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Attraktiv und wettbewerbsfähig

Wiederverschließbarer Getränkedosendeckel | Leicht, transparent und elegant sieht er aus: der wiederverschließbare Getränkedosendeckel der 4Pack GmbH aus Wolfsburg. Nach einigen Jahren Entwicklungszeit steht er nun kurz vor der Serienreife. Die neue verpackung hat Thorsten Schlesinger, Marketingleiter der 4Pack GmbH, zum aktuellen Stand befragt.

neue verpackung: Herr Schlesinger, wie funktioniert der Verschluss?

Thorsten Schlesinger: Nun, im Grunde genommen, sehr einfach: Ich drücke zunächst leicht, sofern es sich um CO2-haltige Getränke handelt, mittig auf den Deckel. Dadurch wird dem Getränk der Druck genommen. Sobald ich merke, dass das überschüssige CO2 entwichen ist, kann ich den Deckel einfach durchdrücken, bis er ähnlich wie beim Knallfrosch umspringt. Die Dose ist offen, ich muss den Deckel nicht entfernen und kann nun einfach trinken. Danach verschließe ich den Deckel wieder, indem ich auf dessen Rand drücke. Er springt wieder in seine Ursprungsposition zurück und ist wieder so sicher verschlossen wie zuvor. Also noch mal: Druck auf die Mitte, Deckel offen; Druck auf den Rand, Deckel verschlossen. So einfach.

neue verpackung: Aus welchen Materialien besteht er?

Thorsten Schlesinger: Bei der CrazyCan, also unserer PET-Dose, besteht die Deckelbasis aus PET, Schieber und Entgasungsventil ebenso. Der bistabile Deckel, also der Teil, der vom Nutzer gedrückt wird, aus PP. Und schließlich haben wir noch eine kleine Dichtung aus TPE. Das war‘s. Bei der Aluminium-Variante, die wir zurzeit entwickeln, bestehen dann Deckelbasis und Schieber aus Aluminium, um den Kunststoffanteil gering zu halten. Der Rest ist wie gehabt.

neue verpackung: Für welche Dosenarten ist er geeignet?

Thorsten Schlesinger: Die Deckel eignen sich für alle gängigen Dosenformate und -formen. Im Grunde ist uns sogar egal, ob es sich um eine PET-Dose oder -Flasche oder um eine Aludose handelt. Nur der Hals sollte nicht zu klein werden, um die Funktion des Deckels weiterhin zu gewährleisten. Ich behaupte mal: Unter 40 mm kann es schwierig werden.

neue verpackung: Gibt es weitere Wettbewerber im Markt?

Thorsten Schlesinger: Wir wissen nicht alles. Aber wir wissen von knapp 30 Ideen, deren Entwicklungsstände und Qualitäten sehr unterschiedlich sind. Und daher wissen wir auch, dass wir mit unserem Prinzip in Funktion und Preis ein äußerst attraktives und wettbewerbsfähiges Produkt präsentieren. Dem Thema Wiederverschließbarkeit sollten sich Marken zukünftig nicht verschließen, denn Problemstellungen wie Sicherheit vor Insekten und Verschmutzung und nicht zuletzt die Frische des Produkts werden auch in der Markenwahrnehmung zukünftig eine wichtige Rolle spielen.

neue verpackung: Was unterscheidet Ihre Lösung von den
bereits im Markt vor­handenen?

Thorsten Schlesinger: Die Anwendung ist äußerst einfach und die Nutzungsbewegungen sind sehr schnell und einfach reproduzierbar. Ich kann die Dose mit nur einer Hand bedienen und durch unser Erstöffnungssiegel hat der Nutzer einen sauberen Trinkrand. Ein Thema, das nicht erst seit EHEC an Brisanz gewonnen hat.

neue verpackung: Für welche Getränke­arten ist der Verschluss geeignet?

Thorsten Schlesinger: Er eignet sich für Wasser, Bier, Säfte, Softdrinks und Energydrinks. Vielleicht sollte ich besser sagen, er eignet sich für alles mit Ausnahme von Milch und milchhaltigen Getränken. Dies zumindest zurzeit noch ...

neue verpackung: Wie weit sind Sie mit der Entwicklung des Verschlusses und der Umsetzung in die Massenproduktion?

Thorsten Schlesinger:
Die CrazyCan ist auf dem Wege zum Markt, soll heißen, die Pilotwerkzeuge für die Massenproduktion des Deckels werden zurzeit gebaut und die Lieferfähigkeit in Stückzahlen von einer Dose bis zu zehn Millionen Dosen wollen wir im Herbst erreicht haben. Die Preforms für die Dosen selbst sind natürlich keine Herausforderung. Hier können die gängigen und dem jeweiligen Kunden bekannten Wege weiterhin beschritten werden. Also denkbar einfach: Wir liefern die Daten, der Lieferant die Preforms oder Dosen. Deckel-Großserienwerkzeuge lassen wir der Planung zufolge dann im Laufe des Frühjahrs 2012 bauen.

neue verpackung: Welche Anwendungen/Produkte könnten durch das besondere Design neu erschlossen werden?

Thorsten Schlesinger: Wir glauben, dass die Produktvorteile genereller Natur sind. Demzufolge können sich Marken aller Getränke gezielt am Markt positionieren und einen Wettbewerbsvorteil erreichen. Natürlich wird eine Marke unseren Verschluss zunächst mit besonderen Inhalten, wie vielleicht einem Wasser mit Vitaminzusatz, oder einem besonderen Biermix-Getränk testen, bevor riesige Abfüllanlagen umgestellt werden. Vielleicht will aber auch ein Ölhersteller eine neue Vinaigrette mit unserer Dose platzieren, wer weiß. Wir wollen die Phantasie unserer Kunden ja nicht beschneiden und ansonsten gilt, sich die CrazyCan einfach als Muster zu bestellen, denn in diesem Falle geht Probieren tatsächlich über Studieren.

neue verpackung: Was muss der Abfüller an seinen Anlagen ändern, damit er den Verschluss einsetzen kann?

Thorsten Schlesinger: Nun, das hängt davon ab, für welches System er sich entscheidet, also ob PET- oder Aluversion und natürlich davon, welche Abfüllanlage er nutzt. Bei der Aluminiumvariante müssen grundsätzlich nur die Schließköpfe und die Deckelzufuhr der Dosenabfüllanlage geändert werden. Am Ende der Abfüllstraße muss noch ein Erstöffnungssiegel, welches bei uns ein PET-Sleeve ist, appliziert werden. Dies ist übrigens ein Thema, dass auch bei konventionellen Dosen massiv in den Vordergrund drängen wird. Schmutz und Keime, wer will das schon? Die PET-Dosen können auf hängend und stehend abfüllenden Anlagen verwendet werden. Hier bedarf es neuer Schließanlagen. Sie beinhalten Ultraschall-Schließköpfe, die Deckel und Dose miteinander verschweißen. Änderungen an der Deckelzufuhr hängen natürlich damit zusammen, welche Behälterform, also ob Flasche oder Dose, zuvor abgefüllt wurde. Auch hier muss natürlich der Sleever für das Erstöffnungssiegel einkalkuliert werden.

Über die Firma
4PACK GmbH
Wolfsburg
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