Alkoholfrei) werden zunächst in 6er On Top Carrier gepackt, diese dann in 24er-Kunststoff-Mehrwegkästen für den regionalen Markt eingesetzt.
Kölsch in 0,33-Liter-Braunglasflaschen zunächst in 4er Over Top Open, dann sechs dieser Multipacks in 24er-Wrap-around-Kartons für den USA-Export.
Kölsch in 0,5-Liter-Braunglasflaschen lose in 20er-Wrap-around-Kartons mit Gefache, ebenfalls für den USA-Export.
Je zwei 5-Liter-Bierdosen in Wrap-around-Kartons.

Einige weitere Optionen hat sich die Privat-Brauerei Heinrich Reissdorf offen gehalten, beispielsweise einen 4er-Riegel von 0,5-Liter-Flaschen zunächst als On Top Carrier, davon je fünf in einem Mehrwegkasten, oder sechsmal einen 2 x 2 On Top Carrier mit 0,33-Liter-Flaschen im 24er-Karton.

Varioline mit fünf Modulen
Zur Herstellung dieser Verpackungsvarianten ist bei der Privat-Brauerei Heinrich Reissdorf eine Varioline mit fünf Modulen installiert: Zwei Kartoniermodule, dazwischen ein Zuführmodul, im Anschluss zwei Basismodule. Die Kartoniermodule haben die Aufgabe, Kartonzuschnitte zuzuführen, aufzufalten und zu verleimen. Sie bestehen aus zwei Zwei-Achs-Portalrobotern, einem Kartonmagazin mit Vereinzelung und einer Leimauftragseinheit, die allesamt auf ein Grundgestell montiert sind. Die Kartoniermodule sind beliebig verwendbar, stellen beispielsweise die Over Top Open, die On Top Carrier oder die Wrap-around-Kartons her.

Zwischen die beiden Kartoniermodule ist ein Zuführmodul eingefügt, das lose Behälter (beispielsweise die 5-Liter-Dosen) vereinzelt und gruppiert und/oder in die im ersten Kartoniermodul hergestellten Kartonagen als Erstverpackung einsetzt. Es besteht aus einem Behälterzulauf sowie ebenfalls aus zwei Portalrobotern. Nächster Schritt ist die Zusammenstellung der Endverpackung in den zwei Basismodulen, die nach dem zweiten Kartoniermodul folgen. Hier können die Erstverpackungs-Multipacks in Kartonagen oder in Mehrwegkästen eingesetzt werden oder das Basismodul dient als Verschließeinheit für Wrap-around-Kartons. Auf das Grundgestell ist jeweils ein Zwei-Achs-Portalroboter montiert. Soll es als Verschließeinheit arbeiten, enthält es zusätzlich eine Leimauftragseinheit. Je nach gewünschtem Verarbeitungsprogramm können Kartoniermodul, Zuführmodul und Basismodul nahezu beliebig miteinander kombiniert werden. Sie sind jeweils direkt miteinander verbunden. Je nach gewünschter Leistung können in den Modulen ein oder zwei Erstverpackungsstränge parallel nebeneinander geführt werden. Zusätzlich ist ein weiteres Transportsystem integriert, auf dem die Zweitverpackung, beispielsweise der Mehrwegkasten oder Wrap-around-Kartons, durch die Module befördert wird.

Eigener Palettierer für Einwegverpackungen bringt Vorteile
Die fertig gepackten Sekundärverpackungen werden von der Maschine an den Auslauftransporteur übergeben, bei der Privat-Brauerei Heinrich Reissdorf laufen sie dann zu einem Modulpal Palettierer, der hier ausschließlich für die Varioline arbeitet. Bedient wird die gesamte Linie von nur einem Mitarbeiter, der alle Module über einen einzigen Touchscreen steuert, sowie einem Gabelstaplerfahrer, der die Ver- und Entsorgung der Linie übernimmt.

„Wir palettieren die Ware im Bereich der Einwegverpackungen auf einem eigenen Palettierer. Dadurch haben wir einen großen Vorteil. Wenn wir das nicht gemacht hätten, hätten wir den Flaschenfüller immer auf die Leistung der Varioline anpassen müssen. Alles was die Varioline nicht abnimmt, läuft automatisch dem Kisteneinsetzer des Flaschenkellers zu und auf die Abfüllanlagen-Palettierung. Wir erhalten aus dem Flaschenkeller also direkt zwei Artikel. Einmal lose verpackt und einmal als Sixpack fertig verpackt", erläutert der Technische Betriebsleiter Werner Kraus. Dadurch bleibt die Leistung des Flaschenkellers von 55.000 Flaschen pro Stunde erhalten.
Die Varioline kann wie im Fall der Privat-Brauerei Heinrich Reissdorf an die vorhandene Flaschenabfüllanlage inline für die Verpackung von Clusterpacks in Kisten sowie an die Partyfass-Anlage zur Verpackung der 5-Liter-Dosen in Kartons angebunden werden. Sie kann aber auch als Offline-Umpackanlage für einen Sortenmix in unterschiedliche Kartonverpackungen genutzt werden.

„Wir können die Varioline ja auch unabhängig von der Abfüllanlage betreiben", meint Werner Kraus. „Das tun wir beispielsweise beim alkoholfreien Bier. Das alkoholfreie Bier muss pasteurisiert werden, doch seine Verpackung ist nicht pasteurisationsfähig, d. h. wir pasteurisieren zunächst in einem Schrankpasteur und verpacken dann zeitlich versetzt."

Die Krones Varioline zeigt sich auch in der Praxis als ein hochflexibles Verpackungssystem, mit dem ein mehrstufiger Verpackungsprozess abgebildet werden kann. Bei der Privat-Brauerei Heinrich Reissdorf ist die Varioline in ihrer Gesamtheit konzipiert auf eine Leistung von 36.000 Behältern pro Stunde. „Leider hat die Räumlichkeit einfach nicht mehr hergegeben als eine Leistung von 36.000 Flaschen pro Stunde. Die Varioline ist zwar auch bei uns erweiterbar. Aber aus Platzgründen nicht in der Leistung, sondern nur in der Art der Verpackung", erklärt Werner Kraus.

Prinzipiell können je nach Auslegung der Maschine Erst-, Zweit- oder sogar Drittverpackungen erstellt werden. Das Konzept ermöglicht generell die Verarbeitung von losen Behältern wie Glasflaschen, PET-Behältern oder Dosen in Multipacks und/oder Multipacks in Kunststoffkästen, Karton-Faltschachteln oder Wrap-around-Kartons. Kombination und Anzahl der eingesetzten Module bestimmen, wie viele unterschiedliche Endverpackungen auf einer Verpackungsstraße erstellt werden können.

„Die Geschäftsleitung war besonders stark an der Modulbauweise interessiert", sagt Werner Kraus. „Das Konzept der Privat-Brauerei Heinrich Reissdorf ist immer, sich überschaubar und schlagkräftig bewegen zu können. Und dafür ist eine Modulbauweise natürlich prädestiniert." Und Michael von Rieff, der Geschäftsführer der Privat-Brauerei Heinrich Reissdorf, stellt klar: „Wir sind zufrieden, weil die Maschine unseren vielfältigen Anforderungen gerecht wird."

 

Über die Firma
Krones AG
Neutraubling
Newsletter

Das Neueste von
neue verpackung direkt in Ihren Posteingang!