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Politische Interessenvermittlung wird immer wichtiger

Faltschachtel | Nach den Rückgängen von Umsatz und Absatz infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise konnte die deutsche Faltschachtelindustrie 2010 einen guten Teil der Verluste wieder ausgleichen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat die Gesamtbranche ihren Mengenabsatz um im vergangenen Jahr um plus 3,7 Prozent auf über 860.000 t gesteigert. Der Umsatz konnte um 3,9 Prozent auf 1,825 Mrd. Euro verbessert werden.

Im Jahr 2009 hatten die Faltschachtelhersteller laut Angaben des Statistischen Bundesamtes bei der Produktionsmenge ein Minus von 6,7 Prozent und beim Produktionswert von 7,2 Prozent hinnehmen müssen. Das Ergebnis der im Fachverband Faltschachtel-Industrie (FFI) e. V. zusammengeschlossenen Unternehmen, berichtet Lothar Ruhnke, Sprecher des FFI Vorstands: „Die FFI Mitgliedsunternehmen repräsentieren rund 77 Prozent des Produktionswertes und 66 Prozent der Produktionsmenge der Gesamtbranche. 2010 konnten wir unseren Produktionswert um plus 2,5 Prozent und die Produktionsmenge um plus 1,9 Prozent steigern." Dieser Zuwachs liegt jedoch unter dem Durchschnitt der Gesamtbranche, aber Ruhnke gibt zu bedenken: „Betrachtet man das Verhältnis der Veränderung von Menge zu Wert fällt auf, dass die FFI Mitglieder in 2010 positiver als die Gesamtbranche abgeschnitten haben. Dieser Vorsprung zeigt sich auch bei einer Betrachtung der Mengen-/Umsatzentwicklung in einem mittelfristigen Zeithorizont. Während die Gesamtbranche in den vier Jahren von 2007 bis 2010 eine kumulierte Mengenentwicklung von plus 8,5 Prozent bei einer Produktionswertentwicklung von plus 7,6 Prozent zu verzeichnen hatte, entwickelten sich die FFI Mitglieder deutlich erfolgreicher. Bei einem Mengenzuwachs von plus 10,2 Prozent im besagten Vierjahreszeitraum konnten die FFI Mitglieder die Wertentwicklung um plus 12,8 Prozent steigern." Zu den größten End-Use-Segmenten für Faltschachteln zählen unverändert die Bereiche Food: Cerealien, Süßwaren, Tiefkühlkost, Fertiggerichte und Tiernahrung sowie im Bereich NonFood: Körperpflege, Kosmetik, Zigaretten und Pharma.

Extreme Rahmenbedingungen bei steigender Nachfrage

Unglücklicherweise trafen extrem lange Lieferzeiten in 2010 bei verschiedenen Kartonqualitäten - ausgelöst durch Kapazitätsstilllegungen, Streiksituationen, das Erdbeben in Chile und eine exorbitante Nachfrage nach Altpapier aus Fernost - auf eine deutlich ansteigende Nachfrage nach Faltschachteln. Die Abnehmer waren, bedingt durch die Wirtschaftskrise, bemüht, ihr eigenes‚ Working Capital‘ in Form von Fertigwarenlägern gering zu halten. Nach dem Wiederanspringen der Konjunktur und der Zuversicht auf eine stabile Verbrauchernachfrage reagierte die abpackende Industrie mit vermehrten Bestellungen zur Wiederbefüllung der Pipeline und zogen auch vor dem Hintergrund des sich verknappenden Angebots an Faltschachtelkarton zahlreiche Aufträge vor. Der Reflex der Faltschachtelindustrie war ihrerseits eine stärkere Bevorratung mit Faltschachtelkarton, was letztlich in der Gesamtschau für das Jahr 2010 dazu führte, dass der Einkauf von Faltschachtelkarton doppelt so stark angestiegen war wie der Absatz von Fertigwaren. „Dies kann für die Faltschachtelindustrie keine gesunde Situation sein. In diesem Zusammenhang sehen wir als eine Lehre aus 2010, dass das Supply-Chain-Management immer wichtiger wird. Im FFI bewerten wir die Optimierung des Materialflusses als zentrale Aufgabe für alle an der Wertschöpfungskette beteiligten Unternehmen. Hier schlummert meines Erachtens eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Wir sind deshalb gut beraten, die entsprechenden Maßnahmen zu forcieren", kündigt Ruhnke an.

Auslastung der Maschinenkapazitäten

Der Anstieg bei der produzierten Menge (plus 3,7 Prozent) spiegelt sich auch in den Daten des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung wider: bei der Auslastung der Maschinenkapazitäten steigerte sich die Faltschachtelindustrie von jahresdurchschnittlichen 82,4 Prozent (2009) auf 89,7 Prozent in 2010. Allerdings ist ein Wermutstropfen zu verzeichnen: nachdem bereits das letzte Quartal 2010 leicht rückläufig war, bestätigt sich dieser Trend auch für das erste Quartal 2011, in dem die Auslastung der technischen Verfügbarkeit der Produktionsmittel auf 81,9 Prozent zurückgegangen ist.

