Packmittel

Warum der Markt nach mehr Getränken im Glas verlangt

Renaissance eines Packmittels | Glas verpackt, und zwar nicht nur Bier, Wein und hochprozentige Spirituosen. In den vergangenen Monaten haben auch wieder neue alkoholfreie Getränke in der Glasflasche den Sprung ins Supermarktregal geschafft. Sei es in der Mineralwasserbranche oder im Segment der Trendgetränke. Glasflaschen feiern ein Comeback beim Konsumenten und im Handel. Der Markt ruft nach Verpackungen aus Glas - und die Abfüller kommen ihm nach. Denn Glasflaschen überzeugen in puncto Gesundheit, Umweltverträglichkeit und Geschmack.

Die Einführung von leichteren Verpackungen im AfG-Bereich hatte massive Auswirkungen auf die gesamte Verpackungsindustrie und besonders auf die Behälterglasindustrie: Glasflaschen gerieten insbesondere im Marktsegment der Softdrinks, Mineralwässer & Co ins Abseits, die leichtere Konkurrenz dominierte den Markt. Der Grund: Das Bedürfnis nach Conven-
ience trieb Verbraucher und Märkte an und ließ Abfüller und Handel Entscheidungen zugunsten von anderen Verpackungsmaterialien treffen. In den letzten Jahren zeichnet sich jedoch eine Trendwende ab, da beim Verbraucher andere gesellschaftliche Trends in den Fokus rückten: Ein bewusster Umgang mit der eigenen Gesundheit und mit der Umwelt zum Beispiel, aber auch das Bedürfnis nach unverfälschten, genusssicheren Lebensmitteln. Nachhaltigkeit ist ein zentraler Dauertrend, der all diese Aspekte bündelt. Das spiegelt sich auch in der Wahl der Verpackung wider. Hier punkten Glasflaschen, denn sie stehen wie keine andere Verpackung für Nachhaltigkeit. Schließlich sind sie zu 100 Prozent recyclingfähig und gehen keine Wechselwirkungen mit dem Inhalt ein - das ist gut für die Gesundheit, gut für die Umwelt und gut für den Geschmack.

Glas-Renaissance bei Mineralwasser

Mittlerweile sind auch vielen Getränkeabfüllern diese verkaufswirksamen Eigenschaften von Glasflaschen klar. Der Mineralwassermarkt ist ein Beispiel dafür. Kein unbedeutender Markt, denn immerhin trinken die Deutschen ca. 131 Liter pro Jahr und Kopf und machen damit Mineralwasser zu ihrem beliebtesten Erfrischungsgetränk. Die Glasflasche war dabei in den letzten Jahren kontinuierlich substituiert worden. Unbeirrt von dieser Entwicklung führte die Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG im Juli 2010 eine neue 1-Liter-Glas-Mehrwegflasche auf dem deutschen Markt ein. Die Resonanz: extrem positiv. Axel Dahm, Geschäftsführer der Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG erklärt das so: „Fehlende Innovationen im Bereich der Glasflaschen für Mineralwässer haben in den letzten Jahren für einen stetigen Glasflaschenrückgang gesorgt. Doch ein wachsendes Qualitätsbewusstsein der Verbraucher und ein geschärfter Blick für die Inhaltsstoffe von Produkten lassen Glas als Verpackungsmaterial wieder stärker in den Fokus rücken." Von der Innovation und dem Verpackungsmaterial Glas ist Gerolsteiner überzeugt, nicht nur aus ästhetischen Gründen. Dazu Dahm: „Neben den überzeugten PET-Verwendern gibt es eine breite Verbraucherschicht, die ihr Wasser lieber aus Glas trinkt. Für sie spielt Qualität eine entscheidende Rolle. Glasgebinde unterstützen aus unserer Sicht genau diese Qualitätswahrnehmung und werden so den Kundenwünschen absolut gerecht."

