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M-Real ist zurück

Kernkompetenz ausgebaut und Effizienz gesteigert | M-real hat noch vor wenigen Jahren ums nackte Überleben gekämpft. Inzwischen ist das anders: Auch im zweiten Halbjahr 2011 wird sich die Ertragslage des finnischen Kartonherstellers abermals verbessern. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete die Konzernsparte Consumer Packaging einen Umsatz in Höhe von 1,2 Mrd. Euro.

Die M-real Corporation ist Teil der Metsäliitto Group, einer Genossenschaft mit rund 130.000 Waldbesitzern als Mitglieder. Die Gruppe erwirtschaftete im Jahr 2010 einen Umsatz von insgesamt 5,4 Mrd. Euro und beschäftigt 13.000 Mitarbeiter. Der Gruppe gehören vier operative Gesellschaften an: Die Metsäliitto Cooperative mit Lieferanten von Holz und Holzerzeugnissen, Metsä Botnia (Zellstoffhersteller), M-real (Karton- und Papierhersteller) sowie Metsä Tissue als Hersteller von Hygiene- und Backpapieren. „Kerngeschäft ist Consumer Packaging", betonte Manfred Aumann, Sales Director, Brandes Food.

Effizienz in der Herstellung gesteigert
Aumann ist schon lange im Geschäft, er kennt die Ups and Downs. Jetzt ist M-Real wieder oben. M-real hat vor allem an der Effizienz in der Herstellung des Frischfaserkartons gefeilt, sagt. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen derzeit Europas führender Hersteller von Karton aus Frischfaser. Annähernd 4.500 Mitarbeiter arbeiten in diesem Bereich, der sich wiederum in vier Geschäftsbereiche gliedert: Consumer Packaging, Office Papers, Speciality Papers sowie „Marktzellstoff und Energie". Der leichtgewichtige vollgestrichene Primärfaserkarton von M-real bietet, so Aumann, hohe Effizienz und ausgezeichnete Leistungsfähigkeit. Das Unternehmen stellt zudem Karton für den grafischen Einsatz, weißgestrichenen Kraftliner und Tapetenrohpapier her. M-real Consumer Packaging stemmt aber mit etwa 50 Prozent den gewichtigsten Anteil am Erlös (1,2 Mrd. Euro). Zum Kundenkreis von M-real gehören Markenartikler, Faltschachtelhersteller, Verarbeiter und Papier-/Karton-Großhändler. Zu den wichtigsten Segmenten zählen unter anderen Lebensmittel, Süßwaren, Kosmetika, Pharmazeutika, Zigaretten, Grafikprodukte wie z. B. Grußkarten, Broschüren, Briefpapier.

Finanzstrategie von M-real
Die aktuelle Strategie von M-real zielt darauf ab, die Ertragslage des Unternehmens zu steigern und Verluste aus früheren Jahren auszugleichen. Diese Strategie zeigt Erfolg und im ersten Quartal 2011 konnten Umsatz und Gewinn gegenüber dem vorigen Quartal gesteigert werden, obwohl die Kosteninflation schneller voranschritt als erwartet. Wachsende Kosten sind der Hauptgrund für die in diesem Jahr bereits angekündigten Preissteigerungen für Karton, Kraftliner, ungestrichene Fein- und Spezialpapiere. „Wir müssen das an unsere Kunden weitergeben, nur so kann die hohe Qualität unserer Produkte gewährleistet werden", sagt Aumann. Es klingt wie ein Appell an die vor- und nachgelagerten Partner in der Supply Chain. Nur wenn alle am Wertschöpfungsprozess teilhaben könnten, könnten die Bedürfnisse des Marktes und der Markenartikler abgedeckt werden.

