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Packmittel

Mit praktikablen Spezifikationen Ressourcen und Nerven schonen

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Spezifikationen für Folienverpackungen Teil 2: Arbeiten mit Normen | Das mühelose Arbeiten mit Normen ist Grundlage für eine normgerechte Spezifikationserstellung, -überprüfung und -einhaltung. Doch wie viele Normen werden gelesen - und auch verstanden? Der zweite Teil der dreiteiligen Artikelserie soll einen kurzen Überblick über Quellen für Normen und Umgang mit deren Anwendung geben.

Normen haben Tradition. Schon die Ägypter und vermutlich auch deren Vorfahren nutzten Normen, um dadurch Zeit und Mühe zu sparen. Beim Bau der Pyramiden, so heißt es, wurden Blöcke, Winkel und vieles mehr genormt, bevor der Bau begann.

Im Volksmund werden Normen oft nur auf technische Produkte projiziert. Doch Normen sind umfassend in allen Lebensbereichen zuhause. Ein gutes Beispiel dafür ist die legendäre DIN EN ISO 9001 - die Qualitätsnorm schlechthin.

Nicht immer verbindet man Vorteile mit Normen. Zunächst erscheinen sie wie eine Last, doch Normen haben im Wesentlichen einen Sinn - Aufwand zu reduzieren, Verschwendung zu vermeiden und damit die Nachhaltigkeit von den meisten Prozessen und Produkten zu steigern. Denn Nachhaltigkeit ist in letzter Konsequenz per Definition ressourcenschonend.

Normen finden sich in vielen Ausprägungen. Die Finanzierung der Normung wird im Wesentlichen durch die Förderbeiträge der Mitgliedsfirmen und Institutionen realisiert. Also scheinen diese „Förderer" wohl ein Interesse an der Erstellung der Normen zu haben - ein finanzielles sicherlich auch.

Normen und ihre Aktualiät
Normen unterliegen wie fast alle Prozesse und Produkte heute dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. So werden viele Normen in regelmäßigen, meistens aber unregelmäßigen Abständen revidiert und inhaltlich optimiert. Bezieht man sich also auf eine Norm, so ist stets der Stand mit zu nennen.

Wo lassen sich Normen finden, wenn nicht bekannt ist, welche für einen bestimmten Spezifikationsfall geeignet ist? Auch hier soll zur Übersichtlichkeit nur eine Stichpunktliste angeführt werden:

- DIN-Kataloge für technische Regeln,

- Übersichtsnormen (z. B. DIN 16995, Folien für Verpackungszwecke),

- DIN-Taschenbücher (z. B. DIN-Taschenbuch 150 Kunststoff-Dachbahnen, Kunststoff-Dichtungsbahnen, Kunststoff-Folien, Bodenbeläge, Kunstleder, Ausgabe:1998-09),

- Internet,

- vorhandene Spezifikationen.


Um nun eine Prüfnorm für eine Spezifikation nutzen zu können, muss Klarheit über die gewünschte Aussage herrschen, die Norm im Detail verstanden sein, die Ausführung der Norm im Detail zusätzlich in der Norm oder Prüfvorschrift genannt werden. Hierzu ein Beispiel für die Sauerstoffdurchlässigkeit (Menge an Sauerstoff, die pro Tag und m²-Folie permeieren):

(23°C und 50 % r.F.) / cm³/(m²×d×bar) / ISO 15105-2 (DIN 53380 T3)

Die Prüfbedingungen (23°C und 50 % r.F.) geben die spezifischen - für den spezifizierten Einzelfall gewünschten Parameter an, die laut Norm variiert werden können - für die Praxis aber in der Spezifikation festgelegt werden müssen. Eine Angabe der Sauerstoffdurchlässigkeit nur nach der Norm wäre nicht eindeutig genug, da in der Norm das Klima eben nicht vorgegeben, sondern bewusst offen gelassen wurde. Dadurch ist es möglich, mit nur einer Norm viele Spezialfälle zusammen zu fassen und doch einen so engen Rahmen zu geben, dass jeder auf der Welt (theoretisch zumindest) diesen Wert nachprüfen können soll.