Innovationen sorgen für neue Marktimpulse

Das empfindet auch die Mineralwassermarke Kondrauer so. Die Qualität der Verpackung ist auch für die Bayern ein entscheidendes Kriterium. Seit Ende April dieses Jahres setzt Kondrauer auf die Verwendung von Leichtglasflaschen für sein hochwertiges Mineralwasser - und damit dem vermeintlichen Nachteil der Glasflasche ein starkes Argument entgegen. „Das Thema Leichtglas ist auch für den LEH besonders interessant. Supermärkte wie Rewe oder Edeka bieten Leichtglas immer häufiger als sinnvolle Alternative zu PET an", sagt Markus Humpert, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Kondrauer Mineral- und Heilbrunnen GmbH. „Durch die Leichtglasflasche konnten wir das Gewicht der Verpackung signifikant vermindern", erklärt Humpert. Doch nicht nur das geringe Gewicht überzeugt. „Unser Kondrauer-Mineralwasser zeichnet sich durch einen einzigartigen, weichen Geschmack aus, der durch die Verpackung natürlich geschützt werden soll. Da ist Glas für uns genau die richtige Wahl, so Humpert. „Bei Glas findet keine Geschmacksbeeinträchtigung statt, da keine Stoffe aus der Verpackung in das Wasser diffundieren können." Bereits im letzten Jahr lag der Glasanteil bei Kondrauer deutlich über dem der Vorjahre. Ein Wachstum, das sich laut Markus Humpert auch in Zukunft weiter fortsetzen wird.

Nicht nur im Mineralwassersegment setzt man ganz bewusst (wieder) auf Glasflaschen. Auch Hersteller von Trendgetränken entscheiden sich dafür - Smoothiehersteller wie true fruits und FruchtBar genauso wie Abfüller neuer Trendlimonaden. Zu letzteren zählt auch Joris van Velzen. Seine Kreation „Wostok" war ursprünglich ein Softdrink, der 1973 in der UdSSR als sowjetische Antwort auf Pepsi entwickelt wurde. Der junge Unternehmer nahm die Herausforderung an, den Softdrink für den deutschen Getränkemarkt neu aufzulegen. Einzigartig ist dabei vor allem der „tannige" Geruch und Geschmack. Bei der Verpackung stand für Joris van Velzen schnell fest: Infrage kommt nur die Glasflasche. „Gedacht ist Wostok in erster Linie für den Einsatz in der Gastronomie. Sowohl unter ästhetischen als auch haptischen Aspekten gibt es da im Grunde keine Alternative zu einer Glasflasche. Außerdem spricht der Umweltaspekt für sich und ich bin - wie viele andere auch - davon überzeugt, dass Getränke aus Glas einfach besser schmecken", so der Unternehmer. Bei Einführung im Jahr 2009 war Wostok ausschließlich in ausgewählten Berliner Kneipen erhältlich. Heute, gerade einmal zwei Jahre nach dem Start, ist das Unternehmen auf Wachstumskurs und das Erfrischungsgetränk verbreitet sich über die gesamte Republik und ist inzwischen sogar in einigen Nachbarländern von Deutschland käuflich.

Europäische Studie belegt: Verbraucher wollen Glas

Dass gerade deutsche Verbraucher Glasverpackungen schätzen und vorziehen, belegt auch eine Studie, die die Fédération Européenne du Verre d'Emballage (FEVE), der europäische Behälterglasverband mit Sitz in Brüssel, veröffentlicht hat. Demnach sind deutsche Verbraucher von den positiven Eigenschaften der Glasverpackung für Lebensmittel und Getränke überzeugt. Sie schätzen Glas als gesunde Verpackung, die auch in Sachen Geschmack und Umweltschutz viel zu bieten hat. Aber auch die Gesundheit kommt nicht zu kurz: 90 Prozent bevorzugen Glas als eine Verpackung, die zu einem gesunden Lebensstil beitragen kann. Darüber hinaus sind knapp 76 Prozent davon überzeugt, dass Glas ihre Produkte gesund hält.

Über die Firma
Bundesverband Glasindustrie e.V. Fachgruppe Behälterglasindustrie
Düsseldorf
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