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Die Umkehr eines Marktführers

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Mehrweg-Innovationspreis verliehen| Die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) und die Stiftung Initiative Mehrweg (SIM) haben zum vierten Mal den Mehrweg-Innovationspreis für Leistungen zur Stärkung und Weiterentwicklung von Mehrwegverpackungen für Getränke verliehen. In diesem Jahr wurden mit der Friedrich Lütvogt GmbH, der Gerolsteiner Brunnen GmbH und der Kondrauer Mineral- und Heilbrunnen GmbH drei Unternehmen für ihre besonders umweltfreundlichen Abfülltechniken und neuartigen Mehrwegflaschen ausgezeichnet.

Die drei prämierten Innovationen sind beispielgebend, weil Mehrwegflaschen durch sie noch umweltfreundlicher werden, sagen DUH und SIM. Der Vorsprung des Mehrwegkonzepts gegenüber dem Ex und Hopp Einwegsystem wachse. „Die Preisträger senken den Energie- und Ressourcenverbrauch bei der Verpackung von Getränken weiter ab. Damit wächst der Beitrag von Mehrwegflaschen zu einem effektiven Klimaschutz. Verbraucherinnen und Verbraucher werden mit ihrer Kaufentscheidung für Mehrwegflaschen immer stärker zu Klimaschützern", betonte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch während der Preisverleihung.

Die Friedrich Lütvogt GmbH & Co. KG wurde für die Entwicklung und Errichtung einer umweltfreundlichen und in Deutschland laut DUH bisher einmaligen Abfüllanlage für Glas-Mehrwegflaschen geehrt. Wichtigste Komponente ist die darin enthaltende, neu konzipierte Flaschenreinigungsmaschine. Sie benötigt nur noch ein Viertel des Wassers einer alten Anlage. Die Flaschenreinigungsmaschine wird über ein Blockheizkraftwerk mit regenerativ erzeugter Wärme versorgt. Die innovativen Antriebe der Flaschen- und Kastentransportbänder senken den Energieverbrauch um 20 Prozent.
Darüber hinaus hat die Friedrich Lütvogt GmbH & Co. KG beim Projekt „eco-fill" in eine vollautomatische Leergutsortierung investiert und den Austausch von Fremdflaschen transport- und energiesparender gelöst. „Der neue Abfüllbetrieb setzt konsequent eine Vielzahl technischer Verbesserungspotenziale bei der Abfüllung von Glas-Mehrwegflaschen um und verbessert so die Mehrweg-Ökobilanz weiter. Dies ist mit Sicherheit eine notwendige Voraussetzung, um längerfristig auf dem heiß umkämpften Getränkemarkt bestehen zu können", sagt Clemens Stroetmann, der Geschäftsführer der Stiftung Initiative Mehrweg (SIM) und früherer Umweltstaatssekretär. Das Produktportfolio ist bei der Friedrich Lütvogt GmbH & Co. KG so konzipiert, dass auch Fremdflaschen wiederbefüllt werden können und über kurze Wege transportiert werden. Für das eigene Mineralwasser werden fast ausschließlich GDB-Flaschen und der neue GDB-Mehrwegkasten eingesetzt.

Gerolsteiner setzt wieder auf Glas
Die Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG, die 1998 mit der Einführung der PET-Flasche und 2000 mit der Einführung der PET-Einwegflasche neue Umsätze generierte, wurde jetzt für die Einführung einer neuen 1,0 Liter Glas-Mehrwegflasche für Mineralwasser im Sechserkasten ausgezeichnet (siehe auch Editorial auf Seite 3). Durch die Gebindegröße von einem Liter werde deutlich mehr Wasser mit weniger Material verpackt. Das helfe Rohstoffe und Energie zu sparen. Zudem seien die neuen Gerolsteiner-Flaschen gewichtsoptimiert und würden dadurch ebenfalls, so DUH und SIM, zur Schonung natürlicher Ressourcen beitragen. „Die Einführung von Exklusivmarken in Glas-Mehrwegflaschen ist ein glasklares Statement für Qualität und Klimaschutz. Die Entwicklung moderner Mehrwegflaschen gibt einen notwendigen Impuls für Mehrwegverpackungen im Getränkesegment Wasser, in welchem die Mehrwegquote bereits deutlich unter 40 Prozent gesunken ist", erklärte Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe.

Leichtglas für Mehrweg optimiert
Die Kondrauer Mineral- und Heilbrunnen Gertraud Seidl GmbH & Co. KG wurde für die Einführung einer Mehrweg-Leichtglasflasche für Mineralwasser ausgezeichnet. Die neue Mehrwegflasche sei mit 330 Gramm ein „echtes Leichtgewicht". Das deutlich reduzierte Flaschengewicht mindere den Materialeinsatz bei der Flaschenproduktion um mehr als 47 Prozent und verringere zusätzlich den Energieverbrauch bei Herstellung und Transport. Die Leichtglasflaschen wurden ausschließlich zur Befüllung mit schwach kohlensäurehaltigen und stillen Mineralwässern konzipiert, damit die Lebensdauer der dünnwandigeren Flaschen nicht durch einen zu hohen Druck verkürzt wird. Die neuen Flaschen können auch als Poolflaschen von anderen Mineralbrunnen genutzt werden. Die Umlaufzahl wird von der Technischen Universität Weihenstephan mit fünfzehn angegeben. Die neuen Wasserflaschen wurden bewusst ohne Relief oder markenspezifische Extras entworfen, damit diese als Poolflaschen auch in anderen Mineralbrunnen wiederbefüllt werden können. Die neue extra leichte Flasche dürfte vor allem auch für bisherige Käufer von Einwegflaschen interessant sein. „Das geringe Flaschengewicht und der Vertrieb im Sechserkasten macht die neuen Mehrwegflaschen noch verbraucherfreundlicher und damit auch für bisherige Käufer von Einwegflaschen interessant", erklärte die DUH-Bereichsleiterin Kreislaufwirtschaft, Maria Elander. Um Glas insbesondere für Frauen, Singles und ältere Menschen als qualitativ besten Getränkepackstoff noch attraktiver zu machen, hat die Kondrauer Mineral- und Heilbrunnen GmbH eine neue Mehrweg-Leichtglasflasche entwickelt.

„Die klassische Mehrwegflasche ist Einweg-Getränkeverpackungen nicht nur ökologisch, sondern unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten auch ökologisch und sozial deutlich überlegen, so das Fazit einer von der DUH beim Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers in Auftrag gegebene Studie*. Um die Nachhaltigkeitsvorteile von Mehrweg gegenüber Einweg weiter auszubauen und um für Kunden noch attraktiver zu sein, sind Abfüller und Logistiker aufgefordert die Mehrwegsysteme fortwährend weiterzuentwickeln", sagte Resch am Rande der Veranstaltung.

*Die oben erwähnte Studie kann unter
http://www.duh.de/pwc_getraenkestudie.html eingesehen werden.

Über die Firma
DUH Deutsche Umwelthilfe e.V.
Berlin
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