Unter anderem aus diesem Grund ist es unbedingt erforderlich, eine Prüfnorm in eine Handlungsanweisung oder Prüfvorschrift zu übersetzen, die beispielsweise so gegliedert sein kann:

1. Anwendungsbereich:
- Bestimmung des quasistatischen Zugverformungsverhalten von Kunststofffolien

- Messbereich 0,01 bis 1300 % Dehnung; 0,01 bis 2000 Newton Zugkraft

2. Muster:

- Muster definieren (zum Beispiel: Folien als Abschnitte oder in Rollenform)

3. Sicherheitshinweise

4. zu bestimmende Größen


- Zugfestigkeit, nominelle Bruchdehnung, Streckspannung, Spannung bei x % Dehnung, Sekantenmodul

5. Prüfgeräte

- Universalprüfmaschine (Inventar-Nummer)

- Mess-Schieber (Kalibriermittel-Nummer)

- Probenhalter (Inventar-Nummer)

6. Umgebungsbedingungen/Konditionierungszeiten

- Alt: Normklima DIN 50014 (23 ± 2°C; r. F. 50 ± 6 %)

- Neu: ISO 291 (23 ± 2°C; r. F. 50 ± 10 %)

- Konditionierungszeit (> 24 h; hygroskopische

Materialien > 7 Tage)

7. Probenvorbereitung (Inventar-Nummer)

8. Beschreibung des Prüfverfahrens

- unter anderem Funktionsprüfung der Messdose, Leitungsdruck bei Pneumatikspannköpfen, Überprüfung der LE-Position

9. Eingaben in der Software definieren

- Einspannlänge, Prüfgeschwindigkeiten, Vorkraft, etc.

10. Datenaufzeichnung und Auswertung

- Angabe der Kennwerte mit Einheiten und Angabe der signifikanten Stellen (zum Beispiel: Zugfestigkeit sM [MPa])

- Statistik (zum Beispiel: arithmetischer Mittelwert, Standardabweichung, Min/Max-Wert, Anzahl Einzelwerte)

Normen erleichtern viele Dinge. Natürlich erzeugt das zunächst besonders zu Beginn und im Entstehungsmoment einer Norm enormen Aufwand. Unter dem Strich bestätigen aber Fachleute, die insbesondere im Prüfbereich zuhause sind, dass Normen nach einer gelungenen Übersetzung in Prüfvorschriften sowohl die Reproduzierbarkeit als auch die Vergleichbarkeit und Systematik signifikant erhöhen.

Der Beitrag „Spezifikationen für Folienverpackungen" erscheint als dreiteilige Artikelserie.
- Teil 1: Datenblatt im Vergleich zur Spezifikation
- Teil 2: Arbeiten mit Normen
- Teil 3: Festigkeiten mit dem Zugversuch bewerten?

Für Sie entscheidend
Normenquellen für das Arbeitsgebiet der Folienverpackungen

1. Nationale Normen

DIN : Deutsches Institut für Normung,

ANSI: American National Standard Institute,

AFNOR: Association Francaise De Normalisation,

BSI: British Standardisation Institute,

Gost: Gosudarstvennii Obshchesoyusnii Standard (Normen der ehemaligen Sowjetunion, jetzt Russland),

ISO: International Standardisation Institute,

CEN: Comité Européen de Normalisation.

2. Zur Normung autorisierte nationale Institutionen:

VDI-Richtlinien: Verein deutscher Ingenieure,

VDMA: Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.,

DLG: Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e. V.,

FhG: Merkblätter für die Prüfung von Packmitteln/Fraunhofer Gesellschaft (heute IVV-Freising),

RAL: Deutsches Institut für Gütesicherung (früher: Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen).

3. Zur Normung autorisierte internationale Institutionen:

SCAN: Scandinavian Pulp, Paper and Board Testing Committee,

EDANA: European Disposables And Nonwovens Association,

IUPAC: International Union of Pure and Applied Chemistry,

Tappi: Technical Association of the Pulp and Paper Industry (USA),

ASTM: American Society for Testing and Materials,

SAE: Society of Automotive Engineers (USA),

AFCO: Aluminium Foil Conference,

FINAT: world wide association for selfadhesive labels and related products.

Wer erarbeitet Normen?

Organisation: nationale Institutionen mit hauptamtlichen Kräften,

Sacharbeit: Fachleute aus Industrie, Behörden und Wissenschaft, beim DIN mehr als 40.000 ehrenamtliche Mitarbeiter.

Normung in der Verpackung in Deutschland durch:

„Normungsausschuss Verpackung" (NAVp.),

ca. 40 Unterausschüsse für die unterschiedlichen Bereiche,

Einfluss auf europäische und internationale Normung durch Spiegelgremien zu
CEN- (seit 1961) und ISO-Ausschüssen (DIN seit 1951 Mitglied)

Über Innoform
Als Schwester der Innoform Testservice und der Innoform Consulting ergänzt die Innoform Coaching mit etablierten Veranstaltungsformaten, wie Seminaren, Tagungen und Branchentreffs, aber auch mit neuen Wegen der Wissensvermittlung, wie online Datenbank und Podcasts, etablierte Angebote von Universitäten und Forschungseinrichtungen. Die Unternehmensgruppe untermauert die Lehrinhalte mit Fachwissen aus dem Alltag der Folienverpackungsprüfung und Konformitätsgutachten zum Lebensmittelrecht. Mit dem Partnernetzwerk InnoNET-partners wird das Fachwissen technischer Unternehmensberater in die Lerninhalte und Branchentreffs integriert.

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