Zur weiteren Stärkung der Ertragskraft im Jahr 2011/2012 plant M-real folgende Maßnahmen:

Steigerung der Produktionskapazität für Faltschachtelkarton in Äänekoski und Kyrokoski um insgesamt 70.000 t im Jahr, um in Verbindung mit einer Kapazitätssteigerung in Simpele die Nachfrage nach Primärfaserkarton befriedigen zu können

Neues internes 70 Mio. Euro-Gewinnoptimierungsprogramm

Veräußerung unprofitabler Geschäftsbereiche, um Verluste im Papiergeschäft abzuwenden

Investitionen in höhere Kartonkapazitäten
Der stark steigenden Nachfrage nach Primärfaserkarton begegnet M-real mit der Erhöhung seiner Produktionskapazität um jährlich 150.000 Tonnen. Ein entsprechendes Maßnahmenprogramm wurde bereits gestartet, wobei in den Ausbau der Produktionskapazitäten von drei finnischen Werken von M-real investiert wird.

M-real Consumer Packaging ist in der Lage, Angebot und Qualität seiner Kartonqualitäten zu garantieren, da der gesamte Zellstoffbedarf des Unternehmens intern von der Metsäliitto Group gedeckt wird. Chemischen Zellstoff liefert das Zellstoffwerk Metsä-Botnia; mechanischen Zellstoff stellen einzelne Kartonfabriken her und BCTMP produziert M-real in Joutseno und Kaskinen.
Die Selbstversorgung mit Fasern ist zudem ein Garant für die beständige Qualität der Kartonprodukte von M-real, die somit ein ausgezeichnetes Druck- und Verarbeitungsverhalten aufweisen.

Konzentration auf leichtgewichtigen und leistungsstarken Karton
„M-real konzentriert sich seit mehreren Jahren auf die Entwicklung leichtgewichtigen Kartons. Dafür werden beträchtliche Summen in neue und bessere Maschinen sowie in Verfahren zur Kartonproduktion investiert", betont Peter Karell, Commercial Director und Multinational Accounts bei M-real. Ein entscheidender Aspekt sei es dabei vor allem, geringere Flächengewichte zu erzielen, ohne Kompromisse in andere wichtige Eigenschaften des Kartons, wie Volumen, Steifigkeit und Druckoberfläche einzugehen. „Für die Umwelt liegen die Vorteile eines geringeren Verpackungsgewichts darin, dass weniger Rohstoff benötigt wird, weniger Verarbeitungsaufwand und Energie erforderlich sind, über die gesamte Lieferkette ein geringeres Transportgewicht erzielt wird und am Ende des Lebenszyklus des Kartons weniger Abfall entsorgt werden muss. Somit schafft leichtgewichtiger Faltschachtelkarton einen geringeren ökologischen Fußabdruck, ohne Schutz des Produkts oder Druck- und Verarbeitungsverhalten zu beeinträchtigen", betont Karell.

Für die Kunden ergeben sich damit drei, deutliche Einsparungsmöglichkeiten:

Erstens: Karton wird nach Gewicht verkauft. Folglich werden geringere Mengen gekauft.

Zweitens: Transport von weniger Gewicht. So reduzieren sich Logistikkosten über die gesamte Lieferkette.

Drittens: Niedrigere Abfallentsorgungsgebühren am Ende des Lebenszyklus des Kartons.

Parallel zur Strategie der Leichtgewichtigkeit hat M-real die Beständigkeit seiner Kartonprodukte gesteigert und immer geringere Produktionstoleranzen eingeführt. Diese gehören inzwischen zu den strengsten der Branche. „Die Nachfrage nach Primärfasern hat auch mit Produktsicherheit zu tun", erklärt Mafred Aumann das Wachstum in diesem Bereich. „Der Verbraucherschutz stellt hohe Ansprüche an die sensorischen Eigenschaften und die Sicherheit von Verpackungen, insbesondere von Lebensmitteln, Kosmetika und Arzneimitteln. Von der Verpackung dürfen weder Geruch- noch Farbstoffe auf die Produkte übergehen und vor allem Gesundheitsrisiken müssen ausgeschlossen werden. Reiner Frischfaserkarton, der keine potenziellen Schadstoffe enthält, bleibt deshalb die strategische Wahl von M-real. Er bietet eine Lösung, die den genannten Anforderungen entspricht", unterstreicht er.

