Technik

Transparenz und Effizienz

Michael Sloup von TSC Auto ID im Interview

Intelligente Auto-ID-Lösungen | Die TSC Auto ID Technology Co., Ltd., ist ein global agierender Anbieter von Thermo-Etikettendruckern für die Branchen Transport, Logistik, Gesundheitswesen, Industrie und Handel. Der Mutterkonzern Taiwan Semiconductor Co., Ltd. entwickelt bereits seit 1991 Thermo-Etikettendrucker. 2007 wurde die TSC Printer Europe GmbH als europäische Niederlassung in München gegründet. 2009 firmierte sie dann zur heutigen TSC Auto ID Technology EMEA GmbH um.

Mittlerweile gehört das Unternehmen zu den zehn größten Herstellern der Branche und ist derzeit einer der am schnellsten wachsenden Anbieter in der weltweiten Industrie für ‚Auto Identification & Data Collection‘. Wir sprachen mit Michael Sloup, Geschäftsführer der im bayerischen Zorneding beheimateten TSC Auto ID Technology EMEA GmbH.

neue verpackung: Herr Sloup, wie erklären Sie sich den rasanten Aufstieg Ihres Unternehmens und welches sind Ihre Schwerpunkte?

Michael Sloup: Wir entwickeln innovative und individuelle Druckerlösungen, die auf die spezifischen Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnitten sind - und das zu einem attraktiven Preis. 20 Jahre Erfahrung in der Herstellung von Thermodirekt- und Thermotransferdruckern sowie die konsequente Ausrichtung an den Erfordernissen des Marktes haben all unsere Produkte äußerst robust, langlebig, zuverlässig, schnell und präzise werden lassen. Die Produktpalette - übrigens eine der differenziertesten der AIDC-Industrie - umfasst sowohl etatschonende Einsteigermodelle und mobile Drucker als auch Hochleistungsplattformen für die Industrie. Außerdem natürlich Verbrauchsmaterialien, Scanner, Zubehör und einen kompetenten Support. Der Kunde weiß das zu schätzen.

neue verpackung: Mobile Drucker sind stark auf dem Vormarsch; einfache Handhabung, Zuverlässigkeit und Vielseitigkeit sind wichtige Kriterien beim Kauf - teilen Sie diese Einschätzung?

Michael Sloup: Natürlich, denn die Vorteile sind offensichtlich: Mobile Drucker sind handlich und überall dort einsetzbar, wo sie gerade gebraucht werden. Unser MT 23 zum Beispiel kombiniert Mobilität, Vielseitigkeit und sichere Anbindung in einem Gerät. Von der traditionellen Einzelauszeichnung bis hin zu Umetikettierungen, mobilem POS und Etikettendruck auch im Querformat ist alles möglich - Sie brauchen nur ein Gerät für unterschiedliche Anwendungsbereiche. Das spart Kosten und Zeit. Und was das Handling betrifft: Gerade in Produktions- und Verpackungsabläufen kommt es bei hoher Taktzahl vor allem auf Schnelligkeit an - da muss Papier rasch nachgefüllt werden, das Display sollte übersichtlich und jeder Mitarbeiter in der Lage sein, ein Gerät ohne Probleme zu bedienen.

neue verpackung: Welchen Anforderungen seitens der Lebensmittelindustrie sieht sich ein Hersteller von Kennzeichnungssystemen derzeit ausgesetzt?

Michael Sloup: Heute genügt nicht einfach nur die Artikelnummer zur Produktkennzeichnung, sondern in den Code müssen zusätzliche Informationen wie etwa Charge oder Verfallsdatum eingespeist werden. Bei Lebensmitteln, zum Beispiel Fleisch, sollten alle relevanten Daten lückenlos verfolgbar und jederzeit verfügbar sein: Von welchem Bauer stammt das Tier? Wann und wo wurde es geschlachtet? Wurde die Kühlkette eingehalten? Und wie lange ist das Produkt mindestens in dieser Verpackung unter diesen Umständen haltbar?
Wir Auto-ID-Spezialisten sorgen dafür, dass wichtige Informationen unverfälscht zur Verfügung stehen. Gleichzeitig stellen wir den Anwendern bedarfsgerechte Lösungen zur Verfügung, mit denen sie schnell und zuverlässig die Ware kennzeichnen, erfassen und in ihrem System verwalten können. Nebenbei bemerkt: Etiketten müssen Nässe, Tiefsttemperaturen oder sorgloses Handling auch noch unbeschadet überstehen.

neue verpackung: Und wie sieht es im Konsumgüterbereich aus? Dort haben wir es ja nicht nur mit empfindlicher Ware zu tun ...

Michael Sloup: Das ist richtig, Herr Mahr. Aber auch hier gilt es, Kundenbedürfnisse optimal zu befriedigen: Bei kurzlebigen Produkten genügen meist einfache Strichcode-Etiketten. Daneben müssen aber auch Güter gekennzeichnet werden, die anhand ihrer Seriennummern extrem lange verfolgt werden. Die Elektronikindustrie braucht kleinformatige Etiketten mit Data-Matrix-Codes in hoher Auflösung und gestochen scharfem Druck. Das ist der Grund, warum TSC eine solch breite Palette an Druckern anbietet - wir können für alle Einsatzbereiche die passende Lösung entwickeln oder direkt liefern.

neue verpackung: Welche Vor- und Nachteile hat die Optische Identifikation im Vergleich zu RFID heute und auch künftig für Verpackungen und Produkte? Wie beurteilen Sie beide Technologien?

Michael Sloup: Meiner Meinung nach sind die Klassiker Barcode und Etikettendrucker noch lange nicht aus Produktion, Logistik, Industrie und Handel wegzudenken. Der Barcode hat sich in 60 Jahren stetig weiterentwickelt - vom einfachen Strichcode über Data-Matrix bis hin zu 2D-Codes. Mit ihnen lassen sich jede Menge Informationen extrem kostengünstig speichern und verarbeiten. Selbst stark beschädigte Codes werden heute ausgelesen. Vor allem in der Produktkennzeichnung und bei unsensiblen bzw. preisgünstigen Gütern macht diese Technologie nach wie vor Sinn. Die Optische Identifikation ist etabliert und sie verfügt über Standards, die weltweit gelten und keine Grenzen kennen. Allerdings - und das ist manchmal ein Nachteil: Optische Codes können natürlich nur gelesen werden, wenn sie in Sichtverbindung zu den Lesegeräten stehen.

Bei RFID ist das anders. Der kontaktlose Datenaustausch mittels Funktechnologie hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt - vor allem im Transportwesen und bei Logistikdienstleistern, die Waren und Wege lückenlos verfolgen müssen. In der industriellen Produktion sind Transponder mittlerweile unverzichtbar zur Steuerung von Fertigungs- und Lieferketten. Sie lassen sich mit anderen Technologien wie der Sensorik gut kombinieren. Sie liefern Informationen in Echtzeit über den Weg eines Containers sowie über Temperatur und Zustand von Transportgütern. Absolut sinnvoll ist RFID auch dort, wo Produktsicherheit bzw. Produktschutz im Vordergrund stehen - denken Sie an Produktpiraterie bei Textilien oder an hochwertige Ware aus bestimmten Regionen wie Champagner, Schinken oder Käse, die als Original und nicht als billige Kopie im Regal landen sollen. Aber selbst in einigen Jahren wird RFID noch nicht die Marktdurchdringung des Barcode erreicht haben. Denn es geht nicht nur um Transponder, Label und die mittlerweile günstigen Tags - bei der Implementierung einer RFID-Lösung sind unter Umständen erhebliche Infrastrukturkosten zu beachten, die sich amortisieren müssen. Weitere Aspekte sind Reichweite, Störfaktoren oder Umweltfragen, denn Kupfer und andere Metalle in den Tags lassen sich nicht so einfach entsorgen wie Papieretiketten.

neue verpackung: Aus dem Gesagten höre ich heraus, dass RFID künftig nicht nur im Wesentlichen der Logistik vorbehalten bleibt, sondern dass die Technologie Ihrer Auffassung nach auch direkt auf der Produktverpackung zum Einsatz kommen könnte, um dem Kunden wie beim Metro-Future-Store Zusatzinformationen zu liefern?

Michael Sloup: Ich bin ziemlich sicher, dass diese Entwicklung weiter voranschreiten wird. Kostensenkungen, bessere Warenverfügbarkeit und Prozessoptimierung bei einem Höchstmaß an Qualität, perfektem Service und modernem Einkaufserlebnis sind ja die Ziele der Metro-Initiative. Dies muss auch erstrebenswert für andere Unternehmen sein. Und der Konsument soll es beim Einkaufen nicht nur bequem haben, sondern er ist aufgeklärter und wird zu Recht immer anspruchsvoller. Außerdem: Regierung und Verbraucherorganisationen bemühen sich vor allem im Lebensmittelsegment um verbindliche Richtlinien und Transparenz. Auto-ID leistet einen wesentlichen Beitrag dazu und wird sich deshalb stetig weiterentwickeln.

neue verpackung: Welche Anforderungen stellen Ihre Kunden heute maßgeblich an Ihre Produkte und wie werden Sie diesen gerecht?

Michael Sloup: Kurz gesagt - die Nachfrage nach Connectivity-Lösungen steigt rasant. Mit einem Drucker alleine ist es nicht mehr getan. Die Geräte müssen in IT-Strukturen und Systeme eingebunden werden, damit die oben skizzierten Effekte erzielt werden können. Unsere Drucker sind standardmäßig oder zumindest optional mit RS-, USB- sowie Tastatur-Schnittstellen und Ethernet ausgestattet und lassen sich unproblematisch in ein Netzwerk einbinden. Auch hier liefern wir genau das, was der Kunde tatsächlich braucht. Und um zum Anfang unseres Gesprächs zurückzukommen, Herr Mahr: Alles zu einem attraktiven Preis.

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Über TSC

Die TSC Auto ID Technology Co., Ltd. (TSC) ist ein globaler Anbieter von Auto-ID Qualitätslösungen für die Branchen Transport und Logistik, Gesundheitswirtschaft, Industrie und Handel. Kern des Lösungsangebots sind die innovativen und preislich wettbewerbsfähigen Thermo-Etikettendrucker, von denen TSC bereits mehr als 1,5 Millionen Geräte im Auto-ID Markt platziert hat. Damit zählt das in Taiwan ansässige Unternehmen weltweit zu den Top 10-Herstellern von Thermo-Etikettendruckern und ist derzeit einer der am schnellsten wachsenden Anbieter in der globalen Auto Identification & Data Collection (AIDC)-Industrie. TSC ist an der Börse in Taiwan notiert.

 

Über die Firma
TSC Auto ID Technology EMEA GmbH
Zorneding
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