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Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit

Klimaneutrale Verpackung | Diese Neuentwicklung wird der Nachhaltigkeitsdiskussion in der Verpackungsbranche neuen Aufwind geben. Der Schweizer Hersteller von flexiblen Verpackungen für Food- und Non-Food-Produkte, die O. Kleiner AG, stellt auf der interpack 2011 die erste klimaneutrale Verpackung vor.

Wir wollen mit der klimaneutralen Verpackung ganz demonstrativ ein Zeichen setzen. Die Zukunft gehört den alternativen Energien, sagt Martin Kleiner, Geschäftsführer des Familienunternehmens. Zusammen mit den Partnern bio-familia AG, dem Schweizer Marktführer für Bio-Ceralien, und der Non-Profit-Stiftung myclimate hat Kleiner das Konzept für die erste völlig klimaneutrale Verpackung nach dem Motto „vermeiden, reduzieren, kompensieren" erarbeitet. Schon seit mehreren Jahren forciert das Unternehmen sein Umweltprogramm „Verpackung und Umwelt" durch Innovationen im Bereich Produktentwicklung. Beispiele hierzu sind alufreie, dünne Barrierefolien, die Verwendung von Rohmaterialien, die auf nachwachsenden Rohstoffen basieren und eine soziale Verantwortung gewährleisten sowie die Entwicklung von kompostierbaren Verpackungen. Zu dem Programm gehört auch die Investition in Produktionsprozesse: Photovoltaikanlage, Biofilter zur Entsorgung von Lösemitteln, Wärmerückgewinnungsanlagen, geschlossene Heiz-/Kühlsysteme und Einsatz von Ökostrom tragen zu einer verbesserten CO2-Bilanz bei. Insbesondere konzentriert sich das Unternehmen auf die Vermeidung und Reduktion des CO2-Verbrauchs durch Optimierung der Herstellprozesse. Im Ergebnis konnte beispielsweise der Einsatz von Erdgas für die Prozesswärme pro laufenden Meter produzierter Folie von 2008 bis 2010 um 33 Prozent gesenkt werden.

Kompensation für CO2-Emissionen
Nachdem die Produktion CO2-optimiert ist, braucht es für eine klimaneutrale Verpackung eine Kompensation der unvermeidbaren CO2-Emissionen. Unterstützt wird Kleiner dabei von dem international führenden Anbieter von Kompensationsmaßnahmen myclimate. Mithilfe eines zertifizierten CO2-Kalkulators der Non-Profit-Organisation wird die CO2-Menge eines Produkts errechnet. Diese Menge wird in einen Kompensationsbetrag umgerechnet. Kleiner und bio-familia haben sich für das Projekt „Biomasse" in Indien entschieden, das durch den errechneten Betrag unterstützt werden soll. Die Projektdauer ist auf sieben Jahre festgelegt, wobei 130.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden.

Damit die Kunden des bio-familia-Produkts sich informieren können, welchem Projekt der entsprechende Betrag zukommt, finden sie auf der Verpackung ein Label mit dem Logo von myclimate und einer Trackingnummer. Diese Trackingnummer kann auf der Website von myclimate eingegeben werden und es erscheint der Kompensationsnachweis des betreffenden Produkts sowie kurze Beschreibungen der kompensierenden Unternehmung und des unterstützten Projekts. Somit ist Transparenz garantiert.

Ziel ist Verpackung aus
bioabbaubaren Rohstoffen

Langfristig soll die Verpackung aus nachwachsenden und/oder bioabbaubaren Rohstoffen hergestellt werden. 2009 fanden die ersten Tests verschiedener Materialien statt. Nach Auswertung der Ergebnisse im folgenden Jahr entschied man sich für die klimaneutrale Verpackung als realisierbaren und bezahlbaren Zwischenschritt. „So wie wir die Verpackung herstellen, ist sie lediglich 1,5 bis 3 Prozent teurer", sagt Kleiner. Die Verpackung einmal komplett aus biobasierten und -abbaubaren Materialien herzustellen, hält Kleiner erst in zwei bis drei Jahren für möglich: „Abgesehen von der Lebensmittel-Futtermittel-Konkurrenz machen uns die technischen Aspekte zu schaffen. Die Haltbarkeit des Produkts muss unabhängig vom Material bestehen bleiben und die Energiebilanz muss stimmen. Biobasierende Verpackungsmaterialien müssen noch optimiert werden, da ihre Wasserdampf- und Sauerstoffdurchlässigkeit zu hoch ist. Auch sind die Kosten trotz eingesparter CO2-Emissionen mit 200 Prozent im Vergleich zur herkömmlichen Verpackung zu hoch."

 

Über die Firma
O. Kleiner AG Flexible Packaging
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