Nachhaltigkeit als wichtiges Ziel:
Holzfasern - natürlich und erneuerbar
„Den 130.000 Waldbesitzern, die der Metsäliitto Group angehören, liegen die Gesundheit ihrer Wälder am Herzen", berichtet Karell. Bei nachhaltiger Bewirtschaftung trägt die Verwendung des Rohstoffs Holz seinen Ausführungen folgend zum Schutz der Waldlandschaft bei. Für Karton- und Papierhersteller sei es wichtig, den Nachweis erbringen zu können, dass ihr Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stamme. Für den Herkunftsnachweis kommen hoch entwickelte und zertifizierte Systeme zum Einsatz. M-real besitzt für die Holzbeschaffung und -verarbeitung die „Chain-of-Custody"-Zertifizierung, die es dem Unternehmen erlaubt, seine Produkte entsprechend zu kennzeichnen und Kunden und Verbraucher über die Nachhaltigkeit seiner Produktionsverfahren zu informieren. In diesem Zusammenhang nannte er eine interessante Zahl: „In einer Sekunde wächst in Finnland die Holzmenge für eine Tonne Karton", so der Commercial Director.

M-real hat für alle Produktionseinheiten ein Energieeffizienzsystem (EES) realisiert. Damit werde das Ziel verfolgt, den eigenen Energieverbrauch zu senken und den Klimawandel zu bekämpfen. Der CO2-Ausstoß konnte so nach Angaben von Karell um fast 20.000 t im Jahr reduziert werden. M-real habe sich dem Ziel verpflichtet, seinen Verbrauch an fossilen Brennstoffen zu senken und diese durch CO2-neutrales Holz wie Waldrinde und Hackschnitzel in der Energieerzeugung zu ersetzen und die Energieeffizienz zu optimieren. Der Wasserverbrauch steht im engen Zusammenhang mit der Energieeffizienz und so sind auch die Wasserversorgungssysteme in den Produktionseinheiten von M-real kontinuierlich verbessert worden. Indem beim Wasserverbrauch angesetzt werde, könne die Effizienz der Wärmenutzung gesteigert werden.

Offenheit und Transparenz:
M-real legt den Kunden Zahlen vor

Das Berichtswesen bei M-real ist offen und transparent. Außerdem kann M-real seinen Kunden Berechnungen des ökologischen Fußabdrucks aller seiner Produkte vorlegen, in welche die Herstellungsverfahren für Zellstoff, Karton und Papier - einschließlich des zugekauften Stroms - sowie der Rohstoff-, Zellstoff und Produkttransport einbezogen werden. Eine weitere Informationsquelle sind die Paper Profiles - umweltbezogene Produktdokumentationen - die auf der Webseite von M-real für alle Produkte abgerufen werden können.

Für Sie entscheidend
M-real in Zahlen

M-Real ist nach eigenen Angaben der größte Faltschachtelproduzent Europas. Die M-real Corporation ist Teil der Metsäliitto Group, einer Genossenschaft mit rund 130.000 Waldbesitzern als Mitglieder. Die Gruppe erwirtschaftete im Jahr 2010 einen Umsatz von insgesamt 5,4 Mrd. Euro und beschäftigt 13.000 Mitarbeiter. M-Real selbst erlöste 2010 annähernd 2,6 Mrd. Euro. Der wichtigste Geschäftsbereich, Consumer Packaging, erwirtschafte davon die Hälfte.
Investition in die Zukunft
In den vergangenen Jahren hat M-Real in die Erhöhung der Kartonkapazität investiert. Allein im finnischen Simpele - hier werden Primärfasern für Lebensmittelverpackungen hergestellt - sind Investitionen in Höhe von 26 Mio. Euro geplant. Damit soll die Produktionskapazität auf 80.000 t pro Jahr gesteigert werden. Der dort produzierte Karton trägt den Markennamen Simcote. In Simpele arbeiten 300 Beschäftigte. Der hergestellte Karton ist gut zu bedrucken und zu verarbeiten.

Über die Firma
Metsä Board
Wiener Neudorf
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