Preisverfall im Widerspruch zu hoher Werbewirkung

Eine bedeutende Herausforderung für die Faltschachtelindustrie ist es, den zunehmenden Preisverfall ihrer Produkte zu stoppen. Der FFI will dazu seine Marketingmaßnahmen bei Markenartiklern und Designagenturen verstärkt fortführen. Es gilt den hohen Wert der Faltschachtel in ihrer Werbewirkung sowie den Logistik-, Schutz- und Gebrauchsfunktionen noch deutlicher herauszustellen. Dazu dienen jüngste Marktstudien, durchgeführt im Juni 2011 von K&A BrandResearch im Auftrag des FFI, über die Bedeutung der Faltschachtel für die Konsumenten bei der Kaufentscheidung und im Gebrauch. Unter anderem wurde festgestellt, dass die Faltschachtel im Vergleich zu den anderen Packmitteln von 88 Prozent der Befragten mit deutlichem Abstand an erster Stelle genannt wird und damit beim Konsumenten „Top of Mind" sowie unverzichtbarer Bestandteil bei der Kaufentscheidung ist. Zur Werbewirkung verdeutlicht die Studie, dass die Faltschachtel eine extrem hohe Bedeutung für das Branding des Produktes und seine Wiedererkennbarkeit im Regal am Point-of-Sale hat.

Verbände plädieren für Nationalen Aktionsplan

Nachdem die Faltschachtel seit Jahrzehnten als sichere und ökologisch vorteilhafte Verpackung für Lebensmittel anerkannt ist, stellte dies im April 2010 das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMLEV) erstmals in Frage. Das BMLEV will jetzt die sog. „Druckfarbenverordnung" und die sog. „Mineralölverordnung" als staatliche Regulierungsvorhaben durchsetzen. Der FFI, die Wirtschaftsverbände Papierverarbeitung (WPV) und der Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) befürchten durch die vom BMLEV vorliegenden Referentenentwürfe existenzgefährdende Konsequenzen für die Hersteller von Papier, Karton, Pappe und Faltschachteln aus Altpapierstoffen sowie eine Gefährdung des Papierrecyclings.

Anstatt eine Verordnung in Kraft zu setzen, der es unter anderem aufgrund fehlender toxikologischer Bewertungen an Begründetheit fehlt und deren Einhaltung im Vollzug nicht überprüft werden kann, schlägt der FFI zusammen mit den Verbänden der Kartonerzeugung und Kartonverarbeitung einen Aktionsplan zur Minimierung der Belastung von Lebensmitteln mit Kohlenwasserstoffen vor. Er enthält eine Reihe von Maßnahmen, die unmittelbar in Angriff genommen werden sollen, ist auf einen mittelfristigen Zeithorizont ausgelegt und beinhaltet konkrete Zielvereinbarungen zwischen Staat und Industrie. Der Fachverband Faltschachtel-Industrie (FFI) e. V. vertritt seit 1948 die Interessen von Faltschachtelherstellern in Deutschland und auf Europäischer Ebene durch die Mitgliedschaft bei ECMA, der European Carton Makers Association. Die im FFI zusammengeschlossenen Unternehmen repräsentieren rund 77 Prozent des Produktionswertes und 66 Prozent der Produktionsmenge der Gesamtbranche. An dem Informationsaustausch mit den rund 90 FFI Mitgliedern sind immer mehr Partner aus der Lieferkette interessiert. Deren Anzahl ist jetzt auf 33 Firmen angewachsen. Zu den fünf jüngsten Assoziierten Mitgliedern zählen Climate Partner, Deutsche Papier, Hewlett-Packard, Weilburger Graphics und die Papier- u. Kartonfabrik VAREL sowie brandaktuell der Druckveredler Achilles.

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Faltschachtelbranche in Zahlen

Im Zuge der Wirtschaftskrise 2009 verlor die deutsche Faltschachtelindustrie 6,7 Prozent ihrer Oroduktionsmenge und 7,2 Prozent ihres Produktionswertes

2010 konnte ein Teil der Verluste wieder ausgeglichen werden. Der Mengenabsatz der Gesamtbranche stieg um 3,7 Prozent auf 860.000 t, der Umsatz um 3,9 Prozent auf 1,825 Mrd. Euro

Der Fachverband Faltschachtel-Industrie (FFI ) repräsentiert 77 Prozent des Produktionswertes und 66 Prozent der Produktionsmenge der Gesamtbranche

Rund 90 Unternehmen der Faltschachtelbranche sind im FFI vertreten

Immer öfter treten auch Unternehmen aus der vorgelagerten Lieferkette dem FFI bei. Derzeit sind 33 Unternehmen „assoziierte" Mitglieder. Darunter u.a. ganz jung der Druckveredler Achilles, Deutsche Papier, Hewlett Packard, Weilburger Graphics

Über die Firma
FFI Fachverband Faltschachtel-Industrie e. V.
Frankfurt am